Zitat von kuddel7591:Aber... was sind die Gründe, dass die "breite Masse" ...und das ist - wohlbemerkt - "quer Beet" durch Threads und Beiträge zu beobachten...der AF/der AM mit den jeweiligen AP hadern, weiter im "Clinch" liegen, egal ob sie "verlassen haben" oder "verlassen wurden"?
Der Grund ist meist darin zu suchen, daß solche Leute nicht nachvollziehen wollen bzw. können, daß der andere von "Liebe" geredet, aber darunter die ganze Affairenzeit hindurch was völlig anderes verstanden hat als sie selbst.
Wenn der eine nur spielen will und der andere sich das ganz große, "das Schicksal hat es leider nicht besser mit uns gemeint"-Kinodrama erwartet, nur um dann feststellen zu müssen, daß es letztlich eben
doch nur um schöde Frivolitäten ging, so kommt das zunächst überraschend, wirkt schlußendlich aber extrem ent-täuschend.
Da nicht jeder ein guter Verlierer ist, reagiert so manch abservierte Affaire in weiterer Folge dann fassungslos -> entsetzt -> traurig -> wütend -> rachsüchtig; wobei sie sich die ganze Zeit über stets in der Opferrolle sieht, als sei sie ein kleines Kind, dem der große schwarze Mann begegnet ist.
Kaum etwas ist bitterer, als wenn eine Affaire feststellen muß, daß
auch sie selbst die ganze Zeit über getäuscht worden
ist. Ob dem wirklich so war, steht auf einem anderen Blatt. Manche reden sich das nämlich auch dann noch ein, wenn der Ex-AM klar gesagt hatte, daß er sich nicht trennen wird. Womit eigentlich alles gesagt war, ist und bleibt.
Irgendwann gilt es dann halt, sich mit dem
eigenen Anteil daran auseinandersetzen, daß ausgerechnet
ihnen doch
tatsächlich jemand so übel mitspielen
konnte. Bis es soweit ist, braucht es mitunter aber halt Zeit. Solange der akute Schmerz noch voll anhält, will der erst mal rausgeschrien werden. Nicht umsonst müssen viele sich unmittelbar nach der Trennung nächtelang übergeben, bekommen Durchfall, verlieren den Appetitt oder wollen nur noch in ihrem Zimmer sitzen und heulen, heulen, heulen - alles normal.
Problematisch wird es, wenn jemand auch nach Jahren noch nicht aus der Opferrolle rausgefunden hat. Das sind dann die Fälle, die meines Erachtens in die Hände eines Therapeuten gehören, denn warum jemand meint, nur als Opfer leben zu können bzw. zu müssen, hat meist tieferliegende Gründe, die mit der Affaire an sich nichts zu tun haben.
Damit jemand sich um so eine Therapie bemüht, muß er aber erst mal begriffen haben a), daß er überhaupt ein Problem mit sich selbst hat und b) daß er das ohne professionelle Hilfe nicht in den Griff bekommen wird - genau da fängt es bei vielen aber ja schon an: Eben das wollen bzw. können sie ja nicht sehen. Also müssen sie wohl solange weiter auf die Nase fliegen, bis sie auf die harte Tour gelernt haben, was wirklich Sache ist. Bis dahin sind und bleiben halt alle anderen an allem schuld, was in ihrem Leben schiefläuft.
Zitat:Wie weit geht dabei eine Verarbeitung, eine Reflektion der Affäre, eine Reflektion auf den AP bezogen, eine Selbstreflektion der gesamten Situation um die Affäre?
Siehe oben und auch, was @Kaetzchen Dir dazu geantwortet hat.
Zitat:Affären - benutzen? Oder steht im Vordergrund, in der Affäre benutzt worden zu sein, oder gar selbst benutzt zu haben?
Für Menschen, die Sex und Liebe nicht voneinander trennen können, ist beides im Vordergrund und gleichermaßen problematisch.
Zitat:Affären - Nutzen? Benutzen? Aufarbeiten, Reflektion, Selbstreflektion...nur so weit, wie es einem selbst nicht "weh" tut oder doch so weit, dass der Schmerz wirklich behoben ist/wird?
Siehe oben.