Zitat von So-What: Man wird immer Ansatzpunkte finden, die den eigenen Schmerz als das am schlimmsten Dagewesene zu sehen.
Natürlich, weil es für einen selbst in dem Moment ja das Schlimmste ist. Ich hab mich in meiner desaströsen Trennung gefragt, ob es nicht vielleicht sogar weniger schlimm für mich gewesen wäre, wenn er stattdessen gestorben wäre. Rückblickend bin ich mir ziemlich sicher, dass das lediglich dazu geführt hätte, ihn weiter zu idealisieren anstatt mir meine Anteile näher anzuschauen.
Zitat von So-What: Ich glaube eher an Abschnitte und trotzdem an Liebe und Vernundenheit. Ich werfe aber auch nicht alles leichtfertig weg, habe ja sogar versucht die Affäre meines Mannes mit ihm zusammen durchzustehen. Ich verspreche auch nix und halte den Ehe-Schwur nur für eine romantische Symbolik. Ich versuche jeden Moment, in dem ich glücklich und zufrieden bin zu genießen. Probleme werden dann gelöst, wenn sie da sind. Alles andere kann ich nicht aufhalten. Nur aushalten und ausharren finde ich schlimm.
Ich finde mich in diesen Zeilen sehr wieder. Allerdings anders als bei dir, war es bei mir eher ein Lernprozess, denn an "für immer" glaubte ich noch bis Anfang 40, obwohl ich es da längst hätte besser wissen müssen

Ein Teil von mir hofft wohl immer noch auf "für immer".
Deine beschriebene Haltung finde ich auch für mich sehr erstrebenswert. Ich glaube, dass Menschen, die erfolgreich eine solche Haltung umsetzen, gut für sich sorgen können und auch nach außen dadurch eher attraktiv wirken. Im Aushalten und Ausharren bin ich leider immer noch kompetenter als im Loslassen. Erst mit dem Älterwerden erfasse ich dass "ausharren", was ich früher für eine Stärke hielt, genauso kontraproduktiv ist wie "leichtfertig wegwerfen".
Manchmal fehlt mir natürlich diese emotionale Verschmelzung, die ich als junge Frau empfunden und damit automatisch auch beim Partner als vorausgesetzt geglaubt habe. Dieses Gefühl, sich für immer auf jemanden verlassen zu können, ihm im Notfall sogar sein Leben anvertrauen zu können. Früher fand ich das toll, heute erschreckt mich eher meine damalige Naivität und in bestimmten Fällen kann ich rückblickend nur verdammt froh sein, dass nicht wirklich mein Leben in Händen lag, die sich letztlich als deutlich illoyaler und verantwortungsloser entpuppten, als ich damals je geglaubt hätte. Dass er so war, war sein Anteil. Dass ich mir vorgemacht habe, er könne niemals SO sein, war meiner.
Zitat von PetraLustig: Du allein hast meinem Beitrag Zwischentexte und Bewertungen eingefügt, die für mich nicht wahr sind.
Ich bin auf deinen Beitrag überhaupt nicht weiter eingegangen, PetraLustig, sondern habe mir dieses eine Zitat herausgepickt und dann einen eigenen Beitrag mit dem Schwerpunkt, "Fremdgehen ist das Schlimmste", geschrieben. Ich habe dafür bewusst die Ich-Perspektive gewählt, während der entscheidende Satz von dir, der mich zu meinem Beitrag inspirierte, verallgemeinernd in der Man-Perspektive formuliert war.
Zitat von PetraLustig: Da ist nachzulesen und nicht ich muss da vorsichtig sein, sondern du musst dich da überprüfen.
Habe ich getan, es nochmal nachgelesen, denn ich hinterfrage mich ja wenn jemand so arg auf eine Äußerung von mir steil geht. Ich kann dich nur erneut bitten, in Erwägung zu ziehen, dass du mich womöglich falsch verstehst und/oder gerade überreagierst.
Zitat von PetraLustig: Warum nicht stehen lassen?
Wir können gern unterschiedlicher Meinung sein, aber ich lasse doch nicht Dinge unwidersprochen stehen, die ich mir gegenüber als ungerechtfertigt und ehrenrührig empfinde, wie deine Vorwürfe ich würde hier gezielt Gaslighting und ähnliches praktizieren.