PapaInWarteschl
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Zitat von Stella31:Es geht darum, dass du DEINEN Anteil am Scheitern erkennst.
Weshalb du so hyper sensibel mit ihr umgegangen bist. Weshalb du ständig irgendwelche Erklärungen suchst. Und weshalb du so lange nicht spürst, dass da gewaltig etwas in Schieflage war,du aber weiterhin ausgehalten hast.
Deine alten Muster!
Ich denke in der Schwangerschaft war ich sehr sensibel, weil ich nun mal auch schon 36 bin und irgendwie trotz all der Planungen Angst hatte, dass es niemals klappt und ich mich dann irgendwann zu alt fühle.
Als die Nachricht der Schwangerschaft kam, war ich überwältigt und zugleich extrem voll mit Angst, dass wir es auch verlieren könnten.
Zu der Zeit davor habe ich mir auch viele Gedanken gemacht. Sehr viele, in den letzten Tagen und Wochen, auch in der Therapie.
Es gibt in mir einen Gedankengang, der mit mehr Abstand immer plausibler wurde:
Sie hatte eine schlechte Kindheit, keine gute Jugend und ich hab sie sozusagen da herausgeholt und mit ihr ein Leben aufgebaut. Ich fühlte mich immer dafür verantwortlich, dass es ihr immer gut gehen wird und nie mehr so wie früher.
Auch, weil sie sehr oft über diese Zeit gesprochen hat, das immer ein Thema voller Tränen war.
Es war für mich verständlich, dass sie damit nicht in Therapie wollte, weil es ihr schon schwergefallen war, mit mir überhaupt jemandem zu vertrauen.
Und so habe ich irgendwie sehr vieles von außen, vom Leben, was nicht so gut lief, von ihr abgehalten. Ich wollte, dass sie sich einmal lange behütet, wohl und geliebt fühlt und ebenso war ihre Liebe zu mir einfach sehr schön.
Eigentlich auch ein wenig diese "Wir beide gegen den Rest der Welt"-Mentalität.
Je weiter wir im Leben aber kamen, desto schwerer war es nicht nur, das Übel der Welt abzuhalten, aber desto mehr sah sie auch, wie viel Übel ich eigentlich abgehalten hatte und wie unselbstständig sie war.
Von da an habe ich sie überall mit eingebunden und spätestens mit ihrer Ausbildung ist sie extrem gewachsen. Ich habe dann nochmal selbst während Corona mein Leben neu sortiert - sogar auf ihre Motivation hin, sie hat quasi meinen beruflichen Wunsch, den ich nie ausgesprochen habe, verbalisiert.
Wir beide machten viele Schritte gemeinsam, haben das Leben aufgebaut, was wir führen wollten und dabei so viele neue gemeinsame Träume und Wünsche entdeckt.
Und ich glaube, in der Schwangerschaft habe ich - und ein Stück weit auch alle anderen rundherum - sie wieder in die Rolle gesteckt, die sie früher hatte. Man entscheidet für sie, sie ist nicht mehr selbstbestimmt.
Zitat von Casey:War ernsthaft interessiert gemeint. Ich habe das ähnlich. Was die mathematische Aufstellung angeht. Sowas hätte auch von mir kommen können.
Sehr spannend und gut zu wissen, dass das nichts komisches ist, sondern du dann ähnlich bist. Und ich war immer schon so, dass ich Dinge, die vor mir liegen (wie hier die Antworten) "zerlege" und dann entsprechend damit arbeite, kommt mir hier dann wohl zu Gute. Daher entschuldige ich mich aber auch, wenn ich bemerke, jemanden übergangen zu haben.
Zitat von IvanDrago:Ich bin etwas verwundert, dass deine Psychologin mit dir via Ferndiagnose an möglichen Unzulänglichkeiten deiner ehemaligen Partnerin diagnostiziert.
Wir haben viel über sie gesprochen, weil das mein Hauptpunkt persönlich war, aber ich wurde immer wieder sanft auf mein eigenes Leben geführt, worüber ich reden soll. Habe da eine große Menge gelernt.
Zitat von IvanDrago:(Suizidgedanken, Aggression, die Tatsache, dass du dich in einer "Vaterrolle" für sie verantwortlich fühlst, Suchtpotenzial...)
Ersteres ist eher eine Sache der Vergangenheit und eine Art Ultima Ratio Drohung, mit der ich unterbewusst hoffe, Ruhe und Harmonie für mich zu erzeugen. Aggressionen habe ich so im normalen Leben tatsächlich nicht, auch wenn es in der Jugend mal Gewaltfantasien gab, die aber auch therapiert wurden. Tatsächlich sind Plattformen wie Foren dann eher ein Punkt, an dem ich so agiere, was hauptsächlich daran liegt, dass ich eine negative Grundeinstellungen zu Menschen im Internet habe und im Speziellen noch zu genaueren Dingen, die jetzt nicht relevant sind.
Aber auch da, ich habe Werkzeuge, dagegenzusteuern, das klappt nur bisher nicht immer. Vor allem dann, wenn ich einem Gegenüber das Gefühl habe, dass bewusst ein für mich negatives, herablassendes oder vorwurfsvolles Narrativ an realen Argumenten vorbei gehalten wird.
Zitat von IvanDrago:Ist die Dame Psychologin, oder Psychotherapeutin?
Sie ist Psychologische Psychotherapeutin sowie auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.
Zitat von IvanDrago:Ps. Die von dir damals erwähnte Tatsache, dass sie deine Ex ebenfalls zu Therapiegesprächen eingeladen hätte, ist auf dieser Ebene eigentlich ein No-Go. Da bin ich stark verwundert.
Sie hat sie nicht eingeladen, sie hat gesagt, dass es sich für sie anbieten würde, so von außen betrachtet. Ich habe dann meiner Ex gesagt, dass ich für sie nach einem Termin fragen kann. Als ich nochmals selbst in Therapie das Thema ansprach, wurde mir gesagt, dass man selbst kein Angebot machen, aber an gute Kollegen vermitteln kann.
Vermutlich hab ich das selbst falsch aufgefasst.
Zitat von IvanDrago:Ansonsten scheinst du aber mittlerweile den richtigen Pfad betreten zu haben. Viel Glück weiterhin!
Danke, ich versuche mein Bestes, auch wenn das von außen betrachtet mal mehr wie Sche*ße und mal mehr wie Schokopudding aussehen kann.