Liebe Ohne dich,
man kann aus deinem Post deine Verzweiflung und deinen tiefen Schmerz spüren. Ich wollte dir gleich antworten, und dich ermutigen, diesen krankmachenden und selbstzerstörerischen Zustand für dich zu beenden, aber ich lese bereits, dass du Verantwortung für dich übernimmst und das bereits getan hast, trotz allen Schmerzes. Es tut bestimmt weh, diesen Mann nun endgültig gehen zu lassen, nach einer so langen Zeit der Hoffnung. Es tut weh, wenn die Hoffnung stirbt und einem bewusst wird, dass man an einer Illusion festgehalten hat. Aber ich glaube, dass das jeder schon einmal erlebt hat, der liebt. Du bist in bester Gesellschaft.
Dein Affairenmann hat die letzten 7 Jahre nur auf sich geachtet und das getan, was ihm guttat. Wie er das mit seinem Gewissen ausgemacht hat, darüber würde ich mir gar keine Gedanken machen. Wahrscheinlich legt er es sich so zurecht, dass er seiner Frau ja nichts wegnimmt. Darüber nachzudenken bringt dir nichts.
Deine Gedanken und deine Energie sollten jetzt ausschließlich einer Person gelten und das bist du selbst. Wenn du das Gefühl hast, in einem Abhängigkeitsverhältnis zu diesem Mann zu stehen, das es dir nicht ermöglicht, dich zu trennen, obwohl du es unbedingt möchtest, dann suche dir Hilfe. Vielleicht kann eine Gesprächstherapie beim Verstehen der destruktiven Mechanismen, die dich blockieren, helfen.
Überlege dir auch, ob du nicht klare Verhältnisse schaffen willst, indem du, auf welchem Weg auch immer, offiziell Schluss machst. Du hast in den oberen Beiträgen erwähnt, dass es bei euch diese Dynamik des "Rarmachens" deinerseits gab, was deinen Affairenmann dann anspornte, sich mehr um dich zu bemühen. Es wäre eine Überlegung wert dieser Dynamik, die dich unnötig in Versuchung bringen könnte, gleich einen Riegel vorzuschieben. Du könntest ihm z.B. einen Abschiedsbrief zukommen lassen. Es spielt gar keine Rolle, ob er deine Gründe dann versteht oder nicht. Wenn so ein Brief DIR hilft, dann schreib ihn. Wenn dir so ein Brief nicht hilft, dann würde ich ihm in wenigen Worten deinen Entschluss mitteilen.
Die Ehefrau würde ich nicht kontaktieren. Wenn sie sich belügen lassen will, ist das ihre und nicht deine Verantwortung. Anzeichen gab es ja genügend, anscheinend will sie die Wahrheit nicht sehen.
Ich wünsche dir sehr, dass du schnell wieder in deine Kraft kommst.
