Zitat von Malena3:@Pinie
Wie ich in meiner Ehe unter die Räder gekommen bin, kann ich dir sagen. Ich komme aus einer loyalen, harmonischen Familie. Anderes kannte ich nur theoretisch. Und mit der Einstellung bin ich auch in die Ehe gegangen. Es gab Gründe, warum es meinem Mann nicht gut ging. Die konnte ich (zumindest teilweise) nachvollziehen. Ich wollte ihm helfen, stand ihm bei. So kenne ich das auch von meinen Eltern. Hätte er z.B. eine schwere somatische Erkrankung gehabt, hätte ich ihn bis zum Ende gepflegt.
Irgendwann hing ich einfach schon zu tief drin. Ich blieb auch, weil ich Angst hatte, dass die Lage eskaliert und das negative Auswirkungen auf mein Kind hat (nicht die Trennung an sich, sondern die Eskalation).
Und ja. Dr. Fox lernte ich kennen als ich bei -1000 war. Ich behaupte nicht, einen gesunden Selbstwert zu haben (sofern es das überhaupt gibt). Nur ist mir rätselhaft, wie dieser durch psychologische Arbeit an sich selbst steigen sollte.
Da stellst du ausgerechnet mir jetzt Fragen. ich habe keine Ahnung, was "psychologische Arbeit an sich selbst" sein sollte.
"Irgendwann hing ich einfach schon zu tief drin" ist der zentrale Satz.
Wehrhaft gegenüber den Anfängen sich zeigen, sich gar nicht erst bei einem Vollstoffnarzissten von dessen meisterhaften Nähe-Distanzspielereien irritieren lassen.
Beim ersten "Freeze" aus heiterem Himmel, bei dem ersten offensichtlichen Einschüchterungsversuch spätestens in Distanz gehen.
Macht maximale 3 Monate gescheiterten Beziehungsversuchs.
Keine Rechtfertigungen für respektloses Verhalten erfinden oder von anderen anhören. (Keine Rechtfertigungen selbst bringen wäre ein gutes Übungsfeld). Standfestigkeit proben. Die anerzogene "Loyalität" (übrigens ein zentrales Thema in Alk., nebst Helferkomplex, Kinder aus diesen Familien haben dir gegenüber schnell die Einsicht, dass dies kein Plus für Lebenstüchtigkeit darstellt) mit gesundem Egoismus runter regeln. Die eigenen Bedürfnisse kennen und Verstöße dagegen ahndet man am effektivsten mit gähnendem Desinteresse. Jeden Narzissten aus schlimmem Elternhaus schlägst du damit schnell in die Flucht. Er könnte dich mit seinem Zuckerbrot-Peitsche-Programm niemals dressieren, das trennt sich dann wie Wasser von Öl.
Auf ganz natürliche Weise.
Als Helferlein, das statt konsequent zu reagieren sich durch wortreiches Palaver einlullen lässt, ist man leider eben so schnell Kanonenfutter.
Das positive Lebensgefühl steigt dann, wenn man die eigene Wirksamkeit erlebt.
Flexibel auf unterschiedlichste Gegebenheiten reagieren kann, und dabei seine Interessen durchsetzt.
Neben Glücksgefühle über "Erfolge" ein Gefühl des Selbstvertrauens.
"Ich kann mir vertrauen, meine Bedürfnisse zu erfüllen und mich so weit zu kontrollieren, auch Situationen zu kontrollieren, dass ich am Ende einen positiven Gewinn habe"
Wenn 2 Menschen zueinander passen, dann stellt sich Win-win von alleine ein.
Aber immer schön aufpassen, gerade in einer Liebesbeziehung kann ich nicht blind darauf vertrauen, dass der andere (stets) mein Wohlergehen im Sinn hat.
Es ist immer mal wieder Machtgerangel angesagt. So ein Helferkomplex z.B. ist auch nur ein Versuch, Oberwasser zu erlangen, allerdings einer, den man schnell aushebeln und ausnutzen kann. Im Normalfall geht man damit in unterlegene Position.
Beruflich weisst du das sicher alles und verhältst dich erfolgreich. So wie Verliebtheit ins Spiel kommt, setzt bei vielen (mir auch) weitestgehend der Verstand aus und es laufen unbewusste Programme ab. Die sind mehr oder minder tauglich zu einer zufriedenstellenden Bedürfnisbefriedigung zu gelangen.
Übrigens, ich finde es nach wie vor inspirierend, mit dir zu schreiben.
Da könnte ich in diesem Thread vermutlich schlechter wählen.