Malena3
Gast
Vielen Dank für deine Fragen und die unaufgeregte, freundliche Art sie zu stellen!
Zitat von Gretchen:Ich Klinke mich mal wieder ein und versuche deine Frage von vorhin zu beantworten:
Mit der genügsamen Rolle meinte ich, dass ich mich frage, warum
Du dich in einen gebundenen Mann verliebt hast.
Von jemandem der ungebunden wäre, könntest du ja viel mehr bekommen. (Zuneigung, Zeit, Wertschätzung usw)
Ich habe mich nicht absichtlich in einen gebundenen Mann verliebt. Ich traf ihn wenige Monate nach meiner Trennung. Alles war im Umbruch und ich war gedanklich bei den Umzügen, von denen ich mehrere hatte, bei dem vielen Stress mit dem Ex, der ganzen Umstellung. Das letzte was ich brauchte oder wollte, war ein neuer Mann. Ich traf ihn mehr oder weniger zufällig, fand ihn nett, aber mehr auch nicht. Nur er wollte unbedingt Zeit mit mir verbringen. Ohne jetzt groß in die Details zu gehen: Ich konnte/durfte da nicht wirklich ablehnen. Wir lernten uns kennen. Er war sehr galant, umwarb mich (vorsichtig), zeigte sich von der allerbesten Seite. Interessierte sich auch für mich. Er wusste damals nicht, ob ich gebunden bin oder nicht. Habe ihm erst nach mehreren Wochen erzählt, dass ich getrennt bin. Da hat er mehrere Gänge hochgeschaltet. Ich habe keine Affäre geplant, nicht mal daran gedacht. Gebundene waren für mich Neutren. Nicht mal aus moralischen Gründen. Ich ging automatisch davon aus, dass alle Gebundenen glücklich gebunden und an mir nicht interessiert sind.
Die Idee mit der Affäre kam von ihm. Er hat das sehr vorsichtig an mich herangetragen und auch mehr so als allgemeines Thema. Dabei aber auch klargestellt, dass er da offen ist. Es war von Anfang an klar, dass er verheiratet ist. Aber bei den Geschützen, die er auffuhr, war ich sicher, dass die Ehe entweder offen ist, oder dass es der Frau völlig egal ist. Ach ja, es gab auch natürlich sehr viele "zufällige" Berührungen etc. Jedenfalls dachte ich irgendwann (d.h. nach etlichen Monaten): Warum denn eigentlich nicht?
Und so wartete ich einen günstigen Augenblick ab und sprach ihn an bzw. machte ziemlich deutliche Anspielungen. Ich glaube nicht mal, dass ich in dem Moment verliebt war. Ich fand ihn attraktiv, anziehend, fühlte mich sehr wohl mit ihm und dachte mir einfach warum nicht.
Ab da veränderte sich alles. Er wurde offener, sprach auch von Problemen und Zweifeln (nicht nur in Bezug auf seine Ehe). Zeigte sich als Mensch und nicht als ewiger Sieger. Das hat mich sehr berührt. Ein völlig anderes Bild als ich von ihm hatte (und als das, was er sonst nach außen abgibt). Auch ich öffnete mich. Das hat eine große Nähe geschaffen, ganz ohne S. Und da habe ich mich in ihn verliebt, und es war völlig egal, wie viel ich von ihm "bekommen" kann und dass ich von anderen mehr "bekommen" könnte.
Zitat von Gretchen:Also führt mich das zur nächsten frage: welche beziehungserfahrungen hast du verinnerlicht? (Herkunfsfamilie)
Sehr postitive. Meine Eltern und Großelten sind/waren verheiratet und sind liebe- und respektvoll miteinander umgegangen. Ich hatte eine glückliche Kindheit, in der ich keine Gewalt und keine großen Dramen erleben musste.
Zitat von Gretchen:Du sagst, du möchtest beachtet werden, er hat dir ein einmaliges Gefühl vermittelt- das Gefühl wertvoll zu sein und wertgeschätzt zu werden?
Ja, vor allem als Frau.
Zitat von Gretchen:Wir reden hier von Verliebtheit, recht oberflächlichen Gefühlen, die sich hauptsächlich darauf beziehen, etwas zu kriegen (Unterschied zu liebe: etwas geben)
Ich will auch etwas geben. Liebe ist aber schon ein sehr großes Wort.
Zitat von Gretchen:Ich könnte mir vorstellen, dass es etwas zu betrauern gibt, einen Mangel- du sprichst ja sehr treffend von der Leere.
Du inszenierst vielleicht etwas, um
Diese nicht/ weniger zu spüren?
Ich weiß es nicht. Wie gesagt, es tut mir gut Ziele zu haben, motiviert zu sein. Wenn mir aber wirklich was gefehlt hat im Leben und auch fehlt, ist die Nähe zu einem Mann, den ich begehre und der mich begehrt.
Zitat von Gretchen:Du konsumierst also dieses gefühl, bleibst sehr im außen, extrinsisch motiviert?
Da bin ich überfragt
Bei den anderen Fragen wusste ich ebenfalls nicht so recht, was ich da schreiben kann, außer vielleicht, dass ich aus Prinzip ungern weit in die Zukunft plane. Habe dafür zu intensiv vor den Augen, wie fragil alles ist.