Kaetzchen
Gast
Ich weiß selbst, wie viele Gefühlsschwankungen einen nach einer Trennung ereilen, auch wenn man selbst der Verlasser ist. Und das dauert nach so einer langen Beziehung, egal, wie unbefriedigend sie auch jahrelang schon war, mehrere Monate. Ich würde das nicht ertragen können, dass mein neuer Partner, in den ich total verliebt bin, abends neben mir auf dem Sofa sitzt und heult, weil er auf einmal seine Ex vermisst. Oder zwischendurch schwach wird und die Ex doch wieder anruft oder trifft, um mit ihr zu reden. Oder mich anpampt, weil ich irgendwas nicht "richtig" mache oder gar anders als seine Ex. Da hätte ich ständig Sorge, dass er doch wieder zurückgeht. Ich könnte mich nicht voll und ganz auf ihn einlassen, mich nicht fallenlassen, weil mir das Vertrauen fehlen würde.
Das könnte ich erst, wenn er seine Trennung allein und für sich verarbeitet hätte und dann als freier Mann zu mir käme, um mit mir ganz von vorn noch mal neu anzufangen. Alles andere hat für mich keinen Sinn ergeben (weshalb ich mich auch so entschieden habe, wie ich mich entschieden habe). Vielleicht können andere das, von einem Nest ins nächste, warmwechseln halt, ich jedenfalls könnte es nicht und ich könnte daher auch keinesfalls mit jemandem umgehen, der das tut. Aber das ist sehr individuell, das muss jeder für sich entscheiden.
Wir hier können Dir daher auch nicht raten, was DU nun tun solltest - Dich melden, oder lieber abwarten, weiterhoffen oder lieber weitergehen im Leben ... keine Ahnung. Das ist Deine Entscheidung. Aber Du solltest bei Deiner Entscheidung vielleicht ein paar Dinge berücksichtigen, an die Du offenbar, Deiner Reaktion nach zu urteilen, noch gar nicht gedacht hast. Damit es kein böses Erwachen gibt (Du kannst hier auch einige Geschichten von ehemaligen Affärenfrauen nachlesen, deren Geliebter sich ihretwegen getrennt hat und dann nach wenigen Monaten Beziehung doch wieder zurückgegangen ist - das würde ich mir ersparen wollen, ehrlich gesagt, denn ich glaube, das tut noch viel mehr weh als eine beendete Affäre).