Ich finde es befremdlich, dass Du Deine Frau und Dich als passive Opfer Eures Umfeldes darstellst.
Meine Güte, Ihr trefft Euer Leben lang Entscheidungen für Berufe, die Ehe, für Kinder, kauft Autos, baut Häuser, fahrt in den Urlaub usw. und jetzt stelllst Du es so dar, als wäre Deine Frau, das arme hilflose Reh, von einem Alphatier erlegt worden und hätte keine andere Wahl gehabt, als ihm ihre Kehle darzubieten.
Doch! Hatte sie! Sie hat jedes Mal, wenn sie in Kontakt mit dem Mann war, eine Entscheidung getroffen und zwar die, Dich zu hintergehen. Niemand hat sie dazu gezwungen oder ihr Gehirn gewaschen.
Wenn Ihr an Eurer Ehe festhaltet und der AM sagt Dir, Deine Frau wäre das Beste, was ihm je passiert ist, ist das maximal übergriffig. Deine Frau ist keine Ware. Sie hat einen Verstand und sie hat einen Willen und es ist an ihr, dem Typen klar zu machen, wo ihr Platz ist, dass sie sich jeden weiteren Kontakt verbietet und dass Schluss damit ist, ihre Kehle hinzuhalten. Es ist an ihr, ihm klar zu machen, dass sie sich verlaufen aber auf den Weg zurück gefunden hat und jede Störung seinerseits als Belästigung empfunden und sich daher verbeten wird.
Auch Du hast die Wahl, wie Du mit jeder nur erdenklichen Lebenssituation umgehen willst: Ansagen an Deine Frau, die Schwiegereltern und den Typen machen! Aber das setzt voraus, dass Deine Frau und Du Euch einig seid und Du nicht nur Ansagen machst sondern in alle Richtungen glaubhaft vermitteln kannst, dass Du Sanktionen auch durchziehen wirst. D.h. es gilt, beim kleinsten Anlass auch zu handeln und nicht herumzulabern oder es herunter zu schlucken.
Ich stelle mir vor, ich habe einen riesigen Fehler gemacht. Ich weiß das natürlich und fühle mich schlecht deswegen. Aber mein Mann benimmt sich (verzeih bitte!) wie eine Flasche. Er setzt mir keine Grenzen und sorgt nicht dafür, dass ich in die Lage versetzt werde, sein Vertrauen zu mich wieder zu erlangen, indem er mit sagt, was ganz genau er dafür von mir braucht und erwartet. Er tut nichts, um zu demonstrieren, dass er mehr wert ist, als von mir ver*rscht zu werden, und dafür, mir klar zu machen, dass er sich niemals wieder so von mir hintergehen lässt. Er tut nichts Glaubwürdiges, um mir klar zu machen, dass er dieses allenfalls als einmaligen Ausrutscher von mir tolerieren wird, sofern ich aufrichtig bereue und meinen Teil am Retten der Beziehung glaubwürdig und nachhaltig leiste,
.
Er macht das alles nicht oder zumindest nicht so konsequent, dass es mich beeindrucken und mir sagen kann "Oh, eine neue Seite an meinem Mann. Er ist sich richtig etwas wert." Stattdessen sagt er mir, er würde mich nicht verlassen und sitzt vor der Situation wie das Kaninchen vor der Schlange.
Ich könnte meine Fehler noch so sehr bereuen, aber ich würde in diesem Fall noch zusätzlich jeden Respekt verlieren und das Beste, was dann noch an Gefühlen übrig bliebe für ihn wäre Mitleid.
Wie sollen andere Menschen Respekt vor Dir haben, wenn Du selber Dir nicht so viel Wert bist, Grenzen zu setzen und zwar nicht über das eher armselige Hilfsmittel, eine Vierte ins Boot zu holen?
Also kneif, verdammt noch mal, Deine Morsbacken zusammen und positioniere Dich unmissverständlich, damit Deine Frau sich ihre endlich aufreißt, um Dich wieder als wertvollen Ehepartner und Mann zu sehen, statt dieses im Umfeld ihrer Eltern derart dreist selbstbewusst schlarwenzelden Casanovas.