Rheinländer
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ich möchte gerne auf ein paar deiner Fragen eingehen.
Zitat von Anni_p:Stimmt es, das es hilft aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen?
Ich wurde nach 30 Jahren verlassen und für mich wäre es der absolute Supergau gewesen, auch noch das Haus zu verlieren. Ich wohne jetzt 10 Jahre nach der Trennung immer noch im Haus. Heute hingegeben wäre ich durchaus bereit es zu verkaufen, aber nur weil es alleine meine Entscheidung wäre und nicht die Folge der Trennung.
Zitat von Anni_p:Im Moment habe ich, neben der Frage ob ich im Haus bleibe oder nicht, noch die Frage wie ihr das mit Treffen zu Familienfeiern macht.
Hier habe ich von Tag 1 an die Schiene gefahren, dass ich nicht auch noch meine Schwiegerfamilie verlieren wollte. Soweit das also meine Termine erlauben, besuchte ich sämtliche Famimienfeiern und die jetzt sogar mit meiner neuen Partnerin und das obwohl es meiner Ex nicht passt.
Zitat von Anni_p:nun hatte meine Tochter schon Anfang des Jahres gesagt, sie lädt uns demnächst Beide ein. Ich erklärte, dass ich noch nicht so weit bin und hoffe auf ihr Verständnis.
Ich kann deine Tochter sehr gut verstehen und habe meinen Kindern auch immer vermittelt, dass sie so handeln sollen. Wenn dann einer, aus was für Gründen auch immer, nicht kommt, dann ist das eben so. Ich wollte aber immer verhindern, dass sich meine Kinder entscheiden müssen. Was ich hingegen nicht brauche ist, dass meine Kinder nur mich und meine Ex einladen. Das wäre mir dann doch zu blöd, zumal sie nicht mit mir spricht. Was soll das für eine Feier sein. Im Rahmen einer Familienfeier sehe ich da kein Problem. Sind ja genug Menschen vor Ort, mit denen man sich unterhalten kann.
Zitat von Anni_p:Meine Tochter wohnt mit ihrer Familie ca. 1 Stunde entfernt, sie besucht mich sehr selten, ist seit 1 Jahr sehr zurückhaltend bei Gesprächen um die Trennung; wir schreiben zwar oft, telefonieren selten, sie hat zwei kleine Kinder, ich besuche sie ab und zu am Wochenende.
Ich finde es schwierig, wenn Kinder das Gefühl bekommen sich positionieren zu müssen. Vielleicht auch der Grund, weshalb sie dich nicht häufiger besucht und das Gespräch mit dir zu diesem Thema meidet.
Bei zwei kleinen Kindern ist es aber auch verständlich, dass es besser ist, wenn du zu ihnen fährst. Ich würde an deiner Stelle mal das Thema Trennung aussparen. Sollte bei zwei Enkelkindern doch kein Problem sein.
Zitat von Anni_p:Vielleicht bin ich feige oder habe zu viel Angst davor, nach der Feier zu Hause wieder zu grübeln, warum die Trennung passiert ist; warum mein Mann sich entschied zu gehen, anstatt bei mir zu bleiben.
Er hat sich freiwillig entschieden sich ausserhäusig zu vergnügen und sofern keiner mit der Pistole vor ihm stand und ihn gezwungen hat, trägt er dafür auch die Verantwortung. Ich sag dir mal was. Du magst Anteile daran haben, das dein Ex fremd gegangen ist, aber du bist nicht Schuld. Er hätte seine Unzufriedenheit auch mit dir besprechen können, hat er aber anscheinend nicht. Somit war er an einer Lösung der anscheinend vorherrschenden Problem nicht interessiert.
Zitat von Anni_p:Ich möchte mich auch nicht dafür entschuldigen, dass ich mehr Zeit für meine Trennungsbewältigung brauche, geht halt langsamer bei mir .
. wie lange dauert es, bis es nicht mehr weh tut den Ex zu sehen?
Du musst dich für gar nix entschuldigen. Jeder braucht hier seine Zeit und geht in seinem eigenen Tempo. Es war eben ein ganz schön langer Zeitraum den ihr zusammen verlebt habt.
Ich kann ja nur für mich sprechen. Ich habe und ich werde immer einen klitzekleinen Teil der Traurigkeit in mir behalten. Dieser ist aber nicht meiner Ex geschuldet, sondern eher der Institution Ehe, der Kernfamilie und alles was da so dranhängt. Das ist einfach nicht mehr da und ich finde das darf auch traurig machen.
Es bestimmt aber nicht meinen Alltag und es kommt nur ganz ganz selten raus. Dann bin ich traurig und versuche blitzschnell an etwas anderes zu denken. Klappt ganz gut.
Bezogen auf meine Ex muss ich sagen, dass ich schon seit Anfang der Trennung kein Problem hatte sie zu sehen. Meine Ex hingegen hat da bis heute ein Problem mit. Ist aber nicht meine Baustelle.
Jetzt habe ich aber mal ein paar Fragen an dich.
Warst du schon mal bei einem Fachanwalt für Familienrecht? Wenn ja was sagt der zu deiner Situation und warum bist du bisher nicht geschieden. Vielleicht würde dir das einfach nur gut tun einen Strich unter das Kapitel zu ziehen. Wie ich lese, kannst du noch mit deinem Ex sprechen. Warum sich also nicht einen Anwalt nehmen und vorab die wichtigen und teuren Dinge (Haus, Unterhalt, Versorgungsausgleich) vorab beim Notar mittels Trennungsfolgevereinbarung regeln. Ich kann dir sagen, dass befreit ungemein und wäre vielleicht für dich der offizielle Start in ein Leben 2.0
Einfach mal Ballast abwerfen.
Wenn du noch nicht da warst, was hält dich davon ab?
Wie sieht denn dein derzeitiger Freundeskreis aus und deine Bereitschaft Freizeitaktivitäten durchzuführen? Ist der Kreis groß und bist du viel unterwegs?
Gruß aus dem Rheinland