Zitat von Copperhead:Liebe Tieftraurig,
genau das ist das Problem, die vielen Unbekannten eben. Wohin ich auch schaue, irgendeine Lösung die ich als gerecht empfinden würde, kann ich nicht sehen. Ich kann vielleicht ein wenig nachehelichen Unterhalt bekommen, aber ohne Job ist es schwer, was Neues aufzubauen. Mich frisst zudem der Gedanke auf, dass meine Ex nun ein schönes neues Leben hat, das ich auch noch zum größten Teil finanziert habe. Und mein Leben ist dank ihrer Tat nun so völlig im Ar... Die Ungerechtigkeit macht mich kaputt.
LG
Copperhead
Das verstehe ich absolut.
Nachdem das Gericht meinem ExEhemann soviel Geld zugesprochen hat, dass ich mein Haus verkaufen musste um ihn ausbezahlen zu können, habe ich erstmals ein Gefühl davon bekommen, was es bedeutet sein HEIM aufgeben zu MÜSSEN. Das ist nicht nur Materiell, das sind Erinnerungen, Hoffnungen und eine Zukunft, wie man sie für sich und seine Kinder erschaffen hat. Dafür hat man gelebt, vieles geopfert und investiert. Das ist fast ein ganzes Leben was einem einfach so weggenommen wird nur weil sich einer für ein anderes Leben entschieden hat. Es fühlt sich an als wäre man in einem wild rauschenden Wasserstrudel gefangen und das einzige was einem bleibt ist sich hilflos treiben zu lassen damit man nicht untergeht. Das macht so hilflos.
Meine Jüngste erzählte mir, dass sie am 2ten Weihnachtstag zu "unserem" Haus gefahren sei das ich schon vor 8 Jahren verkauft habe. Sie wollte es unbedingt ihrem Freund, mit dem sie seit 1,5 Jahren zusammenlebt, zeigen. Sie wohnen mal eben satte 300 km entfernt aber es scheint ihr immer noch so wichtig zu sein, dass sie sogar an einem Tag wie Weihnachten vorbeifahren musste.
Es hat sich absolut nichs verändert! Sie erzählte von unserer "geklauten" Zierkirsche, von unserem Zaun, den die Kinder und deren Freunde immer in einer schönen blauen Farbe gestrichen haben und von einem unserer Wochenendprojekte, eine im familienkollektiv selbstgeplante und -gebaute Riesenhundehütte. Sie zeigte ihm das Fenster ihres Zimmers, erzählte ihm von ihren Kindheitserinnerungen!
Ich war seit dem Verkauf nie wieder dort aber bin in 12 Jahren 8 x umgezogen! Mehr muss ich zum Thema "Heim und neu Ankommen" ja nicht sagen.
Ich habe keinen wirklichen Rat für dich aber vielleicht hilft es dir wenn ich dir erzähle, dass auch ich ähnliches erlebt und auch ÜBERLEBT! habe.
Der Schmerz und der Groll werden wohl nie vergehen - würde ich meinen Ex auf der Straße begegnen, würde ich draufhalten, einfach überfahren. Er ist übrigens nach nur 3jähriger Ehe mit seiner Next wieder geschieden und mit "unserem" Geld hat er ihren Trennungsunterhalt bezahlt. Auch das Neue hat seine Macken und nicht alles ist Gold was nach außen glänzt.
Ich wünsche dir viel Kraft für das bevorstehende 2021. Möge es dir auch einige gute Momente schenken.