84

Abschiedsschmerz von Kindern

Heloise
Zitat von Margerite:
Oh, welches Luxusproblem! Liebe Heloise, du hast einfach zu viele Menschen die du liebst. Sei doch einfach mal dankbar dafür. Ich

Natürlich. Es ist ja auch kein Jammern, was ich hier abziehe. Mir tut es gut, mich auszutauschen mit Leuten, die ähnliche Gefühle kennen. Es fühlt sich ja auch nicht schlimm an. Es sind eher konzentrationsprobleme und dieser Brocken, der noch im Moment auf meinem Oberbauch liegt.

Natürlich könnte alles schlimmer sein. Dass ich mich mit schwiegerkindern nicht verstehe oder so.

Ich habe auch eine Bekannte, die hatte nur einen Neffen. Sie kümmerten sich gemeinsam um das Einzelkind der Schwester. Er hatte sozusagen zwei Elternpaare. Er wäre jetzt auch schon Mitte/Ende 40 und hätte vielleicht auch Kinder, die dann für meine Bekannte wie Enkelkinder wären. All das durften sie nie kennenlernen, weil der junge Mann mit Mitte 20 bei einem Motorradunfall verstarb. Das ist ein Abschied für immer der schlimmsten Art.

Und ich bemühe mich, jede Minute Beisammensein aufzusaugen und freue mich, wenn sie mich über ihr Leben auf dem Laufenden halten und wenn’s nur ne kurze Info ist.

#31


Hola15
Hilfe, erst gestern unterhielt ich mich mit einer Verkäuferin und sie sagte das ändert sich nie und nun dieser threat.

Ich bin gerade in der Übergangsphase, Kind 1 zum studieren, aber nur eine Stunde entfernt, Kind 2 noch zuhause.

Kind 1 ist gerade einen Monat in Südostasien unterwegs mit ihrem Freund, beides Chaoten, und ich gehe fast die Decke hoch vor Sorgen. Ich hab da aber auch ne Meise. Mich haben damals die Sorgen meiner Mutter schon aufgeregt und ich bin viel schlimmer. Ich mag das nicht aber die Angst packt mich und ich bin eigentlich die meiste Zeit damit beschäftigt die zu händeln.

Das ist nicht das konkrete Thema dieses threats, aber ging es jemanden auch so und wird sowas irgendwann besser?

Und auch außerhalb der Sorge (bei mir auch noch, dass sie ihren Platz im Leben finden) bleibt dann tatsächlich die ständige Sehnsucht, ja?

Ich glaub ich kann mich gleich begraben…

x 1 #32


A


Abschiedsschmerz von Kindern

x 3


Umbra_
Zitat von Heffalump:
Wenn sie wo zugegen ist?

Den Fall gibt es so nicht. Ich habe sie ausschließlich gesehen, wenn ich mal bei ihnen war oder sie bei mir eingeladen waren. Zu anderen Gelegenheiten sehe ich sie gar nicht.

So außer der Reihe kamen sie nie, kommt mein Sohn nicht. Es bedarf immer einen Anlass.

Zu meinem Geburtstag im März hatte ich sie nicht mit eingeladen. Zu tief saß noch der Ärger über ihre Aktion vom Dezember. Mein Sohn kam mit 2 Stunden Verspätung. Das war ein ganz trauriger Geburtstag mit mieser Stimmung.

In der vergangenen Woche hatte ich hier ein Kaffee trinken mit meiner Mutter, Schwester und Schwager ( der kleine Rest meiner Familie), um mein "neues" Schlafzimmer anzuschauen. Meinen Sohn habe ich außen vor gelassen.

Es ist mir einfach unangenehm, nur ihn einzuladen. Aber wie soll das weiter gehen?

#33


Nachtlicht
Hallo Heloise,

lass dich trösten, solche Verabschiedungsschmerzen kennt wohl jede/r. Vor allem dann, wenn die gemeinsame Zeit sehr schön war und man gern länger geblieben wäre fällt die Umstellung auf den dann erstmal etwas trostlos erscheinenden Alltag schwer. Ich kenne so etwas vor allem als Urlaubsende-Blues oder wenn ich früher, als ich Kind war, nach den spärlichen Besuchswochenenden von meinem Vater wieder zurück nach Hause musste (weil ich doch schmerzlichst gern noch bei ihm bleiben wollte, nicht, weil es zu Hause so schlimm gewesen wäre).

Zitat von Heloise:
Habe ein wunderschönes Wochenende bei meinen erwachsenem Kind und Partner verbracht.


Das klingt doch toll und wie ein Geschenk des Lebens an dich. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass die Beziehung zum Kind und zu dessen Partner/in so stimmig ist. Und: du hast die Aussicht auf ein Wiedersehen.

Mein Kinderwunsch hat sich leider nicht erfüllt, ein Leben mit Nachkommen war mir nicht vergönnt. Meine inzwischen verstorbene beste Freundin hatte eine Tochter, die aufgrund einer plötzlichen schweren Krankheit ihren dritten Geburtstag nicht mehr erlebte. Der Sohn meiner anderen Freundin ist als Jugendlicher mit seinem Vater hunderte Kilometer weggezogen und hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen. Ob wir nun Kinder zur Welt bringen durften oder nicht - jede von uns würde sehr viel, eine von uns wahrscheinlich sogar alles dafür geben, ihre Situation gegen deinen aktuellen Kummer einzutauschen, wenn sie dafür auch deine Perspektive übernehmen dürfte. Vielleicht hilft dir das, deine Traurigkeit etwas zu relativieren?

Zitat von Heloise:
Ständig stehen mir Tränen in den Augen und ich hab einen Druck auf dem Magen. Kennt ihr das, wie fühlt sich das bei euch an und was macht ihr da so?


Wenn ich mal wieder eine Phase habe, in der mich der Kummer über die Kinderlosigkeit plagt, erreiche ich oft durch einen Perspektivwechsel eine Besserung meiner Gefühlslage. Ich richte dann den Blick ganz bewusst auf die Bereiche, in denen das Leben mich beschenkt hat. Ganz oft hilft mir das, dass ich dafür anfange Dankbarkeit zu spüren und darin dann auch Trost finde über den aktuellen Kummer. Und natürlich, mir andere gute Dinge und Erlebnisse zu verschaffen - ich würde mir an deiner Stelle für die zukünftigen Blues-Tage nach einem so innigen Familienkontakt einen oder zwei Tage zum Ankommen, Runterkommen und Traurigsein gönnen, aber dann schon mal ganz bewusst ein kleines Highlight für den nächsten Tag planen, um etwas zu haben, worauf man sich freuen und den Fokus richten kann. So fühlt sich die Diskrepanz zwischen den tollen Familientagen und dem Alltag vielleicht auch nicht mehr so groß an.

x 1 #34


P
Ich befinde mich auch in der Phase, in der meine Kinder nach und nach endgültig flügge werden. Eins wohnt am anderen Ende Deutschlands und ein anderes im Ausland (ein weiteres Kind noch zu Hause). Ich muss aber sagen, dass bei mir die Freude (und ein wenig auch der Stolz) darüber überwiegt, dass sie so mutig ins Leben treten, dass sie sich so viel zutrauen. Klar vermisse ich sie auch, aber diese Zuversicht, dieser Mut und diese Selbstständigkeit waren doch genau das Ziel meiner Erziehung. Also irgendwie auch alles richtig gemacht.

#35


Umbra_
Zitat von Heloise:
freue mich, wenn sie mich über ihr Leben auf dem Laufenden halten und wenn’s nur ne kurze Info ist.

Das ist ganz wichtig. Das würde ich mir auch wünschen, aber ich werde außen vor gelassen. Sie lassen mich an ihrem Leben nicht teilhaben. Wichtige Dinge erfahre ich nicht. Na gut - manchmal über Dritte.

#36


Hola15
Zitat von Umbra_:
Wichtige Dinge erfahre ich nicht.

Welche Dinge sind das denn, wenn ich fragen darf?

#37


Heffalump
Zitat von Umbra_:
Es ist mir einfach unangenehm, nur ihn einzuladen. Aber

Würde ich trotzdem tun, ist dein Sohn.
Aber es ist immer leichter, wenn man nicht drin steckt.

x 1 #38


M
Zitat von Heloise:
Guten Morgen, Geneinde. Ich leide gerade unter akutem starken Abschiedsschmerz. Habe ein wunderschönes Wochenende bei meinen erwachsenem Kind und Partner verbracht. Sie wohnen 400 km weit weg. Es ist jedesmal so. Wenn die hier bei mir waren und wieder abreisen und das Haus ist plötzlich ruhig oder wie jetzt, wenn ...

Ich kenne das nicht weil ich keine Kinder habe, weiss aber dass es für manche Eltern eine Erleichterung ist wenn die Kinder weiter weg sind, für andere schwierig (ich bin nach dem Abi auch gleich 700 km weggezogen).
Und auch bei den Leuten in meinem Alter: manche besuchen ihre Eltern jede Woche mehrmals, andere nur alle paar Wochen oder Monate. Manche leben auch in anderen Ländern oder gar Kontinenten heutzutage, kenne ich einige
(zB eine Verwandte ist nach Fidji gezogen 😜 )

Hast Du einen Partner oder andere Community (nette Koleginnen, Freundinnen oder so )ausser Deinem Kind?!

Liebe Grüße

#39


Heffalump
Zitat von Hola15:
Mich haben damals die Sorgen meiner Mutter schon aufgeregt und ich bin viel schlimmer.

ja da kann ich gut mitreden. Und habe mir geschworen, ihm nicht so aufs Fell zu hüpfen.
wenn ich mich bei ihm melde, bekomme ich oft schnell ne Nachricht. Tagesaktuell. Das muss reichen.

Ich möchte nicht, das er mich als zu anhänglich empfindet

x 3 #40


alleswirdbesser
Zitat von Hola15:
Kind 1 ist gerade einen Monat in Südostasien unterwegs

PN

x 1 #41


Umbra_
Zitat von Hola15:
Welche Dinge sind das denn, wenn ich fragen darf?

Ein Beispiel: Mein Sohn ist schon seit 2 Jahren krank geschrieben. Jetzt befindet er sich anscheinend in einer Wiedereingliederung in Teilzeit. Das habe ich von der "Schwipptante" meiner Schwiegertochter erfahren, die eine ehemalige Arbeitskollegin von mir ist.

Wir treffen uns mit ehemaligen Kolleginnen alle paar Wochen zum Frühstück. Ich hab ganz schön blöd aus der Wäsche geguckt.

Vor ein paar Wochen hat sich mein Sohn gegenüber meiner Mutter ( seiner Oma) " verplappert. Meine Mutter fragte dann nochmal nach, fragte warum er das nicht erzählt. Wir würden uns doch alle für ihn freuen. Darauf hat er barsch geantwortet, dass das niemanden etwas angeht. Also unterlasse ich derartige Fragen.

Zitat von Heffalump:

Würde ich trotzdem tun, ist dein Sohn.

Nur den Sohn oder mit seiner Frau zusammen?

Ich will hier aber nicht den Thread an mich reißen. Mein Thema weicht doch ein bisschen ab.

x 2 #42


Heffalump

Umbra_
Zitat von Heffalump:
ja nur den, auf sie legst du ja keinen gesteigerten Wert

Es ist wirklich blöd, ausschließlich ihn einzuladen. Ich befürchte auch, dass er Ärger bekommt, wenn er kommt. Zumindest wird sie ihn das spüren lassen, dass ihr das nicht passt.

#44


Heffalump
Zitat von Umbra_:
Ich befürchte auch, dass er Ärger bekommt

er ist dreimal sechs Jahre alt - lass ihn doch entscheiden, ob er dich sehen will. Vor ihr schützen muss er sich selbst

x 2 #45


A


x 4