Zitat von PapaInWarteschl: Die Tage sind komisch, wenn wir Zeit mit dem Kind verbringen (wir arbeiten uns viel zu, damit es der Kleinen gut geht, das ist immer der erste Fokus) dann klappt alles.
Total verständlich. Mit eurer Tochter seid ihr in einer Art "Überlebensmodus". Alles dreht sich um die Kleine, sie fordert und braucht eure Fürsorge. Dadurch bleibt euch schlicht keine Zeit um euch mit etwas anderem zu beschäftigen. (auch gedanklich)
Zitat von PapaInWarteschl: Abends, so wie jetzt, schließt sie ihre Tür, ich meine und ich weiß, sie ist dann wieder mit ihrem Partner am quatschen und ich merke, dass ich sie beleidigen will, sie fertig machen will und ihr irgendwie auch schaden will. Würde ich nicht machen, keine Sorge.
Für mich ein klares Zeichen, dass du raus musst und wirkliche Distanz brauchst. Diese angestauten Emotionen die da in dir stecken werden immer mehr an dir nagen und zusammen mit dem Schlafmangel und dem Stress durch das Baby wird es irgendwann emotional aus dir herausbrechen. Nicht, dass du ihr dann schaden willst, aber es könnte verbal völlig eskalieren. Unterschätze den Stress und den Schlafmangel nicht. Die Babyzeit kann schon für solide Partnerschaften eine echte Belastungsprobe werden. Und bei euch ist gerade alles andere als solide.
Zitat von PapaInWarteschl: Ich merke, dass es irgendwie mehr Distanz gibt bzw. ich diese mehr schaffe im Kopf, zeitgleich aber auch nicht.
Absolut verständlich. Ihr entfremdet euch, bzw sie hat sich dir gegenüber entfremdet. Dadurch entsteht auf einer Seite Distanz. Da ihr aber trotzdem zusammen in der gleichen Wohnung aufeinander hängt kann nicht wirklich eine richtige Distanz entstehen.
Zitat von PapaInWarteschl: Sie wurde wütender und saurer, ich habe das gemerkt. Die Kleine wollte einfach nicht aufhören, egal was war. Erst nach einer knappen Stunde kamen wir auf die Idee, sie an die Brust zu legen. 2 Minuten später war sie ruhig und von da an alle 40-50 Minuten wieder. Gut, dass wir beide frei haben.
Die Nächte sind hart. Aber es wird auch wieder besser. Ich würde ihre Wut und ihren Frust nicht überbewerten. Was nicht bedeutet, dass ich ihr Verhalten entschuldige - ganz im Gegenteil: das Kind anschreien und die Nerven verlieren geht gar nicht! Aber Schlafmangel, Stress und Überforderung können einen Menschen echt an den Rand der Verzweiflung bringen. So wie du die Situation schilderst, ist sie auch total unvorbereitet. Ich denke sie ist völlig überlastet und kommt mit dem Baby absolut nicht zurecht. Passt bitte gut auf. Ein Baby ist sehr verletzlich und schneller im Frust totgeschüttelt als es sich so manche Eltern vorstellen können.
Zitat von PapaInWarteschl: Ich denke viel darüber nach, was passieren wird, wenn ich Ex sage, dass ich eine Besichtigung habe oder gar eine Wohnung. Ab dem Punkt wird die Hölle losgehen,
Denke ich auch. Aber ihr muss bewusst werden, dass das die Konsequenzen ihrer Taten sind.
Zitat von PapaInWarteschl: Sie meinte immer nur "abgemacht war bis sie zur Tagesmutter kommt". Stimmt, gebe ich ihr recht. Aber damals hatte ich auch noch Hoffnung auf ein Comeback, so dumm und falsch das war.
Abgemacht war auch, dass ihr eine Beziehung führt, ein Baby bekommt und monogam zusammenlebt. Dass ausgerechnet sie dir nun vorwirft, du würdest dich nicht an Abmachungen halten empfinde ich als paradox. Wenn ich du wäre würde ich immer wieder darauf hinweisen, dass sie die Trennung wollte, sie nun neu verpartnert ist und damit du die Konsequenzen ziehst.
Zitat von PapaInWarteschl: Vorgestern oder so meinte sie "Ich brauch mehr Unterstützung, alleine mach ich das sicher nicht, das kann ich nicht".
Da habe ich gemeint "Das ist das Leben, welches du dir ausgesucht hast. Frag deinen Partner nach Hilfe."
Da kam von ihr nicht viel, nur wieder "Tzz, typisch. Männer und der Fluchtreflex, wenn das eigene Kind da ist."
Ich bewundere dich dafür, dass du da ruhig bleibst. Ich könnte das nicht. Auch hier würde ich ihr klipp und klar sagen: Du hast dich von mir getrennt, du lebst nun in einer neuen Partnerschaft.
Es klingt, als würde sie es umdrehen, als gäbe es den Esten gar nicht, sondern als wäre dir die Situation mit Kind und Partnerin zuviel.
Mir kam dadurch ein Gedanke: kann es sein, dass sie in der Schwangerschaft zu der Annahme gekommen ist, dass du so oder so die Beziehung beenden würdest, wenn das Kind da wäre? Diese Aussage " Männer und der Fluchtreflex, wenn das eigene Kind da ist." klingt als hätte sie das die ganze Zeit erwartet. Manchmal machen Menschen dann etwas um diesem Worstcase-Szenario zuvor zu kommen und sie demontieren dann ihre eigene Beziehung, damit dieser Worstcase nicht eintrifft (sie also die Kontrolle über die Situation behalten). Das würde ein wenig (für mich) auch dieses seltsame Verhalten von ihr erklären, dass sie sich einerseits sich in Trennungsphantasien und Estenliebschaftsträumereien verliert, andererseits aber die Trennung nicht real umsetzen will (z.b. durch getrennte Wohnungen)