Hallo Heloise,
lass dich trösten, solche Verabschiedungsschmerzen kennt wohl jede/r. Vor allem dann, wenn die gemeinsame Zeit sehr schön war und man gern länger geblieben wäre fällt die Umstellung auf den dann erstmal etwas trostlos erscheinenden Alltag schwer. Ich kenne so etwas vor allem als Urlaubsende-Blues oder wenn ich früher, als ich Kind war, nach den spärlichen Besuchswochenenden von meinem Vater wieder zurück nach Hause musste (weil ich doch schmerzlichst gern noch bei ihm bleiben wollte, nicht, weil es zu Hause so schlimm gewesen wäre).
Zitat von Heloise: Habe ein wunderschönes Wochenende bei meinen erwachsenem Kind und Partner verbracht.
Das klingt doch toll und wie ein Geschenk des Lebens an dich. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass die Beziehung zum Kind und zu dessen Partner/in so stimmig ist. Und: du hast die Aussicht auf ein Wiedersehen.
Mein Kinderwunsch hat sich leider nicht erfüllt, ein Leben mit Nachkommen war mir nicht vergönnt. Meine inzwischen verstorbene beste Freundin hatte eine Tochter, die aufgrund einer plötzlichen schweren Krankheit ihren dritten Geburtstag nicht mehr erlebte. Der Sohn meiner anderen Freundin ist als Jugendlicher mit seinem Vater hunderte Kilometer weggezogen und hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen. Ob wir nun Kinder zur Welt bringen durften oder nicht - jede von uns würde sehr viel, eine von uns wahrscheinlich sogar alles dafür geben, ihre Situation gegen deinen aktuellen Kummer einzutauschen, wenn sie dafür auch deine Perspektive übernehmen dürfte. Vielleicht hilft dir das, deine Traurigkeit etwas zu relativieren?
Zitat von Heloise: Ständig stehen mir Tränen in den Augen und ich hab einen Druck auf dem Magen. Kennt ihr das, wie fühlt sich das bei euch an und was macht ihr da so?
Wenn ich mal wieder eine Phase habe, in der mich der Kummer über die Kinderlosigkeit plagt, erreiche ich oft durch einen Perspektivwechsel eine Besserung meiner Gefühlslage. Ich richte dann den Blick ganz bewusst auf die Bereiche, in denen das Leben mich beschenkt hat. Ganz oft hilft mir das, dass ich dafür anfange Dankbarkeit zu spüren und darin dann auch Trost finde über den aktuellen Kummer. Und natürlich, mir andere gute Dinge und Erlebnisse zu verschaffen - ich würde mir an deiner Stelle für die zukünftigen Blues-Tage nach einem so innigen Familienkontakt einen oder zwei Tage zum Ankommen, Runterkommen und Traurigsein gönnen, aber dann schon mal ganz bewusst ein kleines Highlight für den nächsten Tag planen, um etwas zu haben, worauf man sich freuen und den Fokus richten kann. So fühlt sich die Diskrepanz zwischen den tollen Familientagen und dem Alltag vielleicht auch nicht mehr so groß an.