Zitat von Florentine:Hm. Das kann sein, ja. Ein Blick darauf könnte für die zukünftige Gestaltung von längeren Beziehungen oder aber der Aufrechterhaltung der aktuellen möglicherweise dennoch hilfreich sein. Manchmal kommen dabei Muster, Einstellungen oder Glaubenssätze zum Vorschein, die es sich zu bearbeiten lohnt. Auch wenn das ...
Sicherlich. Aber ich selbst bin weit davon entfernt dem TE hier einiges anzudichten. Suchtverhalten...
Ich sage das mal aus meiner männlichen Sicht und ich habe etwas ähnliches erlebt. Es ist wirklich schwierig einen Partner zu finden, der wirklich ALLE Bedürfnisse (und auch deren Wandel innerhalb der persönlichen Entwicklung) deckelt. Der TE hat nunmal ein höheres Sexualverlangen als seine Partnerin. Liebe, Nähe, Zuneigung und ein tiefes Gefühl von "zu Hause sein" gibt ihm seine Partnerin. Vielleicht ist auch genau das der Grund, weswegen er so ein hohes Verlangen hat. Ich kann das nachvollziehen und mir geht es da ähnlich. Liebe ich, habe ich ein starkes Verlangen der Frau sehr nahe zu sein, mit ihr zu schlafen usw.
Nun ist da eine junge, hübsche Frau, die eben sein Sexualverhalten teilt und völlig zwanglos und ohne Verpflichtungen mit ihm umgeht. Ich denke, er findet viel mehr als nur Sex bei ihr. Unbekümmertheit, Rückversetzung in das Alter mit 19, keine Verantwortung spürend... Klar kann das sexuell sehr reizend sein und er hat dem nachgegeben.
Ich glaube auch kaum, dass es bei Affären immer um das "Entweder/oder" geht. Es geht um das "UND". Die Eine Frau bietet ihm ein wirkliches zu Hause emotionaler Art und auch einen gemeinsamen Alltag, den er offenbar möchte. Die andere Frau bietet ihm Leichtigkeit und Sex (offensichtlich eben auch Dinge, die seine Freundin ihm nicht erfüllt).
Nehmen wir das ganz mal ohne Moral zusammen, ist er ein zufriedener Mann, denn seine Bedürfnisse sind erfüllt. Nun kommt aber eben auch die Moral zum Tragen - vor allem seiner Freundin, aber auch ihm selbst gegenüber. Beides geht nun einmal selten. Hier heißt es dann: Prioritäten setzen und ggf. Kompromisse eingehen, mit denen man auch wirklich leben kann. runtergebrochen heißt das, dass ihn sein Gewissen quält, nicht die Tatsache an sich, dass all seine Bedürfnisse befriedigt werden.
Ich halte das für sehr menschlich, die eigenen Bedürfnisse so gut und so weit es geht zu befriedigen. Aber eben nicht auf Kosten anderer. Aber auch das ist eine ethische und moralische Bewertung.