Zitat von darkenrahl: n dieser Zeit hätte sie sich auch Gedanken machen können, warum sie diese Affäre eingegangen ist und sie ihre Ehe sieht.
Doch,wenn auch nicht mit ganz klaren Worten. Aber es ging ihr bei derAffäre darum, wahrgenommen zu werden (EM arbeitet nach ihren Worten eigentlich nur, hat bzw. nimmt sich wenig Zeit für die Familie) und natürlich auch um den Ego-Push. Denn mit dem AM fühlte sie sich endlich mal gut und attraktiv.
Den Anteil an der Affäre haben beide Ehepartner. Was der EM macht wissen wir nicht und ob er womöglich auch was nebenbei hat, auch nicht.
Nach den Gründen einer Affäre zu fragen, ist nebensächlich, denn es geht immer nur um dasselbe. Träumereien von einem besseren, anderen Leben, Unzufriedenheit, Nicht-Mehr-Gesehen-Werden, sich unattraktiv und uninteressant zu fühlen, Langeweile, Eintönigkeit des Alltags ... die Latte ist lang aber das sind genau die Gefühle und Gedanken die den Boden für eine Affäre bereiten.
Daher ist es müßig, hier nochmals nachzubohren. Es kommt immer dasselbe.
Sie kann nicht alles auf einmal erledigen. Es kann nur Schritt für Schritt gehen und damit sie überhaupt frei ist um die Ehebaustelle in Angriff zu nehmen, falls sie da überhaupt investieren will, muss sie erst Mal emotional frei sein und von dem AM loskommen. Das dauert schon mal, denn bis die Gefühle dem Verstand folgen, vergeht viel Zeit. Die gewöhnen sich nicht schnell um und man ist immer noch gefährdet, wieder in den Strudel abzurutschen. Denn der Typ hat sie ja in der Hand und sie ist noch lange nicht "clean" und steht am Anfang der Ablösungsphase, in der es noch richtig weh tut. Da kann sie nicht nebenbei noch die Ehe auf Vordermann bringen, vor allem nicht, wenn ihr EM vielleicht gar nicht mitzieht.
Und nach der Trauerphase schließt sich meist die Wutphase an, in der einem klar wird, was man mit sich machen hat lassen und was man selbst verursacht hat. Da ist dann oft viel Scham im Spiel - vor sich selbst. Und das wiederum zu bewältigen, dauert wieder Wochen.
Und dann kommt meist die richtige Akzeptanzphase in der man weiß, da wo ich war, gehe ich nicht mehr hin. Ich muss einen anderen Weg einschlagen und an mir arbeiten, gut zu mir sein. Für Jemanden, der das nicht oder kaum "gelernt" hat, ist das etwas völlig Neues. Die Selbstakzeptanz. Ich bin in Ordnung wie ich bin. Ich darf sein wie ich bin. Ich darf mich mögen. Ich darf dafür sorgen, dass es mir gut gehen darf. Bis jetzt erledigte ja der AM dies und dann muss sie es selbst tun und besser mit sich umgehen.
Am Ende dieses Wegs wird sie auch wissen, ob eine Wiederbelegung der Ehe überhaupt in Frage kommt, was ja auch nur gehen kann, wenn auch er etwas dazu tut. Sie allein kann das nicht übernehmen. Und später im Büßerhemd in die Ehe zu gehen, ist auch keine Lösung, weil man sich damit wieder nicht selbst verzeiht. Das ist aber sehr wichtig, damit trotz allem ein Gefühl der Augenhöhe entstehen kann.