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Abschiedsschmerz von Kindern

Heloise

Heloise
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Guten Morgen, Geneinde.
Ich leide gerade unter akutem starken Abschiedsschmerz. Habe ein wunderschönes Wochenende bei meinen erwachsenem Kind und Partner verbracht. Sie wohnen 400 km weit weg. Es ist jedesmal so. Wenn die hier bei mir waren und wieder abreisen und das Haus ist plötzlich ruhig oder wie jetzt, wenn ich zurückkomme. Ich weiß, dass es wieder aufhört aber so 2 bis 3 Tage leide ich wie ein Hund. Ständig stehen mir Tränen in den Augen und ich hab einen Druck auf dem Magen. Kennt ihr das, wie fühlt sich das bei euch an und was macht ihr da so?

x 5 #1


Balu85
Zitat von Heloise:
Kennt ihr das, wie fühlt sich das bei euch an und was macht ihr da so?

Ja kenne ich, allerdings ist es immer nur kurz. Da meien Maus ja noch kleiner ist, geht es ja nur von Woche zu Woche. Aber immer wenn ich sie zur Mama gebracht habe und dann in das leere Haus komme ist es im ersten Moment komisch. Alles so still und leer. Nach den Sommerurlauben ist es immer etwas blöder weil man mehr Zeit zusamen hatte. Da ist der Cut tiefer.

x 1 #2


A


Abschiedsschmerz von Kindern

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Heloise
Zitat von Balu85:
Nach den Sommerurlauben ist es immer etwas blöder weil man mehr Zeit zusamen hatte. Da ist der Cut tiefer

Ja. Sie waren ja 3 x dieses Jahr schon da aber immer war das nächste Treffen schon konkret geplant. Jetzt wird das nächste Treffen erst Weihnachten sein. Das ist schon recht lang. 🥲

Der Vorteil dieses Gefühls ist aber, dass ich mir schon konkret Gedanken mache, was man beim nächsten Mal unternehmen kann und Vorbereitungen treffen, dass sie sich wohlfühlen.

Ich war ja nie so eine Glucke aber ich hab das Gefühl, das werde ich jetzt. Ich würde mich am liebsten ins Auto setzen und wieder runter fahren. Ich weiß, das ist kindisch, sie haben ja auch ihren auch ihren Alltag, Job und Sportvereine usw.

#3


Violettsloth
Zitat von Heloise:
Sie wohnen 400 km weit weg.

Mein Sohn ist noch minderjährig, wohnt somit noch bei mir. Ich kenne es aber aus meiner Kindheit von meinen Großeltern. Wir zogen damals auch 400 km weit weg und für meine Oma war es die Hölle. Ich erinnere mich noch, wie sie anfangs jedes Mal weinte, wenn wir oder sie wieder heimfuhren. Mit der Zeit besserte es sich. Damals wurde auch über einen Umzug der Großeltern nachgedacht. Meine Oma hätte es sofort gemacht, aber mein Opa wollte nicht. Er sagte damals: Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Ein Umzug in die Nähe deines Kindes ist für dich keine Option?

x 1 #4


Igelfisch
Ja ich kenne das auch. Mein Sohn wohnt mit seiner Freundin ca 100km entfernt. Meine Tochter mit ihrem Freund etwas über 400km. Als Glucke oder Helikoptermami würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich habe schon sehr gut auf sie geachtet. Das hängt mit meiner eigenen Kindheit zusammen, ich wollte es besser machen als meine Eltern. Und jetzt? Sie sind beide selbstbewusst und sehr selbstständig was mich wirklich stolz auf sie macht. Aber sie nur ein paar Mal im Jahr sehen zu können schmerzt auch mich. Töchterlein war dieses Wochenende mit ihrem Freund da und auch wir werden uns wohl erst an Weihnachten wiedersehen. Immer wenn sie abfahren falle ich in ein mentales Loch aus dem ich nur schwer wieder heraus komme. Ich versuche es mit Dingen, die mich ablenken und mir Freude bereiten.

x 2 #5


D
@Heloise

Kinder bleiben Kinder!

Egal, ob sie ein Jahr, zehn Jahre, hundert Jahre oder tausend Jahre alt werden.
Sie bleiben einfach die kleinen Kinder, die man als Eltern immer beschützen möchte.
Die man ständig um sich haben möchte. Die man immer wieder verwöhnen möchte.

Der ganze Alltag, das ganze Leben, die ganze Freizeit, selbst das eigene Wohlempfinden, richtet sich irgendwie immer nach den Kindern.

Man gewöhnt sich so schnell daran, dass sich alles nach ihnen richtet.
Aber es braucht sehr, sehr viel Zeit, sich daran zu gewöhnen, wenn die Kinder einmal nicht da sind.

Sei es auch nur für ein kinderfreies Wochenende.

Diese Stille.
Diese Ruhe.
Man kann sich irgendwie gar nicht mehr daran erinnern, wie es früher ohne Kinder war.

Sei ruhig traurig.
Schwelge ruhig in Nostalgie.

Lass die Erinnerungen an die Kinder in jedem Raum, in jeder Ecke des Hauses lebendig werden.

An die Momente, in denen die Kinder sich einfach, ohne zu fragen, an der Keksdose bedient haben.

Und irgendwie weiß bis heute niemand, wie das eigentlich passiert ist. 🤭

Aber sei vor allem stolz.

Stolz auf das, was du erreicht hast.
Und noch viel stolzer auf das, was deine Kinder jeden einzelnen Tag erreichen.

Denn vielleicht ist genau das eine der schönsten Aufgaben, die wir als Eltern haben!?

Irgendwann nicht mehr alles für unsere Kinder tun zu müssen, sondern ihnen dabei zuzusehen, wie sie ihr eigenes Leben leben.

Und trotzdem bleiben sie für uns immer unsere kleinen Kinder.

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Waris07
Zitat von Heloise:
Guten Morgen, Geneinde. Ich leide gerade unter akutem starken Abschiedsschmerz. Habe ein wunderschönes Wochenende bei meinen erwachsenem Kind und Partner verbracht. Sie wohnen 400 km weit weg. Es ist jedesmal so. Wenn die hier bei mir waren und wieder abreisen und das Haus ist plötzlich ruhig oder wie jetzt, wenn ...

Ja, ich kenn das auch, diese ganz unterschiedlichen, ambivalenten Gefühle, die da an die Oberfläche kommen. Gestern noch gefühlt mitten drin und heute plötzlich wieder dieses "blöde" Gefühl, nur noch "Zaungast" zu sein. 😟
Wobei "Zaungast" auch eine blöde und etwas theatralische Umschreibung ist, mir fällt aber bisher kein besseres, passenderes Wort ein. 🙈

Und ich glaube, da spielt (zumindest bei mir) auch ganz viel Wehmut mit. Man hatte eine schöne gemeinsame Zeit und weiß gleichzeitig, dass sie wieder vorbei ist und der eigene Alltag wieder weitergeht. Ich finde, das ist weder kindisch noch Schwäche oder gar egoistisch, sondern einfach normal. Die Bindung zu den eigenen Kindern bleibt ja, auch wenn sie erwachsen sind. Nur wie man sie (er)lebt, verändert sich eben.

Und um es kurz zu machen: Wenn meine zwei Großen zu Besuch kommen oder ich bei ihnen zu Besuch war, fällt es mir danach auch immer schwer, dieses Band wieder ein Stück lockerer zu lassen. Und ich gestehe, da fließen bei mir auch mal ein paar "verstohlene" Tränchen. 😢

Was ich da mache? So banal es klingt: Ich lasse es einfach zu. Diese Gefühle dürfen da sein, ich lasse ihnen Raum und Platz. Und irgendwann ruckelt es sich wieder ein. Denn ich spüre ja, die Verbindung ist da, das Band ist da - dafür braucht es nicht immer physische Präsenz. Tröstender Smiley

x 4 #7


Heloise
Zitat von DerNorde:
@Heloise Kinder bleiben Kinder! Egal, ob sie ein Jahr, zehn Jahre, hundert Jahre oder tausend Jahre alt werden. Sie bleiben einfach die kleinen ...

Das hast du so wundervoll geschrieben. Mir kullern vor Rührung wieder die Tränen. Ja meine Kinder haben bisher alles gepackt im Leben und haben Partner, die ebenso focussiert sind. Was mich bissel bedrückt ist, dass ich ihnen keine intakte Familie mit Vater Mutter bieten konnte. Ich hatte nicht immer so den Blick auf die Kinder, ich war alleinerziehend und mit alltagssachen beschäftigt. Die Partner meiner Kinder kommen aus sehr behüteten Elternhäusern und meine Kinder sind da voll eingebunden und fühlen sich da sehr wohl. Trotzdem kommen sie auch gern zu mir oder organisieren was, wenn ich komme, so wie das letzte wochenende. Wir hatten 3 Tage Programm. Mehr ging nicht. Inzwischen rede ich auch wieder mit meinem Ex, weil wir seit sie erwachsen sind und nur noch der Stolz auf sie verbindet und die ganzen Querelen kein Thema mehr sind.

x 3 #8


Waldfee47
Zitat von DerNorde:
Und trotzdem bleiben sie für uns immer unsere kleinen Kinder.

So ist es.

x 2 #9


Waldfee47
Zitat von Heloise:
Kennt ihr das, wie fühlt sich das bei euch an und was macht ihr da so?

Ja, ich kenne das. Es ist ein tiefer Schmerz. Bei mir kommt noch dazu, dass ich ein furchtbar schlechtes Gewissen habe, dass ich für meine Kinder nicht so da sein konnte, wie sie es gebraucht hätten. (aus Krankheitsgründen)...
Wie es sich anfühlt? Ein riesengroßer Schmerz, verbunden mit einer bedingungslosen, tiefen Liebe (die mit nichts zu vergleichen ist) Ich vermisse dann auch die Zeiten, als sie "klein" waren.

Ich kann mich an eine Autofahrt von meinem Sohn zu mir nach Hause erinnern, da konnte ich vor lauter Tränen kaum gucken. Ich habe einfach geweint und geweint und den Schmerz rausgelassen und wirklich auch rausgeschluchzt. (Er ist damals weiter von mir weggezogen...das kam bei diesem Treffen noch dazu)

Tipp: Nach so einem Abschied hab ich teils schon was mit einer Freundin ausgemacht, die diesen Schmerz kennt (weil es ihr bei ihrer Tochter selbst so geht)
Sich einfach wieder aufs Hier und Jetzt konzentrieren. Dankbar sein, für die Zeit, die man mit den Kindern hatte, dankbar sein, dass man Kinder hat und diesen Schmerz und diese Liebe spüren darf.

Und dann schauen, was einem selbst gut tut und wie man sein Leben gut leben kann.

Dann wird es wieder besser.
Bis zum nächsten Abschied.
Fühl dich umarmt.

Grüße von einer Mama

x 4 #10


Waldfee47
Bin jetzt kein Fan von Mary Roos...
es geht um den Text:)

x 2 #11


D
@Heloise

Zitat von Heloise:
Das hast du so wundervoll geschrieben. Mir kullern vor Rührung wieder die Tränen

🥹🥹🥹🥹
Ich HOFFE, 🙏🙏🙏 dass das Freudentränen sind!

Zitat von Heloise:
Was mich bissel bedrückt ist, dass ich ihnen keine intakte Familie mit Vater Mutter bieten konnte.

Auch wenn die Kinder nicht das „Leben“ einer „klassischen“ Familie genießen konnten, bedeutet das AUF KEINEN FALL, dass sie dadurch weniger Liebe erfahren oder weniger schöne Momente erleben!

Das zeigt sich doch gerade darin, dass IHR IMMER NOCH eine so innige Verbindung zueinander habt! 🥰😍❤

Ich bin selbst alleinerziehender Vater von zwei Kindern und ich tue alles für die beiden.
Ich rede sehr viel mit ihnen, darüber, wenn ihnen etwas fehlt, wie es ihnen wirklich geht, was sie beschäftigt, was sie gerne verändern würden und was sie sich wünschen.

Mein Ziel ist genau das, was du erreicht hast.
Eine so innige Verbindung zu meinen Kindern zu haben, dass sie auch als Erwachsene noch gerne zu mir kommen und mit mir über alles reden können.

Ich möchte mir nicht irgendwann, vielleicht in 20 Jahren, von meinen Kindern vorwerfen lassen müssen, dass ich kein guter Vater war.

Und wenn ich dann irgendwann Freudentränen in den Augen habe, weil ich sehe, was für tolle Menschen aus meinen kleinen Kindern geworden sind, dann weiß ich: Ich habe als Vater vieles richtig gemacht. 🥹❤

Zitat von Heloise:
ich war alleinerziehend und mit alltagssachen beschäftigt.

Ich weiß genau, wie du dich gefühlt hast!🙏🙏🙏🙏

Aber ich bin Vater aus Leidenschaft!❤‍🔥
Genau so wie Mutter aus Leidenschaft warst und bist und immer sein wirst!🥹🥰

Zitat von Heloise:
Trotzdem kommen sie auch gern zu mir oder organisieren was, wenn ich komme, so wie das letzte wochenende.

Das bedeutet NUR eines!
!“Mama, wir lieben dich! Du hast alles richtig gemacht“!🥰😍❤

Zitat von Heloise:
. Inzwischen rede ich auch wieder mit meinem Ex, weil wir seit sie erwachsen sind und nur noch der Stolz auf sie verbindet und die ganzen Querelen kein

Ihr werdet euer Leben lang mit einander verbunden sein.

Ich habe von Anfang an immer gesagt, dass ich der Mutter niemals den Kinder wegnehmen werde und das ich niemals den Kindern die Mutter weg nehmen würde.
Ich rede auch nie schlecht über die EX.
Ich konzentriere mich nur noch auf die Kinder und meine Wenigkeit!
❤‍🔥❤‍🔥🤩🤩🤩🤩🥰🥰

x 3 #12


Heffalump
Beneidenswert. Was sind schon hundert oder dreihundert Kilometer, bei mir sind es über dreitausend Kilometer

x 2 #13


Stella31
Zitat von Heffalump:
Beneidenswert. Was sind schon hundert oder dreihundert Kilometer, bei mir sind es über dreitausend Kilometer

Das stelle ich mir auch echt furchtbar vor, so weit weg von meinem Kind zu sein.
Und da ist es sicher gut, mal die Perspektive zu wechseln.
Dennoch ist auch bei 400km der Schmerz da und die Zeiten begrenzt.
Meine Mutter war tief traurig, als wir 60km weit weggezogen sind, da wir davor fußläufig zu ihr gewohnt haben.
Irgendwann hat sie sich dran gewöhnt und ist dann eben länger am Stück bei uns geblieben.
Trotzdem:
Der Schmerz ist für jeden echt, egal wie viele Kilometer dazwischen liegen!

x 3 #14


Heloise
Zitat von DerNorde:
Ich HOFFE, dass das Freudentränen sind!


Ja, hauptsächlich. Aber es ist im Moment ein ganzer gefühlscocktail mit Tendenz zur Freude

Zitat von Waldfee47:
Bin jetzt kein Fan von Mary Roos...
es geht um den Text:)


Oh je, ich hab kurz reingehört. Wundervoll! Aber auch wie wenn du einen Wasserhahn aufdrehst 😂😭
Ich könnt da keine Zeile von dem Text aussprechen, ohne vor Rührung zu flennen.

Zitat von DerNorde:
Ich rede sehr viel mit ihnen, darüber, wenn ihnen etwas fehlt, wie es ihnen wirklich geht, was sie beschäftigt, was sie gerne verändern würden und was sie sich wünschen.


Ja, das Reden kam im Alltag, als es dann auf die Pubertät zuging, etwas zu kurz. Das bedaure ich heute. Dafür reden wir jetzt wieder mehr. Wie alt sind deine Kinder?

x 1 #15


A


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