So, ich versuche jetzt mal, allen irgendwie zu antworten, mache das aber direkt mit Ansprache statt Zitaten.
@Blindfisch
Natürlich sind die Gedanken abartig und schmerzend, dass die Frau, die man liebt, sich auf einen anderen einlässt und ich könnte mir auch jetzt nie vorstellen, jemals mit der Person zu reden, geschweige dann ihm mein Kind anvertrauen zu wollen. Dennoch sehe ich meine Ex nicht als Besitz oder ähnliches, solche antiquierten, machoartigen Ansichten sind mir fremd.
@FloraVita
Dankeschön, ich versuche, trotz aller Widrigkeiten, meinem Kind das beste Leben zu ermöglichen, daher kann ich nicht einfach fliehen. Ich bin 50% der Entscheidung, ein Kind zu bekommen, also kann ich nicht am Ende 100% bei der Mutter lassen.
Ausziehen möchte ich auch nicht sofort, man liest oft genug, was bei Frauen nach der Schwangerschaft passieren kann und mein Kind soll am Ende keine traurige Nachricht in einer Zeitung sein.
@Sonnenschein85
Also klar, sie könnten sich aktuell treffen, aber sie will es nicht. Sie meinte zu mir, er hätte gefragt und sie hat abgelehnt. Offiziell, weil sie nicht weit fahren möchte während sie hochschwanger ist (ich glaube, er würde kaum in unsere Kleinstadt kommen und der nächste Flughafen ist eine gute Stunde entfernt), ich denke aber eher, weil sie sich mit großem Bauch nicht attraktiv genug fühlt.
@Dudo
Du hast schon recht, sie hat es bequem und sie kann erzählen, was sie will, ob das die Wahrheit ist, steht auf einem anderen Blatt.
@DrillingsPapa
Diese Wendung verwundert mich auch. Im Mai und Juni haben wir es mit dem Kind zeugen voll versucht, also mit Tage tracken, Temperatur messen usw.
Im Juli wurde sie schwanger, war überglücklich, musste aber ins Beschäftigungsverbot. Die ersten Wochen ging es ihr permanent schlecht. So im Oktober herum ging es ihr besser und sie fing dann an, wieder mehr zu machen und zockte auch wieder - das hat sie über ein Jahr lang immer als verhasstes ehem. Hobby angesehen. Erst Solospiele, dann wieder das alte MMO, welches wir zusammen gespielt haben. Gleichermaßen begann bei ihr immer mehr das Thema Angst einzusetzen. Angst, eine schlechte Mutter zu sein, Angst vor den Schmerzen einer Geburt usw. Je mehr Angst sie geäußert hat, umso mehr Zeit hat sie in das Zocken gesteckt. Ich habe dann mehrfach meine Sorgen geäußert, sie könnte wieder in eine Spielsucht geraten wie vor 10 Jahren. Das hat sie abgetan.
Kurz danach kam dann so langsam der andere Typ ins Spiel und ab dem Punkt an hat sie 90% des Lebens ignoriert. Nur die FA Termine hat sie wahrgenommen.
Vor der Schwangerschaft hat sie mich ja sogar noch gefragt, ob ich sie auch wirklich liebe und diese Beziehung mit ihr auch auf immer haben möchte, weil sie selbst wünscht sich das und nur dann möchte sie auch ein Kind. Hat ja lange gehalten, die Ansicht...
@silos
Ich weiß, dass dur recht hast und ich weiß, dass ich die Trennung akzeptieren muss. Ein Teil von mir hat das auch bereits. Aber die Sorge um unsere Tochter ist eben etwas, weshalb ich bleiben will, bleiben muss.
Dass sie selbst sich Luftschlösser baut, sollte absolut klar sein.
Frage mich, wie man aus 1200km Luftlinie Entfernung mal beim Windelwechsel helfen soll oder mal das Kind übernimmt, damit die Mutter etwas Schlaf finden kann.
@Marly7
Das ist eine sehr interessante Antwort. Mir war bewusst, dass es Schwangerschaftsdepressionen gibt, aber Psychosen habe ich so noch nicht gehört. Ich werde das auf jeden Fall mal ansprechen, sowohl bei meiner Therapeutin als auch bei dem Paartherapeuten, mit dem ich Kontakt habe.
Wenn sie selbst schon keine Hilfe holt, kann ich es aber machen.
@Fenjal
Das ist zwar ein wenig herablassend geschrieben, aber ich antworte gerne. Zum einen ist sie nicht dauerdepressiv oder Dauerzockerin oder so.
Als wir uns kennenlernten, war es nicht so schlimm, es wurde erst mit dem Zusammenziehen schlimmer. Da begannen tägliche Anrufe mit Beleidigungen, auch bei unseren Vermietern und Nachbarn wurde über uns falsche Dinge erzählt. Ihre Mutter hatte viel Geld und hat uns sogar beschatten lassen. Sie wusste fast alles aus unserem Leben. Wir sind wieder umgezogen und das gleiche ging von vorne los. Ich wollte einen Anwalt nehmen, aber sie hatte es clever angestellt und keine wirklichen Beweise hinterlassen, die wir nutzen wollten.
Anrufe hätten wir aufnehmen können, aber das würde nicht zugelassen werden.
Wir sind dann 200km weg gezogen, in meine Heimat und dann hörte der Terror langsam auf. Plötzlich wollte die Mutter guten Kontakt usw., aber den gab es nie.
Immerhin ist es heute so, dass sie losen Kontakt mit ihrem Vater hat (ihre Eltern sind geschieden) und sie ihrer Mutter einfach aus Pflichtgefühl zu Weihnachten, Neujahr und Geburtstag gratuliert.
Ansonsten ist sie berufstätig, verdient sehr gut (sogar knapp mehr als ich), wir haben ein ordentliches Polster aufgebaut, könnten also auch z.B. ein Haus kaufen o.ä. Sie hat sogar die letzten 1-1,5 Jahre nicht mehr wirklich etwas gezockt, außer sie hat sich voll drauf gefreut (z.B. mal 2 Spiele auf der Switch).
Also ja, es war ein Wunschkind, die Veränderung in ihr kam erst seit der Schwangerschaft (wie weiter oben geschrieben)
@AjnosXX
Ich hätte mir auch gewünscht, sie würde bereits in Therapie sein und nicht erst aktuell ab und an davon reden, nach der Geburt eine machen zu wollen - bzw. war das mal ein Thema.
Ansonsten ja, ich habe meine Eltern als Unterstützung, unsere Konten sind so eingerichtet, dass keiner von uns über eine große Summe ohne die Zustimmung des anderen verfügen kann usw. Also rechtlich bin ich relativ sicher, aber auch da werde ich noch Termine bei Beratungsstellen machen.
@Worrior
Das mit dem sofortigen Auszug habe ich ja erklärt, ich würde das Kind nicht sofort bekommen können, da steht genug im Weg, ergo bleibe ich, um auf das Kind aufzupassen.
@OxfordGirl
Das Thema habe ich auch in Betracht gezogen, denke aber - vielleicht auch fälschlicherweise - dass meine Ex sowas erkennen sollte, immerhin haben wir z.B. alle Folgen von "Catfish" gesehen.
@Wulf
Da hast du schon recht, wenn das zum kippen reicht, wird da nicht mehr viel kommen.
@HierDerNameNEU
Danke für das Teilen deiner Geschichte, das zeigt immerhin, dass man nicht alleine ist. Wie gesagt, je mehr ich hier lese und schreibe, umso klarer dass ich auf lange Sicht gesehen gehen muss, aber noch muss ich an das Kind denken. Vater sein, nicht Partner.
@Sternenguckerin
Danke für deine Worte. Genau, wir sind jetzt bei 36+5 angekommen. Eigentlich sollte alles auf "Nestbau" ausgerichtet sein, was es irgendwie ist, aber nicht für ein gemeinsames Nest.
@Chrome
Viele Sachen sind bereits geklärt bzw. habe ich zeitnahe Termine, um Dinge zu klären und Hilfe zu bekommen. Ich habe auch einen Notfallplan, sollte sie sich nicht um das Kind kümmern - da ist vieles im Hintergrund in die Wege geleitet worden. Aber natürlich sollte das im besten Fall alles nie notwendig sein.
Mir geht es langsam nicht mehr um die Beziehung, die hat sie zerstört, sondern um das Kind.
@Anacapri
Das Vertrauen ist auch zerschmettert worden. Natürlich hört Liebe nicht so einfach auf, wenn man verletzt wird. Diese Liebe in mir will natürlich immer noch irgendwie ein Comeback, aber gleichermaßen weiß ich, dass ich mehr wert bin als das, was sie aus mir macht.
@GreenTara
Mir tut es sehr leid, dass du einen sehr schweren Weg hattest und ich danke dir sehr, dass du auch einen etwas anderen Blick auf das Ganze wirfst, weil es mir Möglichkeiten zum nachdenken und verstehen gibt. Und es zeigt mir auch, dass eindimensionales Denken niemals ausreichend ist, um einen Menschen in der Gesamtheit seines Seins zu erfassen. Gescheitert an den Umständen klingt zwar erstmal komisch, trifft es aber ziemlich gut.
@Ameise_78
Also meine Therapeutin meint, es klingt stark nach einer psychischen Veränderung, die fast in einer Art Realitätsflucht gemundet hat. Sie wird sich vielleicht der Erwartung bewusst, die an sie gestellt werden. Auch und gerade durch sich selbst, da manche, die eine schlechte Kindheit haben, zu einem Überperfektionismus bei eigenen Kindern neigen und das ist eine immense Belastung. Dazu kommt die Angst, ebenso zu versagen. Außerdem fällt der große Halt, der eigene Partner, ein wenig weg, zum einen weil man sich von dem nicht mehr nur als Mensch, sondern auch als Mutter gesehen fühlt, zum anderen auch, weil man ihm eine Mitschuld an der Veränderung gibt. Und meine Ex hatte schon immer Schwierigkeiten mit Veränderungen.