Anni_p
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Ich lebe seit 1 1/2 Jahren getrennt, in dem Haus, welches mein Mann und ich zusammen vor 20 Jahren gebaut haben. Wir sind beide Mitte 50. Unsere Tochter ist erwachsen und hat ihre eigene kleine Familie.
Mein Mann hatte vor ca. 2 Jahren eine andere Frau (20 Jahre jünger), ich bekam es raus, er behandelte mich dann wie ein "lästiges Kaugummi unter der Schuhsohle", er wollte die heimliche Beziehung zu ihr nicht aufgeben und zog in eine kleine Wohnung - angeblich alleine und jetzt endlich frei, das zu machen was er will; ich verstand und verstehe es immer noch nicht.
Ich durchlebe seit 2 Jahren ein Gefühlschaos; vom festen Glauben daran, dass er zurück kommt, über Verzweiflung, dass er nicht zurück kam, bis Zufriedenheit, dass ich nicht mehr jeden Tag weinen muss. Ich sagte ihm oft, dass es mir nicht gut geht, er hat sich dann immer entschuldigt, dass er mir so weh tut, aber er könnte es nun nicht mehr ändern - ich fragt warum - er sagt, weil er es nicht will.
Er will nicht zurück, ich soll im Haus wohnen bleiben so lange wie ich will (sagt er). Will ich das? Mich erinnert hier sehr viel an eine schöne Zeit, aber das tut auch weh.
Stimmt es, das es hilft aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen?
Im Moment habe ich, neben der Frage ob ich im Haus bleibe oder nicht, noch die Frage wie ihr das mit Treffen zu Familienfeiern macht.
Das erste Weihnachten und ein Geburtstag kurz nach der Trennung haben wir, wie die Jahre zuvor, gemeinsam bei unserer Tochter verbracht. Alles Friede, Freude, Eierkuchen - getan als ob alles "schön" ist - danach bin ich nervlich zusammengebrochen.
Ich habe dann gesagt, dass ich nicht mehr mit ihm gemeinsam feiern möchte. Das klappte bis jetzt gut, nun hatte meine Tochter schon Anfang des Jahres gesagt, sie lädt uns demnächst Beide ein. Ich erklärte, dass ich noch nicht so weit bin und hoffe auf ihr Verständnis.
Bald ist wieder eine Geburtstagsfeier, deshalb fragt mein Mann, ob ich immer noch darauf bestehe, nicht mit ihm gemeinsam zu feiern.
Ich habe das Gefühl, dass mich keiner versteht, auch wenn die Trennung 1 1/2 Jahre her ist, fühle ich mich unwohl bei Treffen mit ihm, und die Gedanken an sein verletzendes Verhalten von damals drücken mir aufs Herz, ich werde wehmütig, traurig, verzweifelt, wütend.
Meine Tochter wohnt mit ihrer Familie ca. 1 Stunde entfernt, sie besucht mich sehr selten, ist seit 1 Jahr sehr zurückhaltend bei Gesprächen um die Trennung; wir schreiben zwar oft, telefonieren selten, sie hat zwei kleine Kinder, ich besuche sie ab und zu am Wochenende.
Vielleicht bin ich feige oder habe zu viel Angst davor, nach der Feier zu Hause wieder zu grübeln, warum die Trennung passiert ist; warum mein Mann sich entschied zu gehen, anstatt bei mir zu bleiben.
Ich möchte mich auch nicht dafür entschuldigen, dass ich mehr Zeit für meine Trennungsbewältigung brauche, geht halt langsamer bei mir .
. wie lange dauert es, bis es nicht mehr weh tut den Ex zu sehen?
Nun sind es doch mehr Zeilen geworden, danke Euch fürs Lesen und wünsche Euch eine gute Nacht.