Zitat von mywayout:Ich sehe oder bezeichne mich ja hier auch gar nicht als Opfer!
Ich glaube, das ist Wortklauberei. Als was siehst Du Dich, wenn es Dir leichter fällt, Deine Situation zu verarbeiten, indem Du Dich damit beschäftigst, was seine Macke war?
Fakt ist: Du hast auch die eine oder andere Macke. Das meine ich gar nicht böse, die hat jeder von uns (ich selber reichlich), aber wir wachsen nicht daran und verarbeiten auch nicht, indem wir den Schwerpunkt darauf setzen, das Verhalten des anderen zu verstehen. Jedenfalls nicht, wenn es so extrem ist wie bei Deiner Ex-Affäre. Ein Perspektivwechselversuch ist immer richtig, wenn es darum geht, Konflikte in Beziehungen zu lösen. Aber dass Du in die Situation gekommen bist, in der Du warst, ist Deinem Verhalten geschuldet und nicht seinem.
Warum traust Du Dich nicht, einen Mann zu fragen, warum er am Wochenende keine Zeit hat? Warum sagst Du ihm nicht, dass Du leider unter der Woche keine Zeit hast (zu müde bist/etwas anderes vor hast) und wenn er Dich sehen möchte, muss er wohl etwas Zeit am Wochenende freiräumen? Warum versuchst Du nicht, ganz normale Bedürfnisse durchzusetzen? Warum duldest Du? Worin ist dieser merkwürdige Respekt (Angst?) vor ihm begründet? Wo kommt das her? Hattest Du das früher auch schon? Woran kannst Du festmachen, dass es so ist? Wann hattest Du es zum ersten Mal? Was willst Du in Zukunft dagegen tun? Willst Du in Zukunft überhaupt anders mit solchen Dir Respekt einflößenden Menschen umgehen? Usw. usw.
Da ist es allenfalls von Belang, welche seiner Eigenschaften Dich eingeschüchtert hat, damit Du diese künftig riechen und ihnen entgegentreten oder aus dem Weg gehen kannst. Ob er eine ausgewachsene Persönlichkeitsstörung hat oder einfach jemanden gefunden hat, der es ihm leicht und mit sich machen lässt, also was sein Antrieb für dieses Verhalten ist, ist für die Klärung dieser Fragen nicht von Belang.
Hinzu kommt, jede Beschäftigung mit ihm bindet Dich an ihn. Es wäre doch aber viel schöner, wenn Du künftig besser an Dich selbst gebunden wärst.