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5 Jahre Ehe, 2 Kinder, jetzt Trennung - total am Boden

Familiendaddy

Familiendaddy

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Hallo zusammen!

Ich bin seit ziemlich genau seit 7 Jahren mit meiner Frau zusammen, seit 4,5 Jahren sind wir verheiratet. Wir waren mal das Dreamteam, wie wahrscheinlich in fast jeder Ehe. Meine Frau ist 26, ich bin 32.
Wir haben zwei Kinder, 2 und 4 Jahre alt.
Das letzte halbe Jahr war etwas schwierig - ich war mit der Gesamtsituation irgendwie unzufrieden und habe dementsprechend wenig für meine Frau übrig gehabt. Aufgrund ihrer Nachtschichten haben wir uns wenig gesehen, ich war oft unzufrieden - abends allein daheim, Kids meist alleine ins Bett gebracht, Job fordert mich nicht, finanziell alles Spitz auf Knopf (hohe Miete im Umkreis München und beide recht konsumfreudig).
Das hat mich sehr belastet und da ich schon immer gern mal was getrunken habe, in diesen Momenten allerdings den Alk. zum "abtöten" der negativen Gedanken nutzte, habe ich einen großen Fehler gemacht und war oft voll oder zumindest angetrunken als sie nach Hause kam.

Ich hab die Warnsignale nicht gecheckt und wir haben uns voneinander entfernt, was zu einem Teufelskreis geführt hat.

Sie hatte einen psychischen Breakdown im November, da es einen schweren Schicksalsschlag im Umfeld gab, der ihre Vergangenheit aufgewühlt hat und hatte dadurch psychologische Hilfe nötig (die sie leider nach den ersten beiden Terminen nicht mehr wahrgenommen hat). Ich hätte hier mehr für sie da sein müssen, sie konnte nirgends allein hin, ich musste im Bad bei ihr sein, ich musste beim Einkaufen dabei sein usw.
Da mir das in der Situation oft selbst zuviel war und wir grundsätzlich viel zu wenig Zeit zu zweit hatten und sowieso nicht wirklich miteinander sprachen, saß ich dabei oft nur körperlich anwesend dabei.
Ich habe meine Hobbies vernachlässigt und mich aus Freundeskreisen zurückgezogen, war nur noch Arbeiten bis 17 Uhr, Kids bespaßen bis 19 Uhr, dann ins Bett bringen, dann in Selbstzweifel versinken oder die Selbstzweifel zu ertränken.

Zu diesem Punkt war es eigentlich schon vorbei. Wir hatten noch ein tolles Weihnachtsfest, aber irgendwann kam der große Knall Anfang Januar und es war vorbei. Ab diesem Zeitpunkt getrennte Betten usw.

Wenn man das alles so liest, hört es sich an wie die Horror-Ehe schlechthin - allerdings hatten wir abgesehen vom oben geschriebenen auch soviel tolle Zeit, sowohl zu zweit als auch zu viert. Sie wollte Mitte letzten Jahres sogar noch ein drittes Kind, was ich ihr aber ausgeredet habe (wäre mir zuviel gewesen). Wir haben im Oktober noch zusammen einen alten Wohnwagen gekauft und in zig Stunden gemeinsam hergerichtet. Haben für 2020 schon zwei Urlaube gebucht gehabt damit.

Meine Kinder sind mein Ein und Alles und auch meine Frau betont selbst jetzt täglich, dass ich der beste Vater bin, den sie sich für die Kinder vorstellen kann - das ist auch tatsächlich die Realität. Wir haben uns in der Erziehung sehr gut ergänzt und unterstützt.

Ein sehr großer Fehler der vergangenen Monate war, dass ich den Ernst der Lage nicht verstanden habe und sie da bereits Stück für Stück damit abgeschlossen hat.
Ich hätte mir viel eher professionelle Hilfe holen müssen - aber wir Männer merken so etwas immer erst, wenn es zu spät ist anscheinend.

Wir waren nach außen die perfekte Familie, jeder liebte uns, hatten viele Freunde

Wir haben einen Eheberatungstermin für Anfang März ausgemacht, ich habe die Trinkerei in den Griff bekommen und mich bewusst mit allem auseinander gesetzt - Es hat Klick gemacht. Ich habe plötzlich klar gesehen was los ist, ich habe gemerkt, dass ich mir völlig grundlos einen Stress gemacht habe und mein Leben ansich toll war, ich kann nicht mehr nachvollziehen, warum ich unzufrieden war.
So, jetzt war der Punkt gekommen, an dem wir an der Ehe arbeiten wollten.

Wir haben so offen und ehrlich wie noch nie gesprochen, viele viele Punkte ausmerzen können und waren uns mittlerweile fast im Reinen - ich hatte Hoffnung und war bereit, zu kämpfen. Sie hatte allerdings ihre Energie fürs Kämpfen bereits im letzten halben Jahr verbraucht wie ich jetzt merke.

Und seit letzter Woche hat sie Gefühle für einen gemeinsamen Kumpel, der sich ebenfalls von seiner Frau mit Kind getrennt hat - das ganze allerdings unglaublich selbstsicher wegsteckt. Er hat wohl oft mit ihr geredet und war für sie da, was sie von mir so wohl nicht mehr kannte. War das letzte halbe Jahr zuviel mit mir selbst beschäftigt und oftmals einfach dumm und habe nicht geschätzt, was ich an meiner Familie hatte - machte mir zuviel Sorgen um alles, ohne es auszusprechen, hatte ein Karussell im Kopf und habe dadurch alles kaputt gemacht.

Ich habe das nicht von ihr erfahren sondern durch Zufall. als sie von Arbeit nach Hause haben wir viel gestritten.
Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, haben wir die letzten 4 Tage jeden Abend miteinander gesprochen.

Ihr tut alles unglaublich leid und Sie hat mich sehr gerne, aber kann keine Beziehung mehr eingehen.
Ich bin jetzt aber an dem Punkt, an dem ich merke, was ich mir da alles verbockt habe und falle in ein tiefes Loch.

Ich schlafe nicht mehr, esse kaum noch, geh während der Arbeit regelmäßig mich auf der Toilette einsperren um zu heulen.

Wäre es eine Beziehung ohne Ehe und ohne Kinder, würde ich sagen okay, Strich drunter, 3 Monate trauern, Krone richten, weitergehen. Bin zu großen Teilen ja auch selbst schuld an der Misere.

Nachdem ich selbst aber nicht die Chance hatte zu kämpfen, da ich es erst verstanden hatte, als der Schlussstrich für sie gezogen war, fühlt sich das für mich dennoch unfair an.
Ich habe keine Gelegenheit, zu beweisen, dass ich aus meinem Loch herausgekommen bin. Ich habe wieder Kumpelabende, ich hab wieder Spaß an der Arbeit und vor allem habe ich das Verlangen nach meiner Frau wiederbekommen. Ich würde am Liebsten ständig bei ihr sein, mit ihr lachen, Späße machen, zusammen kochen, Familienausflüge machen usw.

Im Prinzip läuft es tatsächlich auch ab und an noch so - wir wohnen in einer gemieteten Doppelhaushälfte und können uns den Auszug aktuell noch nicht mal leisten. Das heißt für die Kinder spielen wir heile Welt und abends wenn sie im Bett sind landen wir meist am gemeinsamen Tisch und reden, reden, reden.

Wir schauen abends teilweise sogar noch zusammen TV - sie trägt aber ihren Ehering nicht mehr und schreibt vermutlich mit dem "Neuen", mit dem zwar noch nix lief, da er ebenfalls noch in der gemeinsamen Wohnung mit seiner Exfreundin wohnt, aber Gefühle sind Gefühle.
Wir haben gemeinsames Konto, helfen uns bei Problemen, sie ruft mich sogar noch manchmal an.
Aufgrund der Kinder habe ich beschlossen, aktuell mit ihr wie ein "Kumpel" umzugehen - alles andere macht es nur noch komplizierter.

Das ist allerdings wahnsinnig schwer, da ich innerlich sehr verletzt, gekränkt bin und vor Liebeskummer, Zukunftsängsten, Verlustängsten - und wiedermal - finanziellen Problemen in unglaublich größerem Ausmaß zermürbt bin.

Fakt ist wohl, was mir auch alle außenstehenden bestätigen, der Zug ist abgefahren. Da ist keine Gegenliebe mehr zu erwarten.

Ich würde die Familie gern retten, würde kitten was zu kitten geht, allein der Kinder zuliebe würde ich Monate, Jahre an Kampf investieren, um zu dem Level von vor einem Jahr zurückzukommen.
Aber für sie ist es wohl vorbei.

Wir wissen beide nicht, wie es weiter gehen soll. Allein das Thema Auszug, Trennungsunterhalt und Kinder wird uns komplett in andere Sphären beamen - nur sie möchte den Schritt gehen, ich muss mitziehen ob ich will oder nicht.

Das heißt, ich zerstöre gerade systematisch alles was mir wichtig ist, Kinder - Frau - Familie - Ehe - Haus - Umfeld usw., ich muss proaktiv gegen alles angehen, was ich mir nie vorstellen konnte. Für mich gab es das Scheitern in unserer Ehe nicht, wir waren doch perfekt?! (dachte ich zumindest) Sowas passiert doch nur anderen.

Vor einem halben Jahr haben wir noch darüber gelacht, dass überm Frauenarzt ein Familientherapiebüro ist und darüber ein Rechtsanwalt für Scheidungen. Heute habe ich dort einen Termin für mich ausgemacht.

Meine Frau meint, sie möchte eine faire Trennung. Sie möchte nicht den gesamten Trennungsunterhalt, der ihr zu steht. Ihrer Freundin erzählte sie zunächst, sie würde ganz darauf verzichten, auf deren Drängen ist sie davon jedoch wieder abgekommen.

Fakt ist, mit Unterhalt der Kinder müsste ich ihr im ersten Jahr monatlich ca. 1700 Euro überweisen. Das wäre mein finanzieller Ruin. mir würde nicht genug übrig bleiben, um die Fixkosten und IRGENDEINE Wohnung im Umkreis von 50km bezahlen zu können - selbst WG-Zimmer sind zu teuer.

Ich möchte aber eine Wohnung, mit zumindest einem dritten Zimmer, damit meine Kinder mich über Nacht besuchen dürfen.
Meine Frau meinte auch, ich darf die Kinder jederzeit haben. Durch ihre unregelmäßigen Nachtschichten würde es sowieso so kommen, dass die Kids auch mal unter der Woche bei mir bleiben würden.

Da ich hier aber schon viel zu viele Horrorstories gelesen habe, habe ich dennoch allein einen Termin beim Anwalt ausgemacht, damit ich wirklich weiß, was da noch alles auf mich zukommt.

Mein Problem ist allerdings, dass ich noch nicht mal mit dem Liebeskummer zurecht komme - geschweige denn damit, proaktiv meine Familie auseinanderzubringen.
Ich verstehe mit meinem Kopf, dass es zuviel war. Dass es kein Zurück mehr gibt. Dass es vorbei ist.
Die Konsequenzen erkenne ich aber erst jetzt. Ich werde alles verlieren. Meine Kinder nicht so großziehen können, wie ich es immer vorhatte. Nicht bis zum Lebensende mit dieser Frau verheiratet sein.
Jetzt fühlt sich jeder noch so kleine Grashalm als Hoffnungsschimmer am Horizont an - was natürlich quatsch ist.

Es wird auseinander gehen und es gibt keinen Weg, das zu vermeiden.

Aber mein Herz möchte das nicht. Ich bin nur noch in einer Spirale Richtung Boden. Ich habe Momente, da seh ich klar. Ich mache Termine aus, ich kläre mit ihr die nächsten 14 Tage, wer wann frei hat und wer wann die Kinder hat. Ich rede abends mit ihr über meinen Tag, über ihren Tag, über die Kinder, über lustige Erlebnisse usw. Wir planen das gezielte Auseinandergehen, um einen Rosenkrieg zu vermeiden und jedem ein faires Überleben zu sichern.

Aber ich renne auch mehrmals am Tag in der Arbeit auf die Toilette, weil ich in Tränen ausbreche und nicht mehr kann. Meine Nächte sind der Horror. Kleinigkeiten holen mich innerhalb von Sekunden ins Tal der Tränen, wenn sie mich an irgendwas gemeinsames erinnern. Wir hatten eine wundervolle Ehe, wir haben sehr sehr viel miteinander erlebt - irgendwann kam ein Punkt, an dem sich das gedreht hat. Aber ich habs mir schön geredet, schön gesoffen, keine Ahnung. Verdrängung halt. Und dann kam der Tag, an dem ich vor vollendeten Tatsachen stand und keine Chance mehr auf Besserung, Wiedergutmachung, Kampf hatte.

Ich bin am Boden. Und die Aussicht in die Zukunft zeigt mir, das war noch lange nicht alles. der Spaß fängt jetzt erst an. Und das obwohl ich das alles nicht will.

Ich kann nicht aufhören zu schreiben, aber den Rest hebe ich mir für weitere Beiträge auf. Sonst liest das hier doch eh keiner.


Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ich wünsche euch einen besseren Tag als mir.


P.S.: ich war vor einigen Jahren schonmal hier angemeldet, da ging es damals nach 4jähriger Beziehung auseinander. Das war allerdings absolut kein Vergleich zu meiner Situation jetzt.

19.02.2020 15:28 • x 12 #1


Isely

Isely


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Zitat von Familiendaddy:
Ich kann nicht aufhören zu schreiben, aber den Rest hebe ich mir für weitere Beiträge auf. Sonst liest das hier doch eh keiner.


Hallo erstmal,
natürlich wird hier eifrig gelesen und ich denke es werden viele gute Ratschläge gegeben und ein wenig Trost sitzt auch noch drin..

Puuuh ,, heftig, das tut mir vor eure Familie und für dich natürlich leid.
Der berühmte Teppich der nun weggezogen wurde.
Es hört sich alles nach ein wenig zu spät für alles an, dass gebe ich zu.
Also ihre Entscheidung ist endgültig ?

Glaubst du diese trifft sie nur wegen deinem und eurem ( muss so was immer sein? ) gemeinsamen Freund mit dem sie was hat ?

19.02.2020 15:39 • #2



5 Jahre Ehe, 2 Kinder, jetzt Trennung - total am Boden

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Marketing100


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Das tut mir sehr leid für Dich!

Ich nehme an, sie hat/hatte eine Panikstörung/Angststörung - da Du meintest, sie konnte nirgendwo allein hin.
Wenn dem so ist, wird man eigentlich psychologisch/medikamentös eingestellt.
Laut Deiner aussage hat sie dies jedoch abgebrochen; daher nehme ich an, sie/Ihr habt euch da allein durchgekämpft.
Vergiss es. Das klappt nicht.

Des weiteren ist mir aufgefallen, dasas ihr sehr jung zusammen gekommen seid; sie war 19 - korrekt?

Solche Beziehungen/Ehen gehen heute leider schneller in die Brüche, da man sich doch noch weiter/anders entwickelt.

Ich dachte mir schon im 1. Drittel Deines Textes - ob nicht gleich eine Passage mit Fremdverlieben kommt.
Dem ist leider auch so.

In diesem Moment kannst Du leider nix machen - Deine Frau ist nun wie im (Liebes-) Rausch.

Denke auch, dass es sich nicht erst seit einer Woche so verhält.

Wahrscheinlich fing dies bereits Ende letzten Jahres an. Das wirst Du aber so nie erfahren - Salamitaktik.

Es wird Dir im Falle einer Scheidung in jedem Falle ein Selbstbehalt von ca. 1.150 Euro verbleiben.
Gibt Rechner für die "Düsseldorfer Tabelle" - Unterhalt für Dein (Ex-)Frau wird nicht ewig gehen.

Lass Dich in jedem Falle anwaltlich beraten ..

19.02.2020 15:43 • x 2 #3


Isely

Isely


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Warum eigentlich so viel Unterhalt ? Deine Frau geht doch auch arbeiten?

Versteh mich nicht falsch, rein moralisch bin ich immer der Meinung wenn einer gehen will , dann darf er auch für sich allein sorgen, grosszügigen Unterhalt gerade für kleine Kinder finde ich ja immer nobel, aber für sich selbst ?
Sie möchte dieses Lebensmodell nun nicht mehr , dann ja bitte, sie kann und darf selbst Sorge tragen.
Sie ist ja keiner Gewalt ausgesetzt worden, und wenn ich da den Bettel hinschmeisse, weil mir plötzlich die Flöhe im Pelz sitzen, dann belaste ich den Partner nicht auch noch, mit Forderungen.

Nein, ich will dich nicht aufhetzen, aber denk mal darüber nach , ob du da so einfach alles schlucken musst.
Natürlich muss du dich anwaltlich beraten lassen, es kann ja auch durchaus sein, dass sie da Unterhalt verlangen kann, dann ist das eben so, aber ich würde da nicht von vorne herein, schon die Spendierhosen öffnen.

19.02.2020 15:51 • x 4 #4


Traumwandler


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Ich würde nicht die schuld ausschliesslich bei dir suchen. Es braucht immer 2. und miteinander sprechen und probleme lösen, müssen beide wollen. Klar gab es scheinbar bei euch eine schwierige zeit, aber deshalb alles in frage stellen und abhauen?
Mein lieber, was ich jetzt sage wird dir nicht helfen, aber vielleicht ist es eine möglichkeit, diese neuartige tatsache zu akzeptieren.
Heutzutage wird heftig applaudiert, wenn sich eine frau aus einer scheinbar kaputten ehe verabschiedet. Doch was ist eine kaputte ehe/beziehung? Für mich hört sich deine geschichte lösbar an.
Und legen wir mal die fakten auf den tisch, es sind fast immer frauen, die den hut nehmen. Weshalb tun sie das und zerstören familien? Weil sie es mittlerweile können, der zeitgeist ermutigt sie nach vielen jahren der unterdrückung auszubrechen und geben ihnen in ihrem handeln recht. Schon kleine probleme sind heute grund genug, sich aus der beziehung zu verabschieden. Denn irgendwo findet sich immer jemanden, dem es ähnlich geht. Da sich viele frauen mit anderen vergleichen, nehmen sie deren aussichtslosigkeit in deren beziehung als die eigene wahr. Auch wenn es auf die eigene beziehung nicht zutrifft. Was kann mann tun? Sich um die kinder kümmern und akzeptieren, dass der zeitgeist nicht geändert werden kann. Sie hat sich gegen die familie entschieden, um sich stattdessen auf ihre individualität zu besinnen, nicht du!
Nimm dir die zeit für dich, die du brauchst, um dir gutes zu tun. Kopf hoch.

19.02.2020 15:57 • x 8 #5


Familiendaddy

Familiendaddy


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Zitat von Isely:

Es hört sich alles nach ein wenig zu spät für alles an, dass gebe ich zu.
Also ihre Entscheidung ist endgültig ?

Glaubst du diese trifft sie nur wegen deinem und eurem ( muss so was immer sein? ) gemeinsamen Freund mit dem sie was hat ?



Sie sagt ja, es wäre endgültig. Sie hat selbst damit zu kämpfen, das merkt man ihr an. Sie weint auch selbst viel und man merkt, dass ich ihr irgendwo noch wichtig bin.

Aber im Grunde hat sie abgeschlossen. Der aktuelle Plan ist, wir bewegen uns erstmal auf WG-Niveau und schauen, dass wir soviel gemeinsame Dinge klären und verkaufen wie wir können, bis wir beide ausziehen können.

Das mit dem gemeinsamen Freund.... ich glaube wirklich, dass die Gefühle der Art erst in den letzten 2-3 Wochen entstanden sind. Und ich Volldepp hab ihn vor paar Wochen noch bei mir auf der Couch schlafen lassen und ihm Tipps für seine gescheiterte Ehe gegeben.
Bisher haben sie sich nur zum Essen getroffen, mehr nicht.

Ich denke, es ist für sie nur eine Möglichkeit, leichter den Absprung zu schaffen, weil sie eine vertraute Person hat, die ähnliches souveräner durchlebt hat. Die Gefühle mögen für sie echt sein, eine Zukunft kann ich da allerdings nicht wirklich sehen für die beiden.
Wird beiden einfach gut tun, das hier gemeinsam durchzuziehen.


Auf die Frage zum Unterhalt, meine Frau arbeitet nur geringfügig und verdient unter 1000 Euro netto plus einiges an Zuschlägen für Nachts plus Zulagen für Kinderbetreuungskosten usw.
Ich verdiene ein gutes Gehalt bei einem großen Münchner Unternehmen und komme dank Steuerklasse 3 auf einen stattlichen Betrag nahe der 4000 Euro netto.
Trennungsunterhalt bemisst sich an den Nettogehältern, völlig egal, dass Steuerklasse 4 bzw. 1 für mich 700 euro weniger bedeuten würden.
Aufgrund der hohen Miete hier im Münchner Speckgürtel zahlen wir aktuell aber warm fast 2000 Euro, plus Unterhalt für zwei geleaste Autos usw.
Daher kommt das große finanzielle Disaster wenn es vor Gericht gehen sollte und der Unterhalt so durchgeht - hier ist man mit dem Selbstbehalt von 1050 leider schlechter gestellt als ich in meiner Azubi-Zeit.

Und bezüglich der Schuldsuche.... im Endeffekt ist es mittlerweile wurscht, wer mehr oder weniger Schuld am Scheitern hat.
Der aktuelle Zustand ist allerdings in meinen Augen ihr zuzuschreiben - ich bin bereit zu kämpfen und zu therapieren und Basis finden was das Zeug hält, sie ist diejenige, die keine Zukunft mehr sieht und sich neu umschaut und diesen Weg nun gehen will.

Gemeinsame Freunde bestätigen mir alle die Endgültigkeit ihrer Entscheidung.

Mir tut es so unglaublich leid für die armen Kinder. Die können das doch nie verstehen... Warum sie auf einmal mit Mama allein in eine kleine Wohnung ziehen werden, vermutlich noch aus ihrem Umfeld gerissen werden und ihr geliebter Papa nicht mehr täglich da ist, um mit ihnen zu kuscheln.
Diese bedingungslose Liebe der Kinder wird mir noch mehr fehlen als der ganze Rest. Ich kann mir das alles gar nicht vorstellen...

19.02.2020 16:18 • x 2 #6


Isely

Isely


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Zitat von Familiendaddy:
Mir tut es so unglaublich leid für die armen Kinder. Die können das doch nie verstehen... Warum sie auf einmal mit Mama allein in eine kleine Wohnung ziehen werden, vermutlich noch aus ihrem Umfeld gerissen werden und ihr geliebter Papa nicht mehr täglich da ist, um mit ihnen zu kuscheln.
Diese bedingungslose Liebe der Kinder wird mir noch mehr fehlen als der ganze Rest. Ich kann mir das alles gar nicht vorstellen...


Schlimm, ja, ich kann dich da gut verstehen, dass macht einen ja schon mitbetroffen.
Ja wenn die Kinder nicht wären, wäre alles etwas leichter, dass ist richtig.
Das wird dir viel Kraft kosten. Aber vielleicht auch noch diejenigen die dir etwas Halt geben.
Aber ja, schlimm.


Zitat von Familiendaddy:
Ich verdiene ein gutes Gehalt bei einem großen Münchner Unternehmen und komme dank Steuerklasse 3 auf einen stattlichen Betrag nahe der 4000 Euro netto.
Trennungsunterhalt bemisst sich an den Nettounterhalten, völlig egal, dass Steuerklasse 4 bzw. 1 für mich 700 euro weniger bedeuten würden.
Aufgrund der hohen Miete hier im Münchner Speckgürtel zahlen wir aktuell aber warm fast 2000 Euro, plus Unterhalt für zwei geleaste Autos usw.
Daher kommt das große finanzielle Disaster wenn es vor Gericht gehen sollte und der Unterhalt so durchgeht - hier ist man mit dem Selbstbehalt von 1050 leider schlechter gestellt als ich in meiner A


Ja das kenn ich von hier. Hohes Gehalt aber Sau teure Mieten, die hören sich ähnlich an wie bei uns in der CH.
Kann man nicht ändern.
Zitat von Familiendaddy:
Das mit dem gemeinsamen Freund.... ich glaube wirklich, dass die Gefühle der Art erst in den letzten 2-3 Wochen entstanden sind. Und ich Volldepp hab ihn vor paar Wochen noch bei mir auf der Couch schlafen lassen und ihm Tipps für seine gescheiterte Ehe gegeben.
Bisher haben sie sich nur zum Essen getroffen, mehr nicht.


Ja, ja Freund, aus Freund wird Feind, Unterste Schublade, sich im Elend gemeinsam trösten um dann noch grösseres Elend hervorzurufen. Und wer tröstet nun dich?
Spielt dann für beide keine Rolle. Ich weiss. Hatte ich hier auch, die Nummer.
Ist kein Freund, und wird wohl auch gründlich ( hoffentlich ) in die Hose gehen.

Sorry, aber solche Konstellationen werde ich nie verstehen und auch nie akzeptieren.

Hilft nun auch nichts.

Die Zukunft sieht ungewiss aus, wer weiss was da alles noch kommt, du musst es so, oder so annehmen.
Viel Spielraum hast du nun nicht mehr.
Hast du einen guten Freund? Also einen richtigen guten ?
Zum reden ?

19.02.2020 16:30 • x 5 #7


hahawi


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Lies Dir bitte mal die Beiträge von @Coloneltw durch, der hat da einiges hochinteressantes bezüglich des Finanziellen geschrieben.
Ansonsten wäre es fein, wenn hier mal @Sohnemann , @unbelLeberwurst , @Solskinn2015 , @Schwedus , @kaaaaa72 reinschauen könnten.

19.02.2020 16:31 • x 2 #8


EngelohneFlügel

EngelohneFlügel.


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Hört sich ähnlich meiner Geschichte an. Ich schau später vorbei.
Aber Kopf hoch. Ich sah auch alles aussichtslos. Es gibt immer einen Weg.

19.02.2020 16:45 • #9


Wirdschon

Wirdschon


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@Familiendaddy

Erstmal tut es mir entsetzlich leid, was in deinem Leben gerade passiert!
Hier zu schreiben erleichtert manchmal das Herz ein Stück weit, also mach das , wenn Dir danach ist

Nun möchte ich dir das Nestmodell ans Herz legen! Doch ist das nur sinnvoll, wenn ihr beide wirklich freundschaftlich auseinander geht und euch an noch zu bestimmende Regeln haltet!
Eine kleine Zweitwohnung anmieten (Vorteil: sind in der Regel günstiger als 3 Zimmer Wohnungen), dann wohnt einer von euch zb.1 Woche bei den Kindern im Haus, der andere in dieser Wohnung. Man muss keinen aber kann Kontakt haben oder einfach die Zeit mit den Kindern und auch die Zeit ohne genießen (Vorteil 2, keiner muss auf die Kinder verzichten)
Die Kinder bleiben im gewohnten Umfeld ( Vorteil 3)
Funktioniert mit Regeln wie : Haus bzw. Wohnung muss sauber, Bügelbergfrei etc. geswitcht werden
Neue Partner haben in keiner der Behausungen was zu suchen, bis beide Expartner damit klar kommen
Leider hab ich vergessen, wie das dann unterhaltsmässig war Beim Nestmodell , aber nachdem du ja eh zum Anwalt gehst, kannst du dich ja erkundigen
Nun sind eure Kinder noch sehr klein, könnte aber trotzdem funktionieren

Alles Gute Dir !

19.02.2020 16:55 • x 1 #10


hahawi


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@Wirdschon
Und Du denkst, dass das gefühlsmäßig unproblematisch ist, wenn ihr eventuell Neuer da mit pendelt?

19.02.2020 16:57 • x 2 #11


Wirdschon

Wirdschon


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@hahawi

Nein, das denke ich nicht! Hatte doch auch geschrieben, dass man ja auch diese Regel mit aufnehmen kann, dass Next in keiner der Behausungen was zu suchen hat, bis beide Elternteile damit keine Probleme mehr haben! Würde sagen, das ist eine Respektsache und der/die Next kann sich doch bitte ne eigene Wohnung suchen oder hat im Idealfall eine
Sorry, wenn ich das unklar beschrieben habe

19.02.2020 17:02 • x 1 #12


hahawi


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Nein, Du hast es eh beschrieben.
Es ist halt nur, wie oft hier gelesen, dass halt Vereinbarungen nicht das Papier Wert sind, auf dem diese geschrieben wurden.

19.02.2020 17:05 • x 1 #13


Familiendaddy

Familiendaddy


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Gefühlsmäßig ist es sowieso würdelos für mich. Wenn sie sich mit ihm zum Eis essen trifft und die Kids mit seiner Tochter zusammen spielen, und mir dann abends erzählen, dass sie das Mädchen so gern haben.
Oder wenn ich die Kids hab und sie sich mit ihm irgendwo trifft.
Sie würde ihn nicht in die gemeinsame Wohnung/DHH lassen - dessen bin ich mir sicher. Schlechtes Gewissen hat sie immerhin noch.
Aktuell versuchen wir respektvoll miteinander umzugehen. Ich habe aber 100%ige Ehrlichkeit von ihr gefordert, wenn sie sich mit ihm trifft möchte ich nicht belogen werden und sie möchte auch keine Lügengeschichten erfinden. Es tut weh, ist aber besser so. Und wenn ich belogen werde kommts eh irgendwann raus vermutlich.

Total verrückt ist allerdings, dass seine Noch-Ehefrau total relaxed damit umgeht. Hat des okay dafür gegeben usw. - ist mir absolut nicht nachvollziehbar.
Hab sie angeschrieben, wie sie das macht. Jetzt möchte sie sich mit mir treffen zum Erklären ihres Standpunktes... ich bin gespannt.

19.02.2020 17:09 • x 4 #14


Familiendaddy

Familiendaddy


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Zitat von EngelohneFlügel:
Hört sich ähnlich meiner Geschichte an. Ich schau später vorbei.
Aber Kopf hoch. Ich sah auch alles aussichtslos. Es gibt immer einen Weg.


Du wirst lachen aber deine Geschichte war der Auslöser, mich erneut hier anzumelden.

Seit Tagen lese ich aufmerksam jedes Wort von dir.

19.02.2020 17:24 • x 2 #15



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