Ich möchte gern darauf hier eingehen.
Zitat von megan:- ich bin zurückhaltend und vorsichtig, weil ich schlechte erfahrungen gemacht habe
- von leuten von denen ich denke, sie mögen mich nicht, kann ich nichts brauchbares lernen
- leuten mit potenzial (was bedeutet das ?) sollte man sich rückhaltlos öffnen können
Ich bin zurückhaltend und vorsichtig, aber nicht mal so sehr wegen der schlechten Erfahrungen. Es ist eher so, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass es nur wenige Menschen gibt, die mich verstehen. Mit "Leute mit Potenzial" meine ich die Leute, die zu den wenigen gehören könnten (sind vielleicht 7-8, die ich je getroffen habe), die entweder wegen ihrer Offenheit und Empathie oder (und wahrscheinlich ist es eher das) weil sie selber so ticken, mich verstehen konnten. Da muss man nicht viel erklären. Diese Menschen lassen sich von meiner Optik und von meinen Lebensumständen ("arme, arme AE, muss sicher auf der verzweifelten Suche nach einem Ernährer sein") nicht täuschen. Sie alle kennen den Wert der Leistung, der eben nicht in dem Erreichen an sich liegt, sondern im Weg dahin. Sie sehen meine Stärke und haben selber mehr als genug davon. Sicherlich ist da auch ein ähnlicher Humor und eine gemeinsame Wellenlänge inklusive eines gewissen Pragmatismus (sprich auch Berechnung wird nicht als Sünde angesehen).
Diese Menschen haben gemeinsam, dass sie alle keinen 08/15-Beruf haben, sondern oftmals eine Berufung (oder mehrere), für die sie brennen. Die Dinge, die sie machen, machen sie mit Leidenschaft. Und sie lassen sich auch von gesellschaftlichen Vorstellungen von dem was sich gehört und was nicht nicht limitieren oder zumindest nicht mehr als unbedingt erforderlich. Und meist sind sie in der Weltgeschichte viel rumgekommen und kennen mehr als nur eine Kultur.
Das sind Menschen, die tatsächlich durch mich durchsehen. Ich kann ihnen absolut nichts vormachen, bin ein offenes Buch für sie. Ihr Wort hat für mich viel Gewicht und über ihre Anerkennung oder Ablehnung denke ich viel nach.
Und wenn ich mir so recht überlege, dann weiß ich von mehreren von ihnen, dass sie durchaus mit Zweifeln und Depressionen zu tun haben oder sogar Medikamente nehmen und offen dazu stehen.
Und dann gibt es viele andere, mit denen ich eine gute Kommunikationsebene finden kann. Aber in diesen Fällen passe ich mich den Menschen an, spreche ihre Sprache und sie sehen nur einen Aspekt bzw. das von mir, was sie auch sehen sollen. Wüssten sie auch von anderen, wären sie überfordert oder würden mich komplett ablehen, weil das dann nicht mehr in ihr Weltbild passt.
Ob man sich ihnen rückhaltlos öffnen sollte, weiß ich nicht. In jüngeren Jahren habe ich mir das sehr gewünscht (z.B. in Bezug auf eine Liebesbeziehung/Ehe). Inzwischen bin ich da ernüchtert.
Zitat von machiennelilly:Man möchte anstreben, wegen seiner selbst gemocht zu werden und nicht weil man etwas erreicht hat oder etwas bewiesen hat.
Und wie zieht man da die Grenze? Was ist "deine Selbst" und das, was du geworden bist, z.B. auch wegen der Leistung, die du erbracht hast bzw. wegen des Wegs dorthin?
Zitat von machiennelilly:@Malena3 Du fragst andere ziemlich konkret, und hältst doch selbst noch hinter dem Berg. Warum?
Womit halte ich denn hinter dem Berg? Bin etwas ratlos . . .