Zitat von Mia83333: Ich hoffe das die Vermieterin dem zustimmt das deine Ex alleine den Vertrag übernimmt das wäre am einfachsten.
Absolut, das wäre mein Wunsch.
Zitat von Mia83333: Das was du beschreibst über ihre Schwangerschaft hört sich nach starker verlustangst und nach überhaupt wenig vorhandenem Selbstwertgefühl an.
Weißt du, was das schlimme ist? Als ich sie kennengelernt habe, waren wir beide irgendwie an einem Tiefpunkt im Leben, jeder aus unterschiedlichen Gründen. Ein paar Jahre haben wir uns da unten gemeinsam gehalten, dann haben wir nach und nach unser Leben in den Griff bekommen, sind gewachsen, haben Selbstbewusstsein aufgebaut, das Leben gelebt und die Liebe zueinander genossen.
Dann kam die Entscheidung für ein Kind, wir beide waren so glücklich, weil wir irgendwie beide Angst hatten, der andere würde doch nein sagen, wenn es wirklich "losgehen" soll. Klar hatte sie Angst, dass das Kind ein Trennungskind wird, wegen ihrer Vergangenheit. Aber sie sagte mir auch, dass sie niemals jemanden mehr lieben kann als mich und umgekehrt.
Sie wurde schwanger und sie war so wunderschön, innen wie außen, so glücklich, so verliebt in mich und das kleine Glück in ihrem Leib. Ich war so glücklich.
Sie hatte mehr und mehr Zeit und anfangs füllte sie diese mit Shoppen, Planen des Kinderzimmers, zeigte mir 1000 Dinge für das Kinderzimmer und die Kleine, wollte schon über Dinge sprechen, die wir machen, wenn sie 4,5 oder sogar 10 ist. In ihren Augen lag eine Zufriedenheit und so viel Liebe und Güte.
Irgendwann begann sie dann wieder mehr zu zocken (erst nur Singleplayer) und konsumierte mehr und mehr TikTok. Dann kamen erstmal Kommentare wie "Viele finden schwangere Frauen hässlich" oder "Die Geburt muss echt extrem schlimm sein", der Glanz in den Augen wich ein wenig, war aber noch immer mal da.
Sie sprach immer noch viel von Liebe.
Dann kamen die härteren Dinge - auch durch unsere Hebamme, die sagte nach ihrer Erfahrung kümmern sich 50% der Männer nicht ums Kind, also füttern, wickeln usw. - "Du wirst mich eh verlassen, wenn das Kind da ist. Das machen viele Männer. Und nach 3-4 Jahren kommst du wieder und sagst, es war ein Fehler" oder auch "Es ist heftig, wie viele Menschen schwangere Frauen hässlich und eklig finden. Ich bin das sicher auch und du sagst es nur nicht".
Das wurde mehr und mehr. Gleichzeitig wollte sie aber auch viel mehr S*x - vielleicht um mich zu binden(?).
Plötzlich stürzte sie sich wieder ins Online Gaming, ich schloss mich ihr anfangs an, auch um sie etwas zeitlich unter Kontrolle zu halten (ich wollte keine 16h Sucht-Zockmarathons mehr), aber ich bemerkte auch, dass mich das ausbrannte.
Ich war also anders für sie da, kochte, half im Haushalt, kuschelte mit ihr wenn sie das brauchte usw.
Die Idee, ich könnte sie verlassen, wiederholte sie aber immer öfter.
Und dann plötzlich war der andere da und ich wie Luft. Ihr war fast egal, was ich sagte, machte oder ob ich existierte.
Zu Frauenarztterminen oder Geburtsvorbereitung durfte ich mitkommen "wenn ich unbedingt will", nicht mehr, weil sie sich so freute und es "liebe, wie süß du dich auf unsere Tochter freust".
So, das war länger als gewollt und für mich irgendwie eine emotionale Reise, aber ich wollte einfach nochmal, dass man versteht, wie der Wandel war. Es war kein "Ich geh virtuell fremd weil ich gut drauf bin", sondern der Mensch hat sich verändert.
Alles, was wir uns mental und psychisch aufgebaut haben, ist bei ihr verloren gegangen. Und in der Folge auch bei mir. Ich fühlte mich immer weniger wert, irgendwann wertlos. Mein Leben war mir egal. Ich bin einfach ohne groß zu schauen über die Straße gegangen oder auf dem Rad Risiken eingegangen wie über geschlossene Schranken im Zick-Zack zu fahren. Es war, als ob ich jeglichen Respekt vor dem Geschenk des Lebens verloren habe, obwohl genau das uns ja in Form unserer eigenen Tochter "ins Haus stand".
Heute schwanke ich manchmal noch, aber ich schaffe es wieder, vieles an mir zu mögen oder gar zu lieben.
Sorry für den Wall of Text, ich musste das einfach mal irgendwie loswerden gerade.