Zitat von Xonos: Ein Netz sozusagen von:
Frauenhaus
Weißer Ring
Polizei
Hausarzt
Frauenhaus:
Frauenhäuser sind überfüllt mit Frauen (und Kindern), die nicht mehr mit einem gewalttätigen Partner unter einem Dach leben können und dadurch obdachlos wären. Darüberhinaus bieten sie Schutz, weil die Adressen „eigentlich“ nicht bekannt sind. Uneigentlich sind sie es leider doch, weil oft genug die Frauen selber sie an den gewalttätigen Partner rausgeben („er hat versprochen, dass er sich ändert!“) und sich von ihm abholen lassen. Übliche Praxis in Frauenhäusern.
Die TE lebt mit dem Chef nicht zusammen. Was soll sie in einem Frauenhaus? Und wie könnten - wenn er so gewaltbereit ist, wie sie befürchtet - ihre Eltern geschützt werden?
Weißer Ring:
Beim Weißen Ring gibt es mehrheitlich ehrenamtliche Mitarbeiter/innen. Je nach deren Engagement scheint es da große Unterschiede in der Beratung NACH einer Gewalterfahrung zu geben. Ich finde super, wenn Menschen das anders erlebt haben, aber davon ausgehen, dass es ne Institution ist, die grundsätzlich präventiv weiterhelfen kann, würde ich nicht.
Polizei:
Die Polizei ist grundsätzlich der richtige Ansprechpartner bei Bedrohungen. Hier alles zu sammeln, um die Drohungen zu belegen, ist der richtige Weg. Meiner Erfahrung nach wird sowas auch sehr ernst genommen und es wird im ersten Schritt sicher eine Gefährderansprache gemacht werden.
Schwieriger wird es natürlich, wenn ein Wust von Anzeigen und Gegenanzeigen vorliegt und/oder (wie hier) Anzeigen erstellt und wieder zurück gezogen werden. Die Polizei ist NICHT dafür zuständig, Beziehungsstreits zu regeln und zu lösen.
Ich würde da vieles meinem Anwalt überlassen. Und mich bis dahin auf meine Finger setzen und nicht mehr auf irgendwelche Nachrichten vom Ex reagieren. Das scheint der TE ja doch ein wenig schwer zu fallen.
Hausarzt:
Ja. Kann man machen. Aber was soll der großartig tun; außer vielleicht krankschreiben oder zu einem Psychologen überweisen? Zeitnah wird das keine Hilfe bringen.
Zitat von Xonos: Schon die Androhung von Gewalt ist im übrigen Gewalt
Das ist richtig. Wobei es da Abstufungen gibt und es vor allem bewiesen werden muss.
Ich möchte nicht missverstanden werden: Ich finde auch nicht gut, dass meist schon irgendwas passiert sein muss, bevor es verfolgt werden kann.
Allerdings gibt es Fälle - und dieser ist für mich einer -, in denen man auf die eigene Verantwortung (nicht zu verwechseln mit Schuld!) schauen und als erstes dort im Rahmen seiner Möglichkeiten ansetzen sollte.