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10 Minuten unter 4 Augen - bitte um Tipps

M
Hallo Gretchen!

Vielen Dank für deine Fragen und die unaufgeregte, freundliche Art sie zu stellen!

Zitat von Gretchen:
Ich Klinke mich mal wieder ein und versuche deine Frage von vorhin zu beantworten:

Mit der genügsamen Rolle meinte ich, dass ich mich frage, warum
Du dich in einen gebundenen Mann verliebt hast.
Von jemandem der ungebunden wäre, könntest du ja viel mehr bekommen. (Zuneigung, Zeit, Wertschätzung usw)


Ich habe mich nicht absichtlich in einen gebundenen Mann verliebt. Ich traf ihn wenige Monate nach meiner Trennung. Alles war im Umbruch und ich war gedanklich bei den Umzügen, von denen ich mehrere hatte, bei dem vielen Stress mit dem Ex, der ganzen Umstellung. Das letzte was ich brauchte oder wollte, war ein neuer Mann. Ich traf ihn mehr oder weniger zufällig, fand ihn nett, aber mehr auch nicht. Nur er wollte unbedingt Zeit mit mir verbringen. Ohne jetzt groß in die Details zu gehen: Ich konnte/durfte da nicht wirklich ablehnen. Wir lernten uns kennen. Er war sehr galant, umwarb mich (vorsichtig), zeigte sich von der allerbesten Seite. Interessierte sich auch für mich. Er wusste damals nicht, ob ich gebunden bin oder nicht. Habe ihm erst nach mehreren Wochen erzählt, dass ich getrennt bin. Da hat er mehrere Gänge hochgeschaltet. Ich habe keine Affäre geplant, nicht mal daran gedacht. Gebundene waren für mich Neutren. Nicht mal aus moralischen Gründen. Ich ging automatisch davon aus, dass alle Gebundenen glücklich gebunden und an mir nicht interessiert sind.
Die Idee mit der Affäre kam von ihm. Er hat das sehr vorsichtig an mich herangetragen und auch mehr so als allgemeines Thema. Dabei aber auch klargestellt, dass er da offen ist. Es war von Anfang an klar, dass er verheiratet ist. Aber bei den Geschützen, die er auffuhr, war ich sicher, dass die Ehe entweder offen ist, oder dass es der Frau völlig egal ist. Ach ja, es gab auch natürlich sehr viele "zufällige" Berührungen etc. Jedenfalls dachte ich irgendwann (d.h. nach etlichen Monaten): Warum denn eigentlich nicht?
Und so wartete ich einen günstigen Augenblick ab und sprach ihn an bzw. machte ziemlich deutliche Anspielungen. Ich glaube nicht mal, dass ich in dem Moment verliebt war. Ich fand ihn attraktiv, anziehend, fühlte mich sehr wohl mit ihm und dachte mir einfach warum nicht.
Ab da veränderte sich alles. Er wurde offener, sprach auch von Problemen und Zweifeln (nicht nur in Bezug auf seine Ehe). Zeigte sich als Mensch und nicht als ewiger Sieger. Das hat mich sehr berührt. Ein völlig anderes Bild als ich von ihm hatte (und als das, was er sonst nach außen abgibt). Auch ich öffnete mich. Das hat eine große Nähe geschaffen, ganz ohne S. Und da habe ich mich in ihn verliebt, und es war völlig egal, wie viel ich von ihm "bekommen" kann und dass ich von anderen mehr "bekommen" könnte.

Zitat von Gretchen:
Also führt mich das zur nächsten frage: welche beziehungserfahrungen hast du verinnerlicht? (Herkunfsfamilie)

Sehr postitive. Meine Eltern und Großelten sind/waren verheiratet und sind liebe- und respektvoll miteinander umgegangen. Ich hatte eine glückliche Kindheit, in der ich keine Gewalt und keine großen Dramen erleben musste.

Zitat von Gretchen:
Du sagst, du möchtest beachtet werden, er hat dir ein einmaliges Gefühl vermittelt- das Gefühl wertvoll zu sein und wertgeschätzt zu werden?

Ja, vor allem als Frau.

Zitat von Gretchen:
Wir reden hier von Verliebtheit, recht oberflächlichen Gefühlen, die sich hauptsächlich darauf beziehen, etwas zu kriegen (Unterschied zu liebe: etwas geben)


Ich will auch etwas geben. Liebe ist aber schon ein sehr großes Wort.

Zitat von Gretchen:
Ich könnte mir vorstellen, dass es etwas zu betrauern gibt, einen Mangel- du sprichst ja sehr treffend von der Leere.

Du inszenierst vielleicht etwas, um
Diese nicht/ weniger zu spüren?


Ich weiß es nicht. Wie gesagt, es tut mir gut Ziele zu haben, motiviert zu sein. Wenn mir aber wirklich was gefehlt hat im Leben und auch fehlt, ist die Nähe zu einem Mann, den ich begehre und der mich begehrt.

Zitat von Gretchen:
Du konsumierst also dieses gefühl, bleibst sehr im außen, extrinsisch motiviert?


Da bin ich überfragt Smile

Bei den anderen Fragen wusste ich ebenfalls nicht so recht, was ich da schreiben kann, außer vielleicht, dass ich aus Prinzip ungern weit in die Zukunft plane. Habe dafür zu intensiv vor den Augen, wie fragil alles ist.

x 2 #2971


Gretchen
Also ich geb mal ein Beispiel, prüfe mal ob du so nicht antworten kannst oder eher nicht möchtest:

Vorweg sag ich, ich hatte auch eine glückliche Kindheit (was immer das auch sein mag) und meine Eltern und Großeltern waren verheiratet. (Die frage ist nur wie)

Ich bin viel zu früh auf die Welt gekommen, brutkasten war angesagt , meine Brüder nur wenig Älter als ich.
Meine Eltern hatten Angst um mich und Schuldgefühle wegen des geringen Abstandes.
Meine Mutter war unglücklich in ihrer Rolle als Mutter, wollte dieses aber nie zugeben. Sie hatte immer große Angst um uns da eine Schwester von ihr vor ihrer Geburt verstorben war. Ihre Eltern gehören der Kriegsgeneration an, sie haben auf diese Ereignisse eher mit Rigidität und hoher Leistungsbereitschaft reagiert.
Mein Vater ist ein kriegskind, Bomben und hungererfahrung als Kleinkind. Vernachlässigung durch die Eltern, selber gut durch die Arbeit kompensiert bis zur Arbeitslosigkeit, dann depressiver Einspruch.
Dies hat dazu geführt, dass ich und mein Bruder sehr behütet wurden, Schwierigkeiten hatten, uns von den Eltern innerlich zu lösen usw usw usw usw...kann beliebig fortgesetzt werden, sofern man den will. Zb im Hinblick darauf, wie diese Erfahrungen meine Partnerwahl beeinflusst haben. (Was sie sicherlich haben)

Ich Ziele mit meinen Fragen also auf die Beziehungen die du erlebt hast, wie du sie erlebt hast und wie deine Eltern diese erlebt haben.

Mit erlebt meine ich Gefühle.

Die fehlen mir bei deinen Beschreibungen.

Ist sehr persönlich das stimmt- aber Gefühle beißen nicht- außer sie sind verdrängt- das mögen die nämlich gar nicht und dann werden sie garstig.

So, das war jetzt meine Veranschaulichung.

Vielleicht ist sowas aufschlussreich für dich.

Reicht für heute. Gute Nacht!

Grüße von Gretchen

x 7 #2972


A


10 Minuten unter 4 Augen - bitte um Tipps

x 3


Knusperkatze
@Gretchen

Vielen Dank für deine Beiträge! Auch wenn ich nicht Malena bin, nehme ich davon total viel mit.

x 2 #2973


M
@Gretchen

Ich bin sehr glücklich und behütet aufgewachsen. Die Beziehungen, die ich um mich herum mitbekommen habe, waren harmonisch und respektvoll. Man konnte sich blind aufeinander verlassen. Natürlich gab es auch mal Streit, aber nichts Schwerwiegendes. Meine Eltern haben mir viele Freiheiten gelassen und so gut sie konnten, Möglichkeiten eröffnet. Ich kann mich an keinen erheblichen Leistungsdruck erinnern, sehr wohl aber daran, dass ich immer den Wunsch hatte, ein "gutes Mädchen" zu sein und meinen Eltern keine Sorgen zu bereiten. Ich habe die Menschen um mich herum als sehr loyal erlebt und mich eben auch so verhalten (z.B. in Freundschaften).
Meine heile Welt zerbrach ein Stück weit als wir nach Deutschland kamen (ich war da kurz vor der Pubertät). Es gab viele Probleme und ich wurde schnell erwachsen. Habe Verantwortung übernommen und musste mich mit der Rolle des schwarzen Schafes abfinden. Tja, und ab da habe ich gelernt, mich abzugrenzen, nicht so viel auf die Meinung anderer zu geben, meinen Weg zu gehen.

x 1 #2974


Greta1
Zitat von Malena3:
Ich habe in dem anderen Forum die Frage so gestellt, um eine Einschätzung zur Situation selbst zu bekommen (ohne das ganze Affärengerede). Und der Zustand der Ehe interessiert mich insofern als dass ich denke, dass es ganz erheblich davon abhängt, ob aus dem Ganzen mehr werden kann..

Ah, irgendwo vor 2 km hast Du geschrieben, die Ehefrau interessiere Dich nicht mitsamt der Ehe.
Ich bin mittlerweile der Überzeugung, Du willst ihn ganz und nicht nur als Affäre (bzw denkst jetzt erst verstärkt daran?). Nur so kann ich mir Deine Ambivalenz, Deinen Liebeskummer erklären. Den Du ja eigentlich nicht haben dürftest Deiner Ursprungsfrage zufolge. Da ging es nur um die 10 Minuten, jetzt nach über 200 Posts sind wir bei der Leere angekommen.

Wie willst Du jemals glücklich werden? Sag jetzt nicht, dass Du ihn dazu nicht brauchst, liest sich, zumindest für mich, nämlich ganz anders. Du reitest ein totes Pferd.

x 1 #2975


M
Also zum allerletzten Mal zur Ehefrau. . . Die Ehe interessiert mich nur insofern, als dass es wohl von ihrem Verlauf abhängt, ob da was möglich sein wird oder nicht. Damit meine ich nicht mal Trennung oder die Öffnung.

Zitat von Gretchen1:
Wie willst Du jemals glücklich werden? Sag jetzt nicht, dass Du ihn dazu nicht brauchst, liest sich, zumindest für mich, nämlich ganz anders. Du reitest ein totes Pferd.


Ok. Du sagst jetzt: Du brauchst ihn, um glücklich zu werden. Das wird nicht gehen, also wirst du so oder so unglücklich. Irgendwie eine ziemlich ausweglose Botschaft.

Ich denke übrigens nicht, dass man irgendwie abschließend "glücklich" werden kann. Es gibt Momente, in denen ich glücklich bin, und Momente, in denen ich unglücklich bin. Und die meiste Zeit ist so irgendwas dazwischen.

Was ich aber sehr interessant finde: Du sagst, ich dürfte meiner Ursprungsfrage (sprich: "will nur eine Affäre") zufolge keinen Liebeskummer haben.
Sprich: Es ist ausgeschloßen und völlig undenkbar, dass man sich mit einem Menschen körperliche und emotionale Nähe wünscht, und ihm dabei sein sonstiges Leben lassen (und sein eigenes behalten) würde?

Ich finde es interessant, weil man sich heutzutage so gut wie alles vorstellen kann, so gut wie alles toleriert, aber das als völlig schräg und gar undenkbar erscheint.

#2976


megan
gab es einen zwingenden grund für den umzug in ein anderes land?

x 1 #2977


M
Zitat von megan:
gab es einen zwingenden grund für den umzug in ein anderes land?


Meinst du bei mir? Oder warum die EF gerade im Ausland ist?

#2978


Gretchen
Mich würde folgendes interessieren:
Wieso seid ihr nach Deutschland gekommen? Bzw wo kommst du her? Soll heißen, was hat deine Eltern dazu bewogen?

(Mir fällt bei deinen Beiträgen auf, dass du wenig über die inneren Zustände/ Motive anderer wichtiger Personen schreibst.)

Das hört sich sehr traurig und einsam an diese Zeit kurz vor der pupertät, die ja auch sonst nicht einfach ist. (Gerade in der Phase stehen ja die identitätsthemen und Zuwendung zum andern Geschlecht an)

Allerdings ist mein Eindruck, dass du gerade ganz andere Themen am Wickel hast.

Daher sammel ich meine Eulen mal ein und geh nicht nach Athen.

Es grüßt Gretchen

x 1 #2979


M
Ich möchte meine Herkunft hier nicht offen schreiben. Es gab schon gute Gründe, wobei wir auch hätten bleiben können. War weder superdramatisch, noch so eine Expat-Geschichte.
Mich hat da jedenfalls niemand gefragt.

Und ja, für mich war das nicht einfach, zumal ich dann sehr isolitert war (einzige Ausländerin weit und breit) und auf dem Gymnasium extrem angefeindet wurde. Ich dachte, es läge an mir. Später habe ich aber sehr viele andere mit einer ähnlichen Geschichte kennengelernt (aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlichen Backgrounds).

#2980


megan
was wären die folgen gewesen, wenn ihr geblieben wärt?

#2981


M
Zitat von megan:
was wären die folgen gewesen, wenn ihr geblieben wärt?


Das konnte man damals nicht abschätzen. Jetzt im Nachhinein betrachtet, wäre nichts Schlimmes passiert und vielleicht wäre ich dort viel glücklicher als hier. Aber ein Zurück gibt es nicht.

#2982


Greta1
@Malena3 Du bist kompliziert Mr. Green

Wieso ausweglose Botschaft? Du bist in einen Mann verliebt, an den Du nicht ran kommst. Kann passieren, passiert drölfzigtausend anderen auch. Tut mir auch für jeden einzelnen leid (na ja fast).


"Sprich: Es ist ausgeschloßen und völlig undenkbar, dass man sich mit einem Menschen körperliche und emotionale Nähe wünscht, und ihm dabei sein sonstiges Leben lassen (und sein eigenes behalten) würde?"

Dagegen spricht Dein plötzliches Interesse an seinem Familienleben.

Ich finde es ja übrigens fast logisch, sich mit der Zeit in einen Mann/Trugbild/whatever zu verlieben, an den man so intensive Gedanken hegt. Und ja, auch absolut menschlich.

Und somit hast Du Dich in die Riege derer eingereiht, die unglücklich in ihren AM/AF verliebt sind. Und umsonst. Liest Du hier ja leider oft. Warum sollte ich das schräg und undenkbar finden? Das kann man sich ja nicht aussuchen und es gehört viel dazu, sich dem zu verweigern. Manche schaffen es aber, in der Einbahnstraße zu wenden.

Deswegen war meine Frage, wie Du jemals glücklich werden willst.

x 2 #2983


M
@Gretchen1

Das mit dem Interesse zu seinem Familienleben habe ich ja nun ausreichend beleuchtet, hoffe ich. Wie gesagt, ich will seine Frau nicht ablösen.

Und mit dem verliebt. . . ja, schon vor langer Zeit. Wie auch schon am Anfang geschrieben.

#2984


megan
Zitat von Malena3:
Das konnte man damals nicht abschätzen


ok, "man" konnte es nicht abschätzen. eine abwägung, ob und inwieweit es sich negativ auf die tochter auswirkt hat jedoch keine maßgebliche rolle bei der entscheidung gespielt.

was denkst du weshalb die person, die die entscheidung getroffen hat, so entschieden hat?

x 1 #2985


A


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