Blanca
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Zitat von Geneva83:Sie will sich mit ihm eigentlich überhaupt nicht auseinandersetzen.
Einen Text zu schicken, schafft man schon. Blockieren geht danach immer noch früh genug.
Zitat von Geneva83:Jetzt will sie ihn selbst verletzen, bzw. Einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Du schreibst es selbst: "Jetzt".
Sie ist erst 19.
Ein Leben ist lang und Menschen ändern sich. In ein paar Jahr(zehnt)en sehen beide das vielleicht auch mal wieder anders.
Natürlich hat sein Verhalten sie schwer verletzt. Das ist mehr als verständlich. Aber sie muss ja mit der Situation umgehen. Der Mann hat sie was gefragt. Ihre Antwort sollte klar und eindeutig sein.
Dafür sollte sie sich bewusst machen, ob sie den Kontakt nur auf unbestimmte Zeit unter- oder endgültig abbrechen will. Falls ersteres, kann sie "Monate" im Text auch gern durch "Jahre" ersetzen. Dann weiß er klipp und klar, was die Stunde geschlagen hat.
Sie braucht seine Reaktion nicht abzuwarten oder gar auszuhalten, sondern kann direkt danach die Blockade einleiten. Sollte er die umgehen und sie doch nochmal kontaktieren, am besten wortlos auflegen oder mit einem blossen "Ich brauche weiter Abstand, lass mich in Ruhe. Ich will keinen Kontakt mit Dir." reagieren. Dasselbe auch per Text.
Verwandten, Freunden, etc. sagen, daß sie nichts mehr von oder über ihn hören will, damit auch da nichts mehr triggert. Sollten es gute Menschen sein, werden die ihm ebenfalls bedeuten, daß sie nicht länger mit ihm über Dich sprechen werden, da Du es umgekehrt auch nicht mehr tust und sie sich da nicht einmischen wollen.
Fertig - hoffentlich; und natürlich nur äußerlich. Hadern wird sie daran womöglich ein Leben lang. Aber solange er sich so verhält, bleibt ihr ja wenig anderes zu tun.
Wichtig ist, daß sie sich zwischen "bis auf weiteres" und "für immer" entscheidet und zwar selbst und ganz bewusst.
Sie soll dabei auch mal drüber nachdenken, wie es in vielen Jahren mal sein wird, wenn er stirbt und sie nicht mal was mitbekommt davon oder wenn, dann erst viel zu spät, um ihn noch ein letztes Mal zu sehen - und ihm zu verzeihen, falls er doch noch mal darum bitten sollte.
Auch sie selbst wird irgendwann in (hoffentlich erst) vielen Jahren mal auf dem Sterbebett liegen. Sie sollte sich in Gedanken da hin beamen und versuchen zu erspüren, hinter welcher Entscheidung sie am ehesten stehen wird dann - auch wenn der Kontakt in beiden Fällen nicht mehr zustande kam, weil es am Ende der Vater war, der ihn gar nicht mehr wollte.
Wenn sie ihn jetzt mit der Massgabe "für immer" beendet, dann wird er da auch drauf rumreiten. Will heißen: Kommt der Kontakt trotz so einer endgültigen Vorgabe in ein paar Monaten oder Jahren doch nochmal zustande, wird sie vor sich selbst eingeknickt sein dafür. Das würde was mit ihrem Selbstbewusstsein machen.
Dann lieber die andere Variante. Allerdings muß sie bei deren Anwendung damit rechnen, daß er derjenige ist, der nicht mehr will, wenn sie die Kontaktsperre nach Monaten oder Jahren dann tatsächlich beendet und sich bei ihm melden sollte. Dann allerdings liegt es auch nur noch an ihm, wenn der Kontakt in der Sackgasse bleibt, in die er ihn ohnehin bereits selbst reingesteuert hatte. Ohne sein unterirdisches Verhalten wäre es ja gar nicht erst zu einer Kontaktsperre gekommen.
Es tut mir sehr leid für Deine Tochter. Ich selbst hatte eine sehr enge Bindung zu meinem Herrn Vater und so ein Verhalten, wie hier von ihrem geschildert, war da undenkbar. Es hätte mich völlig verstört und aus der Lebensbahn geworfen.
Mit 19 schon sowas erleben und entscheiden zu müssen ist fürchterlich. Zum Glück bleibt ihr eine liebende Mutter. Sei für sie da, aber mach ihr klar, daß sie überlegen, entscheiden und handeln muss, um aus der Opferrolle rauszukommen.
Alles Gute Euch.