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11,5 Jahre + Wunschkind Trennung wegen Online-Mann

M
Zitat von Brightness2:
Naja, als Papa ist er der Tochter gegenüber barunterhaltpflichtig und auch der Mutter, mindestens für die nächsten drei Jahre. Diese ...

Kindesunterhalt geht vor Betreuungsunterhalt, wenn er nach Abzug des Kindesunterhaltes nur noch den selbstbehalt hat muss er der Kindesmutter gar nichts zahlen.
Mir hätte auch betreuungsunterhalt und nachehelicher unterhalt zu gestanden, mein Exmann war aber nicht leistungsfähig, somit ging ich nach Abzug des Kindesunterhaltes leer aus.

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PapaInWarteschl
@Dudo
Ich lasse dir mal den Screenshot da und kann dir sagen, dass ich definitiv weiß, dass es in den Bereich gehen kann und auch geht.


@Brightness2
Tatsächlich bezahle ich aktuell noch gar nichts, ab diesem Monat nimmt sie das Kindergeld alleine und ich lege noch etwas drauf - das wird kommenden Monat nochmal etwas mehr sein, weil ich dann ja wieder in Vollzeit arbeite.
Sie kommt mit dahingehend entgegen, dass wir das ganze nicht anwaltlich und über Institutionen abgemacht haben, sondern untereinander. Ich weiß durch den Anwalt auch, was ich bezahlen müsste. Da Ex weniger wollte, geht die Differenz auf ein ETF-Sparkonto für die Kleine.

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A


11,5 Jahre + Wunschkind Trennung wegen Online-Mann

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PapaInWarteschl
Ich könnte mich gerade selbst metaphorisch ohrfeigen, ganz ehrlich.

Heute war ja grottiges Wetter, ich war bei Ex und mit der Kleinen alleine im Kinderzimmer, über eine Stunde eine schöne Zeit gemacht, mit ihr geredet, gewickelt, gefüttert, gekuschelt - halt alles, was gute Qualitytime so ist.
Irgendwann kam Ex rein und ich hab wie immer gefragt, wie die Kleine zuletzt war, ob ich etwas bestimmtes wissen muss usw., also das, was ich als Vater eben immer frage.
Plötzlich setzt sie sich auf den Boden, atmet ganz komisch ein und fängt völlig aufgelöst an, wie schlimm die Kleine gestern Nachmittag, Abends und in der Nacht war, dann fing sie an zu weinen, dass momentan einfach alles sche*ße im Leben ist, dass ihre Stirnbehandlung nicht zu klappen scheint, ihr Magen ihr echt Angst macht, dass sie irgendwann umkippt, sie isst nur noch 300-500 kcal am Tag und versucht es, aber mehr geht nicht. Sie hat Angst, zu sterben und nicht mehr zu sehen, wie die Kleine groß wird und was für ein toller Papa ich sein werde usw.
Ich saß einfach da, völlig perplex im Inneren, nach außen kalte Miene. Anstatt dann zu sagen "Wird schon wieder" hab ich dann - einfach weil es mich seit Wochen nervt, dieses Thema Magen - richtig losgelegt und ihr erstmal gesagt, was sie eigentlich ihrem Körper für eine absolute Sche*ße unterzieht. Nur noch Proteinfraß, kommt am Tag aber maximal auf einen Liter trinken, ihre ganzen Zusatzsachen wie Collagen u.a. - all das ist total falsch, sie sollte endlich mal aufwachen von ihrem Trip und erstmal wieder lernen, normal zu essen.
Dann blickt sie mich länger an, sagt schluchzend "Ich hab die letzten Tage sogar Süßigkeiten gegessen, die machen keine Probleme" und dann hab ich ihr gesagt: "Dann iss endlich mal wieder mehr Kohlenhydrate, du bist momentan gar nicht in der Lage, den Lebensstil zu führen, den du bei der Proteinzufuhr brauchst."
Sie dann: "Meinst du?" - "Ja."
"Ja, aber du isst doch auch so viele Proteine" meinte sie, ich dann "Ja und ich geh ins Gym und ich trinke 3,5l Wasser am Tag."
Dann hat sie nichts mehr gesagt, ist irgendwann aufgestanden um sich das Gesicht zu waschen und die Nase zu putzen.
Ich bin dann etwas später wieder los, musste noch einen Abendtermin auf der Arbeit wahrnehmen.
Sie meinte dann "Danke für deine Tipps. Du musst mir nicht helfen und tust es trotzdem. Danke".
Ich hab dann gemeint "Wenn damit endlich das Selbstmitleid aufhört, gut. Wir haben eine Verpflichtung ihr gegenüber" - ich hab auf unsere Tochter gezeigt - "und damit auch uns gegenüber. Wir sehen uns morgen beim Kinderarzt."

Und dann bin ich gefahren. Warum zum Teufel habe ich mich auf das eingelassen? Warum ihr noch einen Tipp gegeben? Es ist genau die gleiche, jämmerliche Version von mir, die immer noch nicht erträgt, wenn jemand leidet. Immer noch die schwache Version, die allen helfen will. Dabei hab ich mich die letzten Tage so viel besser gefühlt.
Es ärgert mich gerade so extrem.

#2553


S
@PapaInWarteschl
Ich fand deine Reaktion aber gut und menschlich. Ihr ging es wirklich schlecht. Du hast nichts von dir aufgegeben. Für euer Kind wäre ein normaler zwischenmenschlicher Kontakt auch gut. Außerdem hast du sie darauf hingewiesen, dass ihre Gesundheit wichtig für das Kind ist. Ich kann nicht erkennen, dass du dich irgendwie aufgegeben hast. Und so sauer, wie du ihr alles gesagt hast, hat das für mich gerade nichts mit Helfersyndrom zu tun. Es ist eher eine Erwartungshaltung heraus zu lesen, dass sie sich gesund ernähren soll, damit sie auch ihr Muttersein erfüllen kann.

x 8 #2554


alleswirdbesser
Sie ist die Mutter deiner Tochter, so egal kann dir ihr Zustand dann auch nicht sein.

x 5 #2555


aequum
@PapaInWarteschl
Ich finde du hast dich gut und richtig verhalten. Natürlich darfst du dir Sorgen darüber machen, wie es der Mutter deines Kindes geht. Außerdem bist du kein Eisklotz.

x 9 #2556


C
Zitat von PapaInWarteschl:
Und dann bin ich gefahren. Warum zum Teufel habe ich mich auf das eingelassen? Warum ihr noch einen Tipp gegeben? Es ist genau die gleiche, jämmerliche Version von mir, die immer noch nicht erträgt, wenn jemand leidet. Immer noch die schwache Version, die allen helfen will. Dabei hab ich mich die letzten Tage so viel besser gefühlt.
Es ärgert mich gerade so extrem.


Ich finde du hast hervorragend reagiert.

x 4 #2557


PapaInWarteschl
@Sincerite @alleswirdbesser @aequum @Casey
Danke euch, ihr Lieben, ich hab gerade echt das Gefühl, irgendwie meinen ganzen Fortschritt verloren zu haben und ärgere mich total. Dann lese ich eure Worte und merke, dass ich mich zusammenreißen muss, nicht loszuweinen.
Irgendwie schon sehr verwirrend alles.
Natürlich tut es weh, sie so zu sehen und natürlich möchte ich, dass meine Tochter eine tolle, fitte Mama hat. Ich dachte nur, ich habe ihr jetzt zu viel "gegeben", mehr als ihr "zusteht".

Danke fürs Erden - von Herzen danke.

x 3 #2558


S
Zitat von PapaInWarteschl:
dass ich mich zusammenreißen muss, nicht loszuweinen.

nein, nicht zusammenreißen, einfach losheulen, es hat seinen Grund, dass das gerade so ist.

x 4 #2559


aequum
@PapaInWarteschl
Du hast Gefühle (für beide) und die sollte man rauslassen.
Es schadet nicht wenn du dich ihr gegenüber besorgt und mitfühlend zeigst. Schließlich seid ihr nach wie vor (als Eltern) miteinander verbunden.

x 4 #2560


GreenTara
@PapaInWarteschl
Du hast ihr zugehört, Tipps gegeben und sie an ihre Verantwortung erinnert. Hast ihr gesagt, dass sie kein Selbstmitleid pflegen, sondern handeln soll.
Was denkst du im Nachhinein, warum falsch an deinem Verhalten? Du hast doch schon allein eurer Tochter wegen ein Interesse, dass sie gesund wird.
Körperliche Trostnähe würde ich allerdings unterlassen.

x 3 #2561


S
Zitat von PapaInWarteschl:
Ich dachte nur, ich habe ihr jetzt zu viel "gegeben", mehr als ihr "zusteht".

Ich habe noch nie gedacht, dass jemandem etwas nicht zusteht. Wenn ich übrig habe, gebe ich. Wenn ich meine, zu viel gegeben zu haben, dann habe ich nicht auf mich aufgepasst und bin leer gelaufen. Oder ich habe geholfen und bin dabei ausgenutzt worden. Dann habe ich auch nicht auf mich aufgepasst. Du hast ihr außerdem Tipps zur Selbsthilfe gegeben.

x 3 #2562


PapaInWarteschl
Zitat von GreenTara:
Was denkst du im Nachhinein, warum falsch an deinem Verhalten?

Ihr Leben sollte mich nichts mehr angehen, ich sollte mir keine Sorgen um sie machen müssen, andere sollten sich um sie kümmern, ihr sagen, was sie falsch macht und sie wieder ins Leben zurückbringen. Nicht ich, der Distanz sucht, der sich gerade ein Leben ohne sie aufbaut - auf ihre Initiative hin, wohlgemerkt.
Aber das ist auch falsch, ihr habt recht. Wir sind Eltern, wir werden immer ein Team sein (müssen) - das beste, was es für die Kleine geben kann.

Zitat von Sincerite:
Ich habe noch nie gedacht, dass jemandem etwas nicht zusteht.

Mir fiel einfach kein besseres Wort ein. Quasi einfach, dass sie mich nicht mehr im Leben haben wollte, ich lerne danach zu leben und dann mach ich doch so einen großen Schritt auf sie zu. Falls das Sinn ergibt.

x 3 #2563


S
Zitat von PapaInWarteschl:
Wir sind Eltern, wir werden immer ein Team sein (müssen) - das beste, was es für die Kleine geben kann.

🎯
Zitat von PapaInWarteschl:
sie mich nicht mehr im Leben haben wollte, ich lerne danach zu leben und dann mach ich doch so einen großen Schritt auf sie zu

Du meinst, du hast vielleicht eine Grenze überschritten, weil ihr getrennt seid? In diesem Fall nicht, weil sie dir ihren Zustand gezeigt hat und damit offen für Tipps war. Man könnte vor den den Tipps vielleicht noch fragen, ob sie deine Meinung dazu hören möchte.

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GreenTara
@PapaInWarteschl
Wenn es jemanden nicht gut geht, kann man entweder mitleiden, oder mitfühlen.
Im ersten Fall würdest du ohne innere Distanz auf ihre Situation eingehen, im zweiten Fall hast du einen inneren Abstand zum Selbstschutz; aber dennoch ist es ein Gebot der Menschlichkeit, hinzuschauen.

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A


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