Zitat von WillyWichtig: Du bist für sie wie eine männliche Freundin. Und die fängt ja auch nicht an zu erzählen, wie gerne sie mir ihr zusammen ist und wie toll sie ist.
@WillyWichtig
Hallo Willy, das ist in der Tat ein heute nicht seltenes Phänomen geworden, ich nenne sie "Nice Guys" oder "Bystander".
Damit sind jene (oft identitätsverunsicherten) Männer gemeint, die bei WhatsApp geparkt werden, für Situationen, wenn es ihr gerade mal schlecht geht, weil der Alpha-Macker sie abwertend behandelt. Dann trösten die Bystander wieder ein wenig und päppeln das Mädel auf, bis sie genügend Selbstwert und Energie hat, um erneut in den Ring zu springen und die nächste Runde einzuläuten (die ähnlich ausgeht). Oder am Auto ist was kaputt und sie braucht dringend Hilfe.
Der Bystander steht schon mit dem Schraubenschlüssel vor der Tür, bevor ihr Smartphone weggelegt ist.
Ich übertreibe bewusst etwas in Richtung Karikatur jetzt, im realen Leben läuft es meist dezenter und variantenreicher ab. Entscheidend ist natürlich, was unterm Strich als Bilanz steht + oder - wenn diese Art von Friendship bewertet wird.
Ich glaube kaum, dass jemand so schreiben wird wie Du, lieber Willy, der noch nicht selbst in dieser Situation war, bzw.
jemanden kennt, der es war und mitgelitten hat.
Und doch möchte ich mal zwischen FriendZone- und FriendZone+ unterscheiden, weil m.E. nicht jede Friendzone automatisch zu dem "männliche Freundin Bystander" Effekt führt.
Der Unterschied ist folgender:
Bei FriendZone- sucht der Freund im Grunde nach Liebe und wirkt daher bedürftig. Er tut daher schon fast alles,
um die Gunst seiner "Herrin" nicht zu verlieren. FriendZone- Bystander können auch extrem nervig werden, weil
sie sich einmischen, sobald eine echte Freundschaft zwischen der Frau und einem neuen Mann entsteht. Sie werden dann oft von Verlustangst geplagt und vereinbaren "Gesprächstermine" mit ihr. Nicht selten werden dort auch giftige Pfeile gegen den "Neuen" geschossen, natürlich immer soft in Watte eingewickelt, wie sich das für eine männliche Freundin gehört.
Bei FriendZone+ ist der Freund nicht von ihrer Zuneigung abhängig. Er gibt freiwillig und unabhängig von ihrer jeweiligen Stimmung. Er kann auch warten. Wenn er sich mal bedürftig fühlt, geht er nicht gleich bei ihr betteln (wie bei FriendZone-),
sondern lässt solche Tage vorüberziehen, ohne sie zu nerven. Friend+ spielt weder die Rolle des Bystanders, noch die
einer männlichen Freundin, ist jedoch für sie da, wenn sie echt in Not gerät (nicht wegen Co-Abhängigkeit zum Macker),
sondern er hilft ihr bei der persönlichen Weiterentwicklung, so gut er kann. Sofern sie einen anderen Freund hat, meidet
Friend+ eine Dreiecksbeziehung um jeden Preis, während sich Friend- dort problemlos hineinziehen lässt, frei nach dem
Motto aus Matthäus 15,27, wo es heißt: " Sie aber sprach: Ja, Herr; und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen!" Nur dass Friend- die Brosamen vom Tisch der Herrin isst, was Friend+ nicht nötig hat.
Ich hoffe, dass sich alle, die sich entweder in F+ oder F- befinden, dadurch etwas besser einordnen und ggf. die richtigen
Konsequenzen ziehen können. Natürlich erfasst so eine kurze Darstellung nicht alle möglichen Konstellationen, liefert
jedoch hoffentlich einen Trendbarometer.