Guten Abend, Gute Nacht, oder eben Guten Morgen

Ich wollt mal wieder ein Update geben für diejenigen, die es interessiert. Ich weiß gar nicht, wo ich am Besten anfangen soll - aber es hat sich wieder einiges getan. Ich fang mal mit den eher schwierigeren Themen an. Ist jetzt nicht unbedingt das einfachste, mir das von der Seele zu schreiben - aber zumindest einigen von euch bin ich die *beep* Wahrheit schuldig, denke ich.
Bis Ende 2025 hatte ich meine Kids mindestens zu 50% bei mir, es hat sich eingespielt, auch mit ihrer Mutter und deren Partner war alles soweit eingegroovt. Schule, Schulbus, Training - es war nicht einfach, es war viel Fahrerei, aber es war gut!
Silvester haben wir alle zusammen mit allen Kids und gemeinsamen Freunden gefeiert usw - mit einem davon, der recht trinkfest ist, hab ich dank der starken Wodka-Drinks echt völlig über die Stränge geschlagen - und da war dann der Start ins neue Jahr eher geprägt von dem Thema, das zu Beginn der Trennung vor 6 Jahren schonmal auf den Tisch kam - mein Alk..
Und ich sags euch - auch wenns dumm klingt. Manchmal muss man einfach richtig in die Schei*e greifen, es muss erst richtig weh tun, unglaublich peinlich sein, um sich selbst sagen zu können: "Junge, jetzt ist gut." Und so kams dann auch.
Seit dem 1. Januar lebe ich nun komplett ohne Alk. - kein Feierabendbier, kein Anstoßen bei Geburtstagen und auch kein selbstgemachter Limoncello mit den italienischen Nachbarn, den sie mir aus der Heimat mitgebracht haben.
An meinem Geburtstag letzte Woche hab ich die Regel gebrochen - da kam ein Nachbar auf ein paar Runden FIFA vorbei mit extra importiertem, belgischem B. - aber seitdem bin ich wieder komplett ohne.
Und ich will und werde das auch in Zukunft so beibehalten - zu gewissen Anlässen geht ab und an mal ein B., aber nicht mehr regelmäßig, und vor allem niemals wieder Longdrinks, Cocktails, Schnap. etc.
Ich hab und hatte zwar das meiste immer und zu jederzeit im Griff - ob es um Kids, Arbeit, Privatleben etc. geht - aber ich hab und hatte trotzdem in den falschen Momenten einen Hang zum Alk.. Ich habe niemals die Kinder vernachlässigt, bin nie besoffen Auto gefahren oder hab irgendwen anders in Gefahr gebracht - aber rückblickend lässt sich das dennoch nicht von der Hand weisen, dass ich mir den ein oder anderen Ärger hätte ersparen können, wenn ich früher darauf verzichtet hätte.
So dämlich das klingt - aber ich glaube trotzdem, dieser unglaublich unnötige Wodka-Exzess im Partykeller meiner Ex war rückblickend das Beste, was ich habe machen können.
Die Tage danach haben wir viel gestritten, viel aufgearbeitet und es gab für alle sehr unschöne Momente.
Aber seitdem läuft alles in guten, geregelten Bahnen. Alle Themen sind aus der Welt geschafft und die Zukunft sieht sehr, sehr gut aus! Dazu aber gleich - noch sind wir in dem schwierigen Themengebiet

Meine Arbeit bei Bosch ist momentan nicht sooo schön, wie ichs die letzten 17 Jahre kenne - Kollegen werden gekündigt oder kündigen, Prämien und Jubiläumszahlungen werden ersatzlos gestrichen, Abteilungen werden aufgelöst, Räume gekündigt. Die nächsten 3-4 Jahre ist mein Job sicher - aber in Zukunft bilden wir wohl nicht mehr direkt bei uns, sondern nur noch bei Tochterfirmen aus - damit ist mein Job als Ausbilder quasi angezählt. Ich werd mich also demnächst (besser früh als spät) umorientieren müssen. Und das ist schon ein großes, belastendes Thema. Meine Chefin hat letzte Woche eine Abfindung angenommen und in den letzten 6 Monaten sind von 16 Kollegen 5 gegangen, daher ist das Abteilungsklima aktuell sehr schwierig. NOCH läuft da alles - aber ich bin schon am links und rechts gucken, wo ich im Konzern unterkommen könnte.
Ich hätte am Montag eigentlich einen Jahresservice bei meinem Auto gehabt (immer noch der Kia, bin immer noch top zufrieden nach 7 Jahren und 100k km) - leider bin ich letzten Samstag damit auf dem Weg zu meinen Kids liegen geblieben - waren nur Zündkerzen - aber ich dachte Motor kaputt. Hätte Montags ja erst den Service-Termin gehabt...
Hab mich auf die Kia Mobilitätsgarantie verlassen und mich in die nächste Werkstatt schleppen lassen, um dann festzustellen, dass diese beim letzten Service - warum auch immer - nicht verlängert wurde - gibt also keinen Ersatzwagen o.ä.
Hab mich und die Kids von einem Nachbarn abholen lassen - Auto war erstmal weg.
Naja, dann war mein Geburtstag, anderer Nachbar war da und hat mir angeboten, ich könnte sein Auto ausleihen am Montag, er brauchts nicht wegen Home Office. Ich dachte, er leiht mir seinen Golf - nee, der VW Multivan war es dann letztendlich. Aber kein Ding, nimmt man ja gerne dankend mit Kusshand an - bis ich bei Bosch in die Tiefgarage gefahren bin und gehört und gefühlt habe, dass er seine Dachgepäckträger samt Skihalterungen noch auf dem Dach montiert hatte - Betonung liegt auf hatte.
Was der Spaß kostet weiß ich bisher noch nicht - aber das war so ziemlich eine der blödesten, dümmsten Aktionen der letzten Monate. Und dann musste ich da ja auch wieder irgendwie unter dem Gespött meiner Kollegen rausfahren, und danach alles beichten... jep, der Montag war jedenfalls sehr sehr blöd.
Dienstag bin ich dann (auch, weil ich mich niemandem mehr nach einem Auto hab fragen trauen) bei kuscheligen 0 Grad mit meinem Motorrad in die Arbeit gefahren. Hat die ersten 500m echt soviel Spaß gemacht - bis ich die Finger nicht mehr gespürt hab

Auf dem Heimweg nachmittags bei 10 Grad gings aber gut - außer, dass ich festgestellt habe, dass der Motor ab 10.000 Umdrehungen nicht mehr zieht. Aber das ist ne Baustelle, die grad keine Priorität hat - trotzdem ärgerlich.
Der Anruf kam - mein Auto läuft wieder, na immerhin, endlich mal gute News! Trotzdem kostet das natürlich einiges.
Meine Ex hat mir das Auto gebracht (Lage und Öffnungszeiten der Werkstatt ließen es nicht zu, dass ich es sonst unter der Woche hätte holen können), ich hab sie und ihren Partner dafür zur S-Bahn gefahren -1860 hat gegen Aue gespielt, da mussten sie natürlich nach Giesing... mit mir war sie vor 10 Jahren wenigstens noch bei den Bayern

Achso und natürlich muss ich diesen Monat einige hundert Euro (das erste mal überhaupt) Strom nachzahlen. Hab sonst immer was rausbekommen... Kommt grad alles auf einmal irgendwie. Aber gut, geht bald auch wieder aufwärts

Ja - wie läufts im Hause der Ex eigentlich, mal so als grober Überblick.
Sie ist nach wie vor arbeitslos, bemüht sich um irgendein Fernstudium - aber nach all ihren "Karriereplänen" lass ich sie da einfach mal machen. Solange ihr Partner sie da finanziell aushält als Gegenleistung dafür, dass sie sich um seine Kids kümmert solls mir egal sein.
Sie kann sich dort verwirklichen, finanziell sind ihr keine Grenzen gesetzt. Der komplette erste Stock ist renoviert worden und sieht auch wirklich gut aus. Auch die beiden Zimmer seiner Jungs sind top geworden. Bei den Zimmern meiner beiden wart ich ehrlich gesagt noch drauf... Aber gut, das Fass mach ich wann anders auf.
Ihr Minivan hatte vor einigen Wochen nen Motorschaden, er hat ihr jetzt für über 60k einen neuen Bus über die Firma gekauft, und sich einen BMW. Urlaub für den Sommer wird geplant mit allen Kids, zwei Wochen 12.000 Euro etc. - Geld scheint dort wirklich kein Thema zu sein - eher Zeit. Er arbeitet viel, braucht aber wohl auch viel Schlaf (irgendwie macht er immer Mittagsschlaf wenn ich dort aufschlag). Was mir die Kids da teilweise für Stories erzählen, allgemein auch wie der Zustand der Kinderzimmer ist, was da sonst alles so in den letzten Monaten passiert ist, ist echt - aber das würde erstens jetzt den Rahmen sprengen und zweitens wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Aber was ich krass finde: Der Sohn mit dem Schrauber ist mittlerweile bei ihm gemeldet, geht dort in den KiGa und lebt so halb bei ihm, halb bei seinen Eltern - nur jedes zweite Wochenende bei meiner Ex.
Auch mit mir ist sie seit einem halben Jahr cool damit, dass ich "nur" noch die Hälfte an Unterhalt zahle, ohne dass irgendwas über JA oder Anwalt läuft.
So - aber all dieses ganze Drama und Heckmeck, und ich bin trotzdem wahnsinnig positiv gestimmt und blicke absolut freudig in die Zukunft.
Und das liegt vor allem daran, dass ich in einem Monat nocheinmal in eine neue Wohnung umziehe.
Und ehrlich? Ich find das ganze, was grad an Arbeit anfällt schrecklich - ich komm zu nichts neben Job und Kids und mach alles irgendwie halbscharig zwischen Tür und Angel - aber es fühlt sich gut und richtig an, und ich kanns kaum erwarten, wenn ich endlich in den neuen vier Wänden bin
Die zweistöckige Maisonette-Wohnung liegt in Laufnähe zur Schule meiner Kinder, direkt in der Innenstadt am Marktplatz. Inklusive Tiefgarage, zwei Balkonen und Dachterrasse, ist größer als meine jetzige und kostet warm ca. das gleiche.
Mein Arbeitsweg sind jeden Tag ca. 15min länger, aber ich hab das Deutschlandticket schon gekauft - bei den heutigen Spritpreisen spare ich sogar ca. 200 Euro für den Fahrtweg, falls das mit dem Zug so klappt, wie ich es mir vorstelle.
Zusätzlich möchten sowohl die Kids, ich als auch meine Ex, dass die Kids viel/mehr als viel bei mir sind. Dadurch zahle ich ab Mai gar keinen Unterhalt meh.
Außerdem wurde mir von meiner Ex bisher extrem zugearbeitet was Möbel, Fahrzeuge/Anhänger zum Umzug, Helfern, Zugeständissen etc. angeht - sie möchte ja schon seit längerem, dass ich näher zu den Kindern ziehe.
Letztendlich wird glaube ich in wenigen Wochen alles nahezu perfekt sein. Ich freu mich so dermaßen auf diese gut Wohnung, auf die Dachterrasse im Frühling/Sommer und auf die Küche mit hochwertigen Bosch-Geräten, die ohne Ablöse Teil der Wohnung ist
Und einfach in der Fußgängerzone mit den ganzen Cafés, in Laufnähe zu Schule, Trainingsplatz etc. zu wohnen ist mir einfach so viel wert - egal was die Ex die nächsten Jahre so treibt. Lieber fahr ich 15 min länger in die Arbeit, als jeden Tag für das Privatleben meiner Kids durch die Gegend gondeln zu müssen.
Meine beiden Kids sind 100% am Start, freuen sich sehr, bald die meiste Zeit bei mir, mit mir in der tollen Wohnung zu verbringen. Selbst jetzt mit dem wirklich schwierigen und langwierigen Busfahren sind sie gern unter der Woche bei mir - und es ist wundervoll. Ich glaube, gerade die ersten paar Monate nach der Trennung waren wahnsinnig wichtig für die Bindung zwischen den Kids und mir - und das zahlt sich heutzutage tausendfach aus.
Ja, wegen dem bevorstehenden Umzug haben wir die letzten Wochen jede freie Minute in Möbelhäusern verbracht und alles ist ready. Entweder es steht abholbereit bei meiner Ex in der Garage oder im Lager vom Segmüller
So - dementsprechend siehts hier auch wieder aus - Leben im Chaos aus Kartons, und alle paar Tage dem Wertstoffhof Hallo sagen

Sorry für diesen Riesen-Roman - ich hab immer noch sehr sehr viel weggelassen - aber es hat gut getan, hier mal wieder einiges an Mental Load wegzutippen. Ich hab noch einiges in petto - aber für heut reichts
Schön, mal wieder von euch zu lesen, bis bald!