Zitat von Freya2014:Also was wäre das nächste?
Irgendwie glaube ich nicht mehr daran, dass die Zeit das jetzt besser machen wird.

Du hast vollkommen recht. Es gibt einen Punkt, da stimme ich dir voll und ganz zu - da macht es die Zeit nicht mehr wirklich besser. Zeit ist nur am Anfang heilsam - weil sie die nötige Ruhe und den nötigen Abstand bringt, um
überhaupt reflektieren zu können.
Wenn du allerdings merkst, dass du mit dem Reflektieren am Ende bist, i.e. an einem Punkt angelangt bist, wo du keine neuen Erkenntnisse mehr erzielst, sondern die Gedanken einfach unaufhaltsam einfach weiter kreisen um ihn, auf destruktive Art und Weise, auf eine Art, die dich in deinem Vorankommen sogar blockiert, dann bist du mE reif für den nächsten Schritt:
die Gedanken
bewusst davon weglenken. Das klingt, als ob das schwierig wäre - und JA, es ist schwierig, aber nicht unmöglich. Ich habe das nach 8 Monaten irgendwann gemacht. ICh habe gemerkt, dass Zeit nichts bringt, Sport nichts bringt, Gespräche nichts mehr bringen, selbst Yoga hat nicht geholfen: selbst in Shavasana (der Schlußentspannung) sind die Gedanken
immer und immer wieder gekommen.
Ist ja auch logisch! Warum? Weil das Gehirn über die letzten Monate
gelernt hat immer und immer wieder dieselben Wege zu gehen, dieselben Synapsen wurden immer und immer wieder benutzt - wie beim Vokabellernen einer neuen Sprache. Wenn ich nur diese Zeit in neue Englisch-Vokabel gesteckt hätte! Dann würde ich perfekt Englisch sprechen und bräuchte nicht mehr mein Online-Wörterbuch! Diese Gedanken haben sich so manifestiert, als müsstest du für eine bevorstehende Prüfung lernen. Nur mit dem Unterschied, dass du diese ganzen Gedanken nicht brauchst. Im Gegenteil - sie behindern dich.
Was hier hilft ist mE - und da bin ich absolut bei dir - nicht mehr Zeit.
Sondern, das bewusste ablenken, das
bewusste verhindern dieser Gedanken.
1) Das fängt dabei an, dass du mit NIEMANDEM mehr über diese Sache sprichst. Wenn dich deine Freunde/Familie ansprechen, wie es dir geht, dann sage: gut, es wird besser - und wechsle das Thema
2) Es geht weiter mit deiner eigenen Gedankenwelt - die Story in deinem Kopf, wie sieht die aus? Meine ist: es hat nicht funktioniert & es ist gut wie es ist. Drüber hinaus
lasse ich keinen einzigen Gedanken mehr zu. Es wurde ja schon an alles gedacht, und ich habe ca. 3 Notizbücher mit meinen Gedanken vollgeschrieben. Irgendwann muss auch mal gut sein.
3) Wenn es nicht und nicht klappen will, dann musst du es dennoch immer und immer wieder probieren. Bei mir kam immer ein Ärger in mir hoch und ich dachte immerzu "so ein Idiot, ich hätte mich früher trennen sollen".
Sobald ich merkte, wie schon wieder dieser Gedanke kam, machte ich folgendes: ich blickte auf den nächstgelegenen Gegenstand, zB eine blaue Vase und wiederholte in meinem Kopf "blaue Vase, blaue Vase, blaue Vase" solange es ging und lenkte meine Gedanken weg von meinen ursprünglichen Gedanken.
Neue Gedanken denken, die alten verbannen. Und deine eigene, heilsame Story im Kopf kreieren. Das ist eine Geschichte über das Ende der Beziehung, warum es nicht funktioniert hat, dass du ihm und dir nicht weiter böse bist, und alles gut ist, wie es gekommen ist.
Das waren zumindest für mich die Punkte, die am meisten geholfen haben.
Alles Gute