Martina76
Gast
Wie gesagt es ging mir sehr schlecht damals. Klar entschuldigt das nichts aber es erklärt vielleicht. Und du hast sicher recht, hätte der AM es so gewollt, wäre ich damals bei ihm geblieben. Klar ist aber auch, dass wir niemals eine Chance gehabt hätten , eine dauerhafte, stabile Beziehung zu führen. Dafür waren wir beide zu sehr angeschlagen, um nicht zu sagen, kaputt. Und ich bin mir sicher, ich hätte eine dauerhafte Trennung von meinem Mann sehr schnell sehr bittter bereut. Und das nicht wegen des Geldes, des sozialen Status oder sonst was. Er ist mein Mann. Er war es lange vor der Außenbeziehung und er wird es hoffentlich bis zum Schluss bleiben. Er hat viele Ecken und Kanten, an denen ich mir die Nase sehr oft sehr blutig gestoßen habe. Er ist sehr durchsetzungsstark, dabei aber auch sehr harmoniebedürftig und manchmal auch (auf gesunde Weise) sehr egoistisch. Er hatte eine gute Kindheit, tolle Eltern und viele Geschwister, die bis heute wie Pech und Schwefel zusammen halten. Er steht mit beiden Beinen sehr sicher im Leben, auch weil er in einer guten Familie tief eingebettet ist. Er ist mein Gegenstück und gleicht mich aus, da wo ich meine Defizite habe. Dafür gleiche ich ihn mit meiner Spontaneität und meiner Impulsivität aus, wo er vielleicht manchmal auf dem Kabel steht. Wir passen einfach zusammen wie Pott und Deckel, wie Knopf und Loch oder wie A. auf Eimer, wie man hier zu sagen pflegt.
Damals hat er sich entschieden, mich trotz allem weiter lieben und mir verzeihen zu wollen. Nicht jeder hätte das gekonnt. Er konnte es und ich kann dir sagen, es hat sich gelohnt. Er musste dafür aber auch viel einstecken. Er musste mich ein ganzes Stück unseres gemeinsamen Weges tragen und ertragen. Die Bedingungen dafür waren von Anfang an klar. Keine Wiederholung einer solchen Affäre. Kein Kontakt mehr zum AM und kein Kontakt zu gemeinsamen Kollegen von damals. An das meiste habe ich mich gehalten. Geschrieben habe ich dem AM aber noch viel zu lange, weil ich mich abgelehnt und abgewertet fühlte. Ein Gefühl, das ich aus meiner Kindheit sehr gut kannte und das ich nicht schon wieder ertragen konnte. Ich wollte offene Fragen geklärt haben und teilweise habe ich meine Antworten bekommen.
Leider ist es dann sogar zu einer weiteren persönlichen Begegnung gekommen. Damals hoffte ich noch, der AM und ich könnten irgendwie wenigstens doch sowas wie Freunde bleiben. Er ist nämlich, und dazu stehe ich auch heute noch auch gegenüber meinem Mann, ein toller Mensch. Ich habe ihn in seiner Arbeit gesehen und erlebt und ich habe mich mit seiner Familiengeschichte und der seiner Landsleute ausgiebig beschäftigt. Er ist kein leichtfertiger Mensch. Er war nur gerade aufgrund der Erkrankung und des grausamen Todes seiner Frau selbst sehr bedürftig. Genauso wie ich aus damals anderen Gründen!
Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände, die uns zusammen führte, als unser Leben aus den Fugen geraten war. Und dann haben wir es mit und duch die Affäre nochmal so richtig aus den Angeln gehoben und ein heilloses Chaos angerichtet. Ich bereue das sehr. Nicht nur, weil ich meinem Mann damit sehr weh getan habe, sondern auch weil ich dadurch tolle Kollegen, eine wunderschöne Arbeit und den AM als Freund und Menschen verloren habe.
Ich komme inzwischen gut damit klar und mein Mann auch. Es geht uns sehr gut! Auch weil wir in mühevoller Kleinarbeit und mit therapeutischer Hilfe vieles aufgearbeitet haben. Auch Dinge übrigens, die schon weit vor der Affäre schief gelaufen sind, und die ihre Entstehung begünstigt haben.
Ich weiß nicht, ob jemand wie du das nachvollziehen kann. Du bist ein Mann der Prinzipien und du hast dich in einer ähnlichen Situation anders entschieden. Ich respektiere das. Unser Weg ist sicher nicht der leichteste und auch nicht unbedingt der empfehlenswerteste gewesen. Aber wir sind ihn gegangen. Gemeinsam und erfolgreich! Das muss ich dir und dem Forum nun nicht weiter erklären. Es ist unsere Geschichte und es waren unsere Entscheidungen. Gott sei Dank!
Alles Gute für Dich und alle anderen Foris!

