E-Claire
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Zitat von Himmelssonne:Und bei mir kommt noch etwas hinzu: dass eine Stimme in mir sagt, dass ich nicht trauern darf. Ich erlebe viel Überraschung um mich herum, wenn ich über die Intensität dieser Bindung, der Freude, Geselligkeit etc. berichte. Es gibt wohl nicht sehr viele, die über eine gute Beziehung zu einem Elternteil berichten, sondern eher die Eltern am Schluss eher als Belastung erleben. Das war bei mir nicht so. Bis zum Schluss war es schön mit meinem Vater, wir konnten stundenlang reden, lachen - er fehlt mir.
Manchmal braucht man eine Erlaubnis von Außen. Hier ist sie. Du darfst, sollst, kannst, musst trauern.
Für die Menschen um einen herum ist ein Trauerfall, der sie selbst nicht unmittelbar betrifft, durchaus auch mit vielen Emotionen verbunden. Die eigene Endlichkeit, selbst erlebte, vielleicht nicht immer verarbeitete Trauer und eben die Untröstlichkeit des Gegenübers.
Wenn jemand stirbt, den man sehr geliebt hat, ist man untröstlich. Es gibt nichts, was das wieder gut machen kann.
Und weil das so ist, weichen viele Menschen in einer solchen Situation eben aus. Nicht weil sie Dir Deine Trauer absprechen wollen, sondern weil sie nichts tun können. Da fallen Sätze oder Bemerkungen die auf das hohe Alter abzielen oder eben dass es ja natürlich ist, wenn die Eltern vor den Kinder gehen. Dass man ja gluck gehabt hat noch so viel Zeit mit demjenigen verbringen zu können. Der Begriff der Erlösung fällt oder, oder, oder.
Manches davon fühlt sich verletzend an, anderes unpassend. Darauf reagieren manche mit Wut und andere haben das Gefühl, sie müssten ihre Trauer verstecken.
Die Zeit zwischen Todesfall und Begräbnis ist eine unwirkliche, sie folgt eigenen Regeln.
Geh liebevoll mit Dir um, Du bist untröstlich.
Aber solange musst Du noch strampeln, bitte.