Zitat von QueenA: Aus dem was Du per Text hier teilst, erscheint es mir so, dass Du ein Bild von Familie hattest/hast und rundherum eine Illusion und Projektion auf deine Ex bezogen hast. Moeglicherweise wolltest Du auch nicht erkennen, dass der Abgleich mit der Realität nicht stimmig gewesen wäre und brauchst auch deshalb noch um Deiner Enttäuschung darüber zu verarbeiten.
Ja, da liegt wohl ein Stück Wahrheit drin. Anfangs wollte ich nicht mal eine Familie, weil ich selbst wusste, unser Leben ist viel zu brüchig und instabil, wir beide als Zocksüchtige ohne Arbeit. Der Gedanke an eine Familie und eine mögliche Ehe kam erst, als wir unser Leben in den Griff bekommen haben. Damals (und bis zum Oktober 2025) dachte ich ehrlich, wir hätten diese Zeiten hinter uns und uns im Griff. Ich habe nie für möglich gehalten, dass sie nochmal Internet- oder spielsüchtig werden könnte. Insgesamt ist es wohl eher eine Sucht nach den Möglichkeiten des Mediums Internet.
Vielleicht habe ich auch verdrängt, dass es nie eine therapeutische Aufarbeitung gab und ich nicht sehen wollte, dass wir (oder sie) nicht so weit weg sind von einem "Absturz".
Zitat von QueenA: Das sind erwachsene Menschen und treffen ihre Entscheidungen, weshalb sie was tun. Auch Grenzen setzen, wenn sie das wollen. Das darfst du ihnen zutrauen.
Ja klar, absolut. Ich meinte das eher im Bezug darauf, dass sie sich zu wichtig nimmt. Ohne Enkelkind würden meine Eltern vermutlich jetzt nach der Trennung keinen Kontakt mehr zu ihr haben, so meine ich das.
Zitat von QueenA: Du gibst ihr genug Raum. Grenzen setzen. Konsequent.
Das ist eben der Punkt, an dem ich schwach bin, sag ich ehrlich. Einfach aus der Sorge heraus, wenn ich dort bin und sage "Ich möchte die Zeit mit der Kleinen genießen und nicht mit dir reden" oder so etwas, dass sie wieder durchdreht oder richtig bockig wird. Man sieht ja, dass das schnell geht.
Zitat von QueenA: Das ist gut, dass du dich da selbst ins Visier mitnimmst. Auch für aktuell gilt, dass du ein Teil des Ganzen elterndaseins bist und das mit gestaltest. Wenn du was kritisierst, dann bezieh dich da ein.
Ich selbst trage absolut eine Mitschuld. Indem ich so ticke, dass ich alles verstehen muss, lasse ich nicht los, was ich nicht verstehen kann. Natürlich weiß ich, sie hat kein Interesse mehr an mir, hat mich - wie ich hier durch das Forum auch erkennen konnte - vermutlich lange nicht mehr geliebt oder vielleicht auch nie und an dem Punkt, an dem ich nutzlos wurde, hat sie mich entsorgt.
Ich sehe die Logik und den Ablauf, aber ich verstehe diese extreme Wandlung nicht, das ist das, was mich immer wieder mal denken lässt. Ich dachte immer, ich habe eine gute Menschenkenntnis, aber bei ihr setzte sie da aus. Ich habe wirklich geglaubt, dass sie sich auf ein gemeinsames Kind freut, dass sie mich liebt und dass sie diese Zukunft, von der sie redete, wirklich wollte. Heute weiß ich: Das alles wird nicht gestimmt haben. So schmerzlich die Worte von jemandem wie @IvanDrago waren, so korrekt sind sie aber auch.
Zitat von QueenA: Dein Leben zu gestalten und auch neue Visionen und Erfahrungen zu machen sind Entwicklung und auch einfach der Lauf des Lebens. Alles Gute für alles was neues auf dich zukommt.
Danke. Es ist momentan sehr viel, was ich irgendwie machen, verändern oder neu arrangieren muss, das kostet echt viel Energie. Und ich merke schon, wenn ich mal am unteren Ende der Batterie angekommen bin, dann überrennt mich auch mal Trauer.
Aber es hilft nichts. Rauslassen und dann weitermachen.
Zitat von QueenA: Zum Thema JA: natürlich kannst du dahin. Aber ich überlege gerade folgendes: du gehst bei deiner Ex um den Umgang dort auszuführen und sie macht das mit, ihr seid bemüht einen Umgang zu gestalten. Wozu dann das JA?
Also die Idee war ja eher zur Beratung für den Fall, dass es eben schlechter wird. Wenn wir das so hinbekommen wie gestern, dann wäre das schon mal toll und ausreichend.
Heute habe ich offen kommuniziert, dass ich mit Halsschmerzen und verstopfter Nase unsicher ob eines Besuchs bin und wir haben gemeinsam als Eltern entschieden, dass das Risiko einer Infektion etwas ist, was wir ungern nehmen möchte.
Das ist gut, das ist Elternsein.
Zitat von QueenA: Regel deine Wohnsituation, so dass der Umgang / Übernachtung eurer Tochter in deinen eigenen vier Wänden passiert. Das würde Ruhe für alle bedeuten.
Ich arbeite daran, hab aber erwartet, es würde schneller gehen. Gut, mich "hetzt" keiner, also nehme ich es, wie es kommt.
Zitat von QueenA: Alles Gute!
Danke dir vielmals!