Zitat von MarMer: Ich weiß ihr schaut alle nur von Außen drauf und ich muss mir die Antwort selbst geben, aber trotzdem; magst du von außen betrachtet genauer darauf eingehen, wo du das erkennst?
Ich brauche gerade einfach das Feedback von Außen.
Du wolltest Feedback, woran du erkennst, dass du manipuliert wirst?
Führ dir unter anderem dies hier vor Augen:
Zitat von MarMer: Nun sitze ich hier und verstehe einfach gar nichts mehr.
Ich habe all seine Baustellen, sei es Alk., Depressionen, seine sonstigen Macken, Arbeitslosigkeit, das Problem mit der wiederkehrenden Geschlechtskrankheit, etc pp. akzeptiert, ihn unterstützt, ihm etliche Chancen gegeben, Verständnis gehabt.
Warum? Warum hast du Verständnis gehabt, statt so schnell wie möglich das Weite zu suchen und dich in Sicherheit zu bringen? Geh mal in dich. Ganz tief. Wieso hast du Verständnis?
Er trinkt, hat Geschlechtskrankheiten, ist arbeitslos, hat Depressionen, baggert auf Tinder andere Frauen an usw. usw. Und du hast Verständnis und deine größte Sorge war damals, dass er dich verlassen könnte?
Merkst du die Verdrehung? Er kann froh sein, wenn DU ihn nicht verlässt unter solchen Umständen, oder?
(Mal ganz abgesehen von seinen Schuldzuweisungen, Abwertungen und was da noch so alles war).
Frag dich das: Ist es wirklich eine Tugend, da noch Verständnis zu haben? Oder wären ganz andere Reaktionen angebracht? Was würdest du einer Freundin raten, die in dieser Situation ist und dir das so schildert? Was würdest du einer erwachsenen Tochter sagen, wenn sie dir erzählen würde, dass so etwas in ihrer Beziehung läuft?
Wenn du dir diese Fragen beantwortest, dann kannst du dir auch die Frage beantworten, woran du merken könntest, dass du manipuliert wirst.
Zitat von MarMer: Er sagte, er wäre sich bewusst geworden, dass er die Beziehung will und man die Probleme angeht und nun hat er es wieder hingeschmissen, auf eine ganz hässliche Art und Weise.
Und die Schuldige an allem, bin wie jeher, einzig und alleine ich. O-Ton "Wenn du am Anfang nicht so misstrauisch und unsicher gewesen wärst, wäre das alles nicht so gelaufen"
Und hier noch einmal: Er hat hingeschmissen? ER? Und du sollst daran Schuld sein?
Kannst du mir (oder besser dir selbst) einen einzigen vernünftigen Grund nennen, wieso du daran Schuld haben sollst? Bist du diejenige, die säuft? Bist du die, die sich auf Tinder andere Männer sucht und die dann, wenn es nicht klappt, sturzbesoffen bei ihm aufschlägt und ihren Rausch auf seinem Sofa auspennt? Nein, oder? Das war doch er, wenn ich nicht irre.
Wieso hast du nicht schon längst vor ihm hingeschmissen?
Wieso macht dich solches Verhalten nicht wütend? Wieso durfte er seinen Rausch bei dir ausschlafen? Wieso ist deine einzige Idee, nachdem du die Tinderchats auf seinem Handy gefunden hast, ihn zu bitten, er möge doch so freundlich sein und den Kontakt zu dieser Frau abbrechen?
Wieso ist er nicht hochkant bei dir rausgeflogen?
Frag dich das. Frag dich das ernsthaft. Wieso steckst du bis zum Hals voll mit Schuldgefühlen? Wieso gibst du dir die Schuld an Dingen, für die du nicht das Geringste kannst?
Frag es dich ernsthaft. Du wirst ja erkennen, dass man dir - rational betrachtet - nicht ernsthaft die Schuld für so etwas geben kann. Warum also fühlst du dich dennoch schuldig?
Warum fühlst du dich schuldig, statt wütend zu werden und dem Herrn einen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen?
Zitat von MarMer: Ich war mir lange ja überhaupt gar nicht im Bilde darüber, wie krass die Suchtproblematik wirklich ist.
So richtig weiß ich es ja erst seit ein paar Tagen, über die Bekannte.
Auch das stimmt nicht. Schau mal, was du vorher schon geschrieben hast:
Zitat von MarMer: Er trank regelmäßig, erst nur bei sich, fing dann irgendwann an B. zu mir mitzubringen.
Zitat von MarMer: Anfang Januar fuhr ich nach einem Streit unangekündigt am nächsten Morgen zu ihm.
In seiner Küche stapelten sich die Bierflaschen dicht an dicht und morgens um 10.00 saß er schon mit der nächsten Flasche auf dem Sofa.
So so. Er fing irgendwann an, B. zu dir mitzubringen, ja?
Und einmal fährst du überraschend zu ihm, seine Bude ist voller Flaschen und er hat morgens um 10.00 Uhr schon die nächste Flasche am Schlund hängen.
Und du meinst, du wusstest nicht, wie krass sein Alk-Problem ist, bevor eine Bekannte es dir gesteckt hat? Oh, doch! Du wusstest es!
Wer also hat dich gelehrt, deiner eigener Wahrnehmung und deinen eigenen Augen nicht zu vertrauen? Wer hat dich gelehrt, das alles zu "übersehen" und als "nicht so schlimm" abzutun?
Wieso brauchst du erst diese Bekannte, die dir deine eigene Wahrnehmung bestätigt, bevor du es glauben willst?
Ich glaube, für den Anfang wäre es gut, wenn du dir diese zwei Fragen stellst:
Wieso hast du so übermäßige Schuldgefühle?
Wieso traust du deiner Wahrnehmung nicht?