Zitat von Gorch_Fock:Normalerweise kannst Du alles in eine notarielle Vereinbarung gießen. Und ihr müsst auch irgendwann vor dem Scheidungsrichter darstellen, wie es ablaufen soll. Und auch dieser prüft die geschlossenen Vereinbarungen. Ich halte es daher nicht für sinnvoll, juristisch nicht haltbare Vereinbarungen zu treffen.
Ja das ist jetzt eben der Scheideweg an dem ich stehe. Mach ich den offiziellen Weg, zahle ich ab sofort um EINIGES mehr, als wir ausgehandelt haben, bin aber gefeit vor etwaigen Nachverhandlungen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch: Sofort neue Wohnung suchen, Schulden anhäufen, alles wird komplizierter, teurer, Kinderumgang wird nicht mehr in dem Maße klappen, wie aktuell geplant, also auch mehr Kindesunterhalt da Wechselmodell adé. Der Umgang zwischen NF und mir wird deutlich verschlechtert. ABER ich bin gefeit vor der Zukunft und habe aktuell den Stand, der so bleiben wird. Oder ich vertraue auf mein Gefühl und spiele dieses Spiel mit, in der Hoffnung, dass NF aufgrund ihrer eigenen Kindheit wirklich an das Kindswohl der beiden denkt. Nachdem wie wir aktuell sprechen und auch mit den Kindern umgehen (und sie auch wirklich meinen Umgang mit ihnen sehr schätzt, mittlerweile sogar teilweise imitiert....), bin ich der Meinung, es könnte echt klappen. Selbst wenn ich meine Emotionswelt irgendwann mal im Griff habe, ist sie nach wie vor die Mutter meiner Kinder und verdient dafür schon den erforderlichen Respekt. Gleiches erzählt sie mir auch. Ich kenne meine Frau - Taktikerin war sie nie, immer emotionsgesteuert. Nie rational. Würde mich schwer wundern, wenn sie sich auf einmal dahingehend entwickelt. Ich sehe eher die Gefahr in anderen Personen, die ihr einen Flo ins Ohr setzen wollen. Aber nachdem sie da aktuell resistent ist, könnte ich mir vorstellen, dass die "Tipps" irgendwann abflauen, wenn alle merken, dass wir das im Gegensatz zu vielen anderen vielleicht hinbekommen. Schwer einzuschätzen.
Zitat von Gorch_Fock:Durch die Ummeldung und den Auszug der Kids muss auch das Kindergeld umgemeldet werden. Das steht dann nicht mehr Dir zu.
Kindergeld war ja teil des Deals - das erhält sie ab nächstem Monat sowieso. Hier sehe ich weniger das Problem.
Zitat von Gorch_Fock:Und da sehe ich eine große Ungerechtigkeit hin zu Deiner Person hin.
Ja, da hast du definitiv Recht. Das ist jetzt ein bisschen wie Pkr oder *beep*. Wie stehen die Chancen, wie sind die Einsätze. Probiert man es weiterhin auf der Schiene, die wir seit der Trennung fahren, und versuchen es fair zuende zu bringen, alle Absprachen so gut es geht einzuhalten und vertraue ich ihr in dem Punkt "Eltern" weiterhin? Oder sichere ich mich selbst und schneide mir dabei gleich doppelt ins Fleisch, weil ich einerseits das gute Verhältnis störe, andererseits dadurch Kinderumgang und finanzielle Situation gefährde. Schwierig.
Zitat von Gorch_Fock:Du siehst auch an der Reaktion Deiner Anwältin, dass Euer Vorgehen nicht sauber ist. Und das wird zu Deinem Nachteil irgendwann korrigiert werden.
Juristisch ist das für ihre Position ganz großer Bullsh*t was wir da grad machen. Da sitzt sie definitiv am längeren Hebel. aber was tu ich nun - gehe ich das Spiel ein und riskiere, oder mach ich safe und verliere von Anfang an mehr?
Zitat von hahawi:Jede Geschichte ist anders, jeder Mensch auch.
Definitiv. Menschlich sind wir beide glaub ich aktuell voneinander relativ überzeugt - beide sind erstaunt über die Art und Weise, wie wir das gerade in geregelte Bahnen bekommen wollen.
Zitat von hahawi:Skepsis ist immer angebracht, aber vielleicht gehört Ihr zu denen, die das friedlich und respektvoll durchziehen.
Spannend.
Ich würde es mir wünschen. Aktuell sieht es danach aus. Kann jederzeit kippen - aber so schätz ich sie ehrlich gesagt nicht ein.
Zitat von hahawi:Wenn Sie das tatsächlich alles ehrlich meint und auch so handelt, dann ist da noch viel Wertschätzung für Dich da.
Kann eine gute Basis für eine spätere Patchworksituation sein.
Du wirst nämlich auch nicht den Rest Deines Lebens alleine bleiben.
Die Wertschätzung spüre ich jeden Tag. Das war auch die letzten Wochen immer das Problem, dass ich nicht loslassen konnte. Sie schätzt mich als Mensch immer noch sehr. Das merk ich immer wieder in ihren Handlungen, ihrer Art mit mir zu kommunizieren.
Ich denke, nachdem ich es ihr gerade vormache, so semi-professionell mit dieser Situation des Next umzugehen, ist sie auch hier zu gewissen Kompromissen bereit.
Natürlich ist das alles grad nur Hoffnung und Wunschdenken, aber ihr aktuelles Handeln und ihr Umgang mit mir gibt mir wirklich das Gefühl, wir können das so hinbekommen.
Die finanzielle Hürde für sie, anwaltlich vorzugehen ist hoch.
Ihre Mutter meinte sogar, sie zahlt ihr den Erstberatungstermin - ihre Antwort war, das hat sie nicht nötig, wir reden gut miteinander, sie soll von dem Geld lieber zwei Kinderbetten für die neue Wohnung kaufen.
Ich kann mich täuschen. Es kann böse werden. Aber: ich habe tatsächlich ein relativ optimistisches Gefühl...