Zitat von Tin_: Dann lieber die wirklichen Gründe, damit man auch damit arbeiten kann.
Da gebe ich dir Recht! Ich wollte die wahren Gründe wissen! Und ungeschönte Wahrheit! Und ich machte es meinem Mann leicht. Teilweise machte ich sogar Vorschläge wie "kann sie vielleicht toll kochen?", "fühltest du dich nicht von mir geliebt?". Ich bin auch sicher, dass er mir in unseren Gesprächen die Wahrheit sagte - so gut es eben ging.
Zitat von Tin_: Warum kann man nicht sagen, dass die sexuelle Anziehung sehr groß war?
Das war laut ihm nicht der Grund. Das habe sich so ergeben, war aber eher Nebensache. Gut, kann ich glauben oder nicht. Aber fühlte sich wahr an und passte ins Gesamtbild. Deshalb habe ich mich fürs Glauben entschieden.
Zitat von Tin_: Warum kann man nicht sagen, dass man sich als Mann/Frau/Mensch nicht mehr wahrgenommen sah ohne in eine Schuldzuweisung zu gehen?
Hatte ich sogar direkt nachgefragt. Er meinte, würde nicht stimmen. Zumindest wusste er immer, wie sehr ich ihn liebe und will. Aber wir hatten uns etwas voneinander entfernt, was aber an ihm lag und nicht an mir. Und wir redeten damals auch viel darüber. Also eigentlich machten wir damals (vor der Affäre alles richtig), was das betraf. Also auch kein Grund.
Zitat von Tin_: Aber wer auch nur ein wenig reflektiert ist, sollte die Gründe für sich selbst kennen.
Oh, das hat er für sich und wir gemeinsam....Monate! Nichts, was damals für ihn Sinn machte, machte es noch im Rückblick.
Zitat von Tin_: Denn oft ist es eben so, dass eine Affäre eine REaktion ist, eine Konsequenz, eine abstrakte Kausalität
Die einzige abstrakte Kausalität, die wir in der Aufarbeitung fanden, war, dass er damals unter Depressionen litt, die er nicht wahrhaben wollte. Das passt zeitlich, logisch und symptomatisch. Auch wenn das hier im Allgemeinen als vorgeschoben betrachtet wird.
Ich glaube aber auch, dass er das ebenfalls damals nicht sehen konnte. Außerdem wusste er, er macht etwas Falsches. Er war sich dessen bewusst und hat es dennoch getan. Noch besser: Er war damals der festen Überzeugung, dass es genau das ist, was er jetzt will.
Ich denke, sein wahrer Grund für die Affäre war recht simpel:
Die Gelegenheit war da und es tat ihm gut. Und der Rest war ihm egal.