Zitat von Heloise: Habe ein wunderschönes Wochenende bei meinen erwachsenem Kind und Partner verbracht. Sie wohnen 400 km weit weg. Es ist jedesmal so. Wenn die hier bei mir waren und wieder abreisen und das Haus ist plötzlich ruhig oder wie jetzt, wenn ich zurückkomme. Ich weiß, dass es wieder aufhört aber so 2 bis 3 Tage leide ich wie ein Hund. Ständig stehen mir Tränen in den Augen und ich hab einen Druck auf dem Magen. Kennt ihr das, wie fühlt sich das bei euch an und was macht ihr da so?
Ich habe zwar keine Kinder, aber Abschiedsschmerzen kennt jeder auf die ein oder andere Weise. Es ist doch wunderschön, dass du sie trotz der 400 km doch verhältnismäßig oft siehst und ihr dann eine tolle Zeit zusammen hattet. Dann akzeptiere doch den Schmerz, denn er steht ja auch für eine tiefe Verbundenheit mit den Kindern. Das ist doch etwas Wertvolles. Die paar Tränen lass doch einfach laufen, bis du wieder in deinem Alltag angekommen bist.
Ich kenne viele Fälle, wo Kinder jeglichen Kontakt mit den Eltern unterbinden und praktisch im Nirwana verschwinden. Die Schwester meines Mannes ist so ein Fall. Deren Tochter hat zwei Kinder und die 3 Generationen steckten ständig zusammen und wohnten an einem Ort. Der Kontakt der Enkel zu den Großeltern fand fast täglich statt und in den Ferien mietete man ein großes Ferienhaus auf Sylt. Ich dachte mir, ist ja toll, wie prima das bei denen läuft.
Keine Ahnung, was dann passierte und warum das alles kippte. Es war auf einmal der Wurm drin zwischen Eltern und der Tochter, die dann alsbald weiter weg zog. Welche Gründe das hatte, haben wir nie erfahren, aber seitdem ist absolute Funkstille. Anfangs gingen noch emotionsgeladene Mails hin und her, die noch mehr Öl ins Feuer gossen und nun ist es seit Jahren so, dass überhaupt kein Kontakt mehr besteht. Die Großeltern wissen vermutlich nicht mal, was aus den Enkeln geworden ist.
Die Eltern haben sich ein großes Wohnmobil gekauft und leben mehr auf Campingplätzen. Im Sommer in Dänemark, im Winter in Spanien oder Portugal und was die Kinder machen, wie es ihnen geht und was vor allem die Enkel machen, ist fremdes Terrain. Die Tochter hat ihren Eltern ihre Kinder entzogen.
Und jetzt lese ich diese wehmütigen Worte von dir, die genau das Gegenteil aussagen. Nimm den Schmerz hin, denn er steht für ein Verstehen und Zusammenhalt zwischen den Generationen und sei dankbar dafür.
Vielleicht kannst du ja iwann ein wenig näher zu ihnen ziehen.