Zitat von Dummda:Lügen falsch zu finden, hat nichts mit Moral zu tun. Ich muss mich auf meinen Partner blind verlassen können. Die Affäre war ein Angriff im inneren Kreis und das hat nichts mit Moral zu tun. Es ist falsch gewesen und es geht nicht darum es sich schön zu reden. Um einschätzen zu können, ob ich noch mal wagen möchte, meinem Mann "blind" vertrauen zu können, muss ich die Dynamik verstehen. Man kann den Partner auf viele Wege verraten. Gewiss gibt es da Abstufungen, vielleicht auch No-Go's. Aber das muss jeder für sich beurteilen. Wertungen von außen oder "Moral" sind da wenig hilfreich.
Doch, hat es schon, finde ich. Es gibt ja Menschen, die Lügen mit ihren eigenen Moralvorstellungen ganz prima vereinbaren können und auch gar kein großes Problem damit haben, angelogen zu werden. Lügen "gehört sich nicht" im Rahmen der christlichen Werteprägung, aber wer andere Werte lebt, kann durchaus unter Umständen damit gut leben können. Und so hat ja auch jeder Mensch eigene Werte, wenn es um Liebe und Beziehung geht. Der eine kann daher eine Affäre locker wegstecken, weil ihm andere Dinge wichtiger sind als Treue und Ehrlichkeit, für einen anderen ist das so ein Bruch mit dem eigenen Wertesystem, dass er sich sofort "entliebt". Deshalb reagiert wohl auch jeder anders auf so etwas.
Für mich z.B. ist Liebe gleichbedeutend mit drei Werten - Vertrauen, Respekt und Loyalität. Das ist MEIN Liebeskonzept. Und das verträgt sich halt nicht so wirklich gut mit Fremdgehen, denn mir wäre in dem Moment klar, dass ich gar nicht geliebt werde. Jedenfalls nicht so, wie ich geliebt werden möchte. Und wenn das so ist, dann gehe ich.
Aber das gilt ja eben nicht für jeden, deshalb ist auch nicht für jeden eine Beziehung durch einen Betrug per se beendet. Der eine kann das verzeihen, weil es wichtigeres gibt, der andere nicht. Und ja, manche können so etwas vielleicht deshalb auch "blind" tolerieren (also bewusst wegsehen), weil ihnen z.B. die Sicherheit und der Komfort der Beziehung wichtiger sind, und sie diese nicht aufs Spiel setzen möchten.
Also nach dem Motto: lieber teile ich den Mann mit einer anderen, habe dafür aber das sichere Nest, bin versorgt und weiß, dass ich mich auf ihn verlassen kann, wenn ich ihn brauche, als ihn ganz zu verlieren.
Ja, es gibt Menschen, die so leben, und das ist weder besser noch schlechter, es ist einfach eben anders. Und das kann man, finde ich, dann auch akzeptieren. MEINE Werte gelten nicht automatisch auch für alle anderen. Und Moral sind Werte, die mir von außen aufgedrückt werden. Stichwort: "das macht MAN nicht". Mir ist aber egal, was MAN macht, ich will, dass gemacht wird, was ICH will
