Bleeding
Mitglied
- Beiträge:
- 38
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 13
- Mitglied seit:
Habe mich ganz neu hier angemeldet, weil ich mit meinen Gefühlen alleine nicht mehr zurechtkomme. Meine Trennung liegt 7 Wochen zurück (Beziehung ging 1 Jahr 8 Monate) und die Euphorie der ersten Wochen ist vorbei. Der Gedanke "endlich hab ich diese verkorkste Beziehung beendet" und die Erleichterung sind in den letzten 1-2 Wochen verschwunden. Es wurde jeden Tag schlimmer. Mittlerweile weine ich jeden Tag, bei jeder Gelegenheit. Leider wohnt er auch noch genau gegenüber und ich kann von meinen Fenstern zu ihm rüber in die Küche gucken. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich schon damit verbracht habe, am Fenster zu lungern und darauf zu hoffen, ihn wenigstens mal kurz vorbeihuschen zu sehen. Es ist so erbärmlich. Bereits 2 Wochen nach der Trennung musste ich mit ansehen, wie eine andere Frau in Unterwäsche in seiner Küche herumhopste, wie sie MEINEN Kaffee aus MEINER Tasse geschlürft hat... und er kam noch dazu, ebenfalls nur in Shorts, schob sie demonstrativ ans Fenster und hat sie befummelt und abgeknutscht.
Wie kann eine vernünftige und weitestgehend intelligente Frau so jemandem nachweinen? Mein Verstand weiß, dass ich den Typ loswerden musste und dass ich ohne ihn besser dran bin. Aber mein Herz, das folgt keiner Logik und ich hab den ganzen Tag Herzrasen und Bauchweh, direkt beim Aufwachen geht es los. Da schwappt diese riesige Traurigkeit über mich und ich möchte gar nicht aufstehen. Diese Steine im Magen schleppe ich den ganzen Tag mit mir rum. Ich esse kaum noch, bin total abgemagert. Ablenkung funktioniert nur stundenweise. Ich treibe viel Sport (immer schon, auch vor der Trennung), was bei meinem derzeitigen Untergewicht nicht so gut für meinen Körper ist. Aber ich kann auch nicht auf den Sport verzichten. Kriege jetzt schon hochkalorische Flüssignahrung vom Arzt, damit ich nicht vom Fleisch falle. Freunde habe ich nicht so viele. Eine gute Freundin und einen guten Freund, ansonsten Bekannte. Durch Arbeitslosigkeit und Krankheit hocke ich die meiste Zeit zu Hause. Umso schlimmer, dass ich dann immer Zeit und Gelegenheiten habe, zu ihm rüber zu gaffen.
Ich bin 37 und hatte gedacht, jede Art von Liebeskummer bereits erlebt zu haben. Ich hab Pferde kotzen sehen - vor der Apotheke. Jede Hässlichkeit, jede Gemeinheit, jedes miese Gefühl habe ich kennengelernt. Das, was ich jetzt erlebe, hat eine neue Dimension des Schmerzes erreicht. Ich kann nicht in Worte fassen, wie elend es mir geht und wie verzweifelt ich bin. Ich mache mir sogar Gedanken darüber, wie ich ihn zurückkriegen könnte! Ich zweifle ernsthaft an meinem Geisteszustand und ich habe keine Ahnung, wie ich aus diesem Loch wieder herausfinden soll.
Tja, das ist meine Geschichte. Die Kurzfassung. In der ausführlichen Version würden dann einige Dinge stehen, die zeigen, was für ein schlechter Mensch er ist/war, was für unglaubliche Sachen er gesagt und getan hat und wie ich mir die ganze Zeit der Beziehung immer irgendwie schönreden musste. Ich war/bin ihm so verfallen, dass ich alle fiesen Dinge übersehen und ignorieren wollte. Oder ich hab mir lange genug eingeredet, dass ich Schuld bin und dass ich alles zu eng sehe. Nur damit es wieder harmonisch zwischen uns wird. Es ist bescheuert, ich weiß.
Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen/Monaten lerne, wie ich damit umgehen kann, dass er weg ist. Dass mein Herz irgendwann kapiert, was mein Kopf längst weiß. Aber ich hab eine schei. vor dieser Zeit. Ich bin jetzt schon so müde und erschöpft von meinem inneren Kampf. Ich weiß nicht, wie lange ich das durchhalte.