Leonhard
Mitglied
- Beiträge:
- 1229
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 3426
- Mitglied seit:
Zitat von Melanie35:Nein solche Themen machen mich irgendwie wütend,
...auch wenn das Thema verständlicherweise aufregen kann. Ich habe jedoch sehr hilfreiche Einblicke bekommen können, indem ich mich mit (Ex-)AP austauschen konnte. Ich konnte dadurch Dinge besser verstehen (und dadurch später verzeihen), die ich sonst meiner Frau nie geglaubt hätte oder nie hätte akzeptieren können.
Auch wenn wir gerade in dieser Woche darüber sprachen, kann ich Euch jedoch nur aus meiner Sicht berichten, wie es meiner Frau erging.
Sie beendete die Affäre nach 9 Monaten und der Ex-AP stach es am gleichen Tag anonym bei mir durch (sei es aus Verzweiflung oder aus gekränktem Stolz).
Man sollte ja meinen, Beides reiche aus, um über die Affäre hinweg zu kommen und den Ex-AP sogar hassen oder zumindest ignorieren zu können.
Einerseits schweißte es uns zusammen, doch leider gab es in den folgenden Monaten immer wieder Rückfälle. Das ging von zu vertrauter Kommunikation (Smileys, erneut gelöschte Nachrichten und toter Briefkasten) und nicht abgesprochen Treffen (zum ersten nach 6 Wochen brachte sie ihm sogar einen Kaffee mit). Jedoch nichts Körperliches.
Zur Erklärung: Beide sind Arbeitskollegen und laufen sich ca. alle zwei Wochen einmal über den Weg.
Wegen der Zwinkesmileys bin ich hier ins Forum gekommen, weil ich sie unangebracht fand. Für meine Frau erschienen sie jedoch -im Vergleich zu dem was davor lief- nicht so schlimm.
Das Beenden der Affäre war für sie eine große und schwierige Leistung (was durchaus stimmt) gewesen. Freiwillig auf diesen Rausch zu verzichten und ja, das ist ein Verlust. Weiterhin suchte sie eine -für alle Beteiligten- verträgliche Lösung.
Sie konnte dem Ex-AP (der weiter turtelte, obwohl er angeblich seine Ehe retten wollte) nie klare Kante zeigen. Sie nahm dafür Diskussionen und Streit bei uns in Kauf.
Klar, sie hatte mit ihm den Rausch erlebt, das dunkelste Geheimnis geteilt und das verbindet. Es liegt zusätzlich in ihrem Charakter, dass sie das nicht hinbekam, obwohl sie es wollte.
Sie kämpfte weiterhin zu sehr mit ihrem Kummer, ihrer Scham, Angst vor Konsequenzen im Job und bei Familie und dem Erschrecken vor sich selbst.
In spontanen Situationen war sie gar nicht souverän. Ein großer Think first Zettel klebt seitdem an ihrem Schreibtisch.
Eine abgeklärte Reue oder gar Mitgefühl, was sie mir auch nach der Affäre wiederholt zugemutet hat, sind erst jetzt nach rund zwei Jahren möglich.
Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass sie je meine Gefühle wirklich nachempfinden kann, genauso, wie ich umgekehrt die Kopflosigkeit (in der man gegen seine eigenen Werte verstößt) einer Affäre nicht verstehen werde.
Letztlich halfen ihr nur Zeit, Abstand, Corona sowie die Tatsache, dass er nun mit einer sehr guten Freundin von ihr zusammen ist.
Besser wäre eine sofortige Kontaktsperre sowie ein Wechsel des Arbeitsplatzes gewesen, vermutlich auch eine räumliche Trennung von uns, damit die Konsequenzen erfährt.
Sie werden voraussichtlich die kommenden Jahre dem gleichen Betrieb angehören. Ich habe inzwischen jedoch Vertrauen, dass meine Frau es hinbekommt und rechtzeitig reagieren könnte.
Sie sagt heute ganz klar, dass es niemandem empfehlen könne. Der Stress und auch wachsende Ansprüche des Ex-AP nahmen letztlich die Leichtigkeit der Affäre. Das Auffliegen durch seinen Verrat war ein zusätzlicher Schock.
Wer seine Ehe nicht gefährden möchte sollte es unbedingt lassen, es gibt kaum etwas Wirksameres, um eine gute Beziehung nachhaltig zu zerstören.
Im Nachhinein haben wir Beide die Gefahren von (emotionalen) Affären nicht gekannt.
Durch das Geheimnis, das Verruchte und das Versteckspiel sind sie viel aufregender, als beispielsweise sich frisch zu verlieben. Die Bindungshormone nach 15 Jahren Ehe können da erst recht nicht mithalten.
In meinen Augen sind ExAP wie trockene Alk.. Es erfordert sehr viel Willenskraft und Disziplin, nicht wieder rückfällig zu werden.
Ähnlich wie bei der alten Jugendliebe oder dem abgebrochenen Urlaubsflirt.
Wie war das bei Euch? Eher ein
Es wird schon nichts passieren oder ein
Es ist mir egal, wenn etwas passiert ? ?