Zitat von megan: Da muss eine andere Lösung her, als die von ihr (und dieser Psychologin? kinderlos?) avisierte.
Hi servus!
zunächst, die kinderlose Psychologin halte ich für a bissi polemisch.

Persönlich stelle ich mir das ganz anders vor: Im Regelfall wird die gute oder mittelmäßige Thera versuchen, die Frau zu stabilisieren, denn ganz offensichtlich gibt es einen durchaus ernst zunehmenden Leidensdruck. Gehen wir mal vom klassischen Regelfall aus, beginnt das Gespräch, wenn wir ne Gesprächstherapie als Rahmenbedingung festlegen, mit einem "wie geht es Ihnen" oder einem "wie fühlen sie sich".
Spinnen wir das ganze weiter, wird die Ehefrau vom Papamensch mit einer mehr oder weniger differenzierten Aussage wie nicht gut, besser als gestern letzte Woche etc reagieren. Sprich über kurz oder lang kommen die auf Belastungssituationen zu sprechen.
Unter Maßgabe dessen das einer der großen Klassiker ja ist, der Klient soll selbst-ermächtigt werden, kommt dann die Frage, was sie denn entlasten würde, welche Dinge besonders viel Kraft fordern etc....
Und zwar eigentlich immer, ohne konkrete Handlungsratschläge!
Was aber hört der Klient vor allem im ersten Jahr, meine Thera hat gesagt.

richtig wäre, wir haben besonders über diese eine konkrete belastende Situation geredet und ich habe mich darin bestärkt gefühlt, dieses oder jenes zu verändern oder blub.
Weißt Du, was ich meine?
Ich will in keinster Weise dem Papamenschen (finde ich im übrigen einen sehr spannenden Nick) unterstellen, daß seine Wahrnehmung nicht stimmt, ich glaube aber daß die Schlüsse, die er zieht, nicht die einzigen sind, die man daraus ziehen könnte.
Seine Frau ist möglicherweise im Tunnel, also aufgrund der empfundenen Überforderung sind die möglichen Handlungsalternativen super eingeschränkt.
Menschlich ist auch, je belastender, also schlimmer ich etwas empfinde, um so mehr glaube ich an drastische Lösungen. Wenn es mir also ganz schlecht geht, muß ich auch das ganze Leben ändern.
Gesunde Menschen wissen, daß das unzulässiger Schluß ist. Weil das Ausmaß physischer Schmerzen nichts über die schwere eines zB operativen Eingriffs aussagen muß. Es gibt Krebsarten, die raffen einen ohne Schmerzen innerhalb weniger Monate dahin und es gibt richtig fiese Zahnschmerzen, die lassen sich recht unaufwendig mit wenig Schmerz komplett beheben.
Soll heißen, mal angenommen Papamensch's Frau ist völlig überfordert und strebt mit aller Kraft Veränderung ihres Lebens an (um sich zB wieder selbst zu spüren), dann würde ein gewöhnlicher Therapeut diese Gefühle ja thematisieren und sie dabei bestärken diese zu fühlen. Ist ja part of the game.
Und schwupps wird aus der thematisierten Überlastung ein sie denkt (auch) ich soll mich trennen. Meines Erachtens die klassische und zu Teilen gewünschte Übertragung (Projektion) die in der ersten Phase der Therapie stattfindet.
Ich zweifle vor allem auch deshalb an der bösen Therapeutin, weil diese ja offensichtlich auch den Mann eingeladen hat mal an einer Sitzung teilzunehmen.
Und ja, sicher braucht es andere Lösungen, aber mal ehrlich, ist nicht die erste Trennung mit betreuungspflichtigen Kindern (und es gibt Seitens der Frau Familienunterstützung) und wird nicht die letzte sein.
Aufgabe der Thera ist nicht, sie davon abzubringen, etwas zu tun, von dem Papamensch's Frau glaubt, daß es ihr helfen wird.