Zitat:Wenn eine Affäre einen Nutzen hat - dann gilt der umgekehrte Weg ... den persönlichen
Bezug zu hinterfragen, was in eine Affäre geführt hat, was Anlass bot, betrogen worden zu
sein, bzw. zu betrügen.
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Ich und mein ( " betrügender " ) Mann sind jetzt bei der Wiederannäherung und Aufarbeitung nach seinem Affärenende.
Was bei ihm in eine Affäre geführt hat? Er damals zu seiner AF : " Ich sehe seit Jahren keinen Sinn mehr in unserer Ehe und für mich ist die Beziehung tot . Wir leben wie in einer WG , fühle mich nicht richtig respektiert und geliebt von meiner Frau und sah mich hauptsächlich als Geldgeber für sie ."
Er heute zu mir : " Ich nahm an , dass Du das genauso siehst !" ich :" Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen, als Du plötzlich von der anderen Frau erzähltest! " Er : Das habe ich vorher nicht gewusst, wie Du darauf reagieren würdest . Ich: " Ich nehme an , Deine AF nahm an ,dass die Trennung von uns nur noch eine " Formsache " wäre !"
Die Wahrheit ist, ich habe sehr heftig reagiert , habe fast 2 Monate mich in den Schlaf geweint , ich fühlte mich einfach so plötzlich ausgetauscht. Er hat mich 4 Wochen zwischendurch angelogen und meinte, "die Affäre wäre beendet ",um mich zu beruhigen. Ich hatte mehrere Nervenzusammenbrüche. Erst nach 8 Monaten hat er die AF aufgegeben, als ein Liebesirrtum raus kam : Er hat die ganzen letzten Monate vor der Affäre geglaubt, ich lieb ihn nicht mehr! Das hat mich so wütend gemacht , weil es ja nicht stimmte. Danach hat es ein paar Wochen gedauert, bis er dies von mir geglaubt hat . Ich fühlte mich 8 Monate gequält. Zwischendurch wollte er sich zu der anderen Frau ganz bekennen und sich von mir trennen. Ich sah mich in einer schweren Lebenskrise: Ich verlor ihn, unsere Familie und meine Heimat! ( Ich sah unter diesem enormen Druck nur noch einen Ausweg, mit unserem Kind weg zu ziehen !
Für mich war die Beziehung nicht tot! Wir hatten gute und schlechte Tage gehabt, aber für ihn waren es wohl mehr schlechte, als gute Tage...? Wir hatten zwischendurch immer wieder mal auch unseren Spass , aber trotzdem merkte ich seit ca. 8 Wochen , dass er sich von mir innerlich distanziert hat. Ich hatte damals manchmal seine Vorschläge nicht so respektiert, weil ich mich in den Stress mit Kind, Haushalt und Job irgendwie verloren hatte. Ich hatte den Focus zu sehr auf das Funktionieren im Alltag gelegt und da die Paarebene verloren.
Das ich ihn nicht geliebt haben soll..klingt für mich immer noch unglaublich! Dabei hatte ich das Gefühl, dass eher ich seine Nähe gesucht habe und " ich immer wie eine Löwin um unsere Ehe gekäpft habe ! " ( wie meine Freundin es empfand) . Ich glaube, mein Mann hat Wahrnehmungsprobleme !( Vielleicht hat es auch mit seiner Kindheit zu tun ( Vater Alk, Mutter war für ihn wohl auch kein richtiges Modell, um zu lernen , wie man Gefühle besser wahrnimmt und ausdrückt...? )
Unser Kind empfand es nicht nach meiner Nachfrage, dass Papa und Mama wie in einer " WG " gewohnt haben !Irgendwie Wahrnehmungsprobleme ?
Er hat Karriere gemacht , war viele Zeiten weniger Zuhause , ich habe mich auf Kind Haus und mein Job konzentriert. Als unser Kind noch kleiner war , war es schwieriger für mich meinen Job auszubauen . Jetzt wo sie älter ist , sehe ich es anders.
Ich glaube eher, der Anlass, warum er eine Affäre anfing ( 4 Wochen bis es danach aufflog) : Er sah wenig Chancen auf Verbesserung unserer Ehe und glaubte wohl durch die AF endlich mal wieder geachtet, respektiert zu werden !
Aber für mich war es wichtig auch die Vorgeschichte der AF mitzuteilen: Er hatte sich manchmal mit seiner Aggression nicht in Griff und für harmlose Dinge rastete er aus und hat z.B. stundenlang mich und unser kleines Kind damals angeschrien! Es kam zwarsehr selten vor , aber dafür um so heftiger. Ich war wohl zu blind um das zu thematisieren , ich hab es zwar angesprochen, aber paar Tage später haben sich seine cholerischen anfälle wieder beruhigt. Ich hätte damals schon trifftigen Grund gehabt, mich von ihm zu trennen. In der Paarberatung und Einzelsitzung hat er seine Wutanfälle bearbeitet, meint er...Er kommt mir diesbezüglich jetzt bauch etwas reflektierter vor , wahrscheinlich hat er sich jetzt besser in Griff, vielleicht ist ihm jetzt einiges bewusster?
Mir hat diese Krise / Affäre gezeigt: Ich fühlte mich benutzt, weil er seine/unsere wirklichen Probleme umgangen hat und die Lösung im Außen bei der Affäre meinte gefunden zu haben.
Ich sehe jetzt ein Nutzen nach der Affäre : Aufwachen, so kann es nicht weiter gehen. Beide sollten aus den eigenen Schwächen lernen und es zukünftig besser machen.
Wer weiss wo wir in einem Jahr sind ? Wieder vereint mit neuer Verhaltensänderung oder doch getrennt , weil ich den Betrug doch nicht verkraften konnte ? Es ist ein Prozess der Aufarbeitung / Arbeiten am Wiederaufbau , wir sind noch nicht am Ziel!