In unserer Kultur wird der Tod gerne verdrängt (auch von mir). Nur muß früher oder später nahezu jeder erleben, dass ein geliebter Mensch stirbt.
Für mich persönlich macht es einen Unterschied (nicht in der Trauer, aber in der Akzeptanz), ob ein Verstorbener ein gelebtes Leben hatte - sprich: Alt ist - oder ob ein junger Mensch sein Leben z. B. durch einen Unfall verliert. Schwere Krankheiten und damit verbundene Schmerzen und Leiden machen es mir auch leichter, einen Tod zu akzeptieren.
Meiner Erfahrung nach trauert jeder anders und jede Form ist zu akzeptieren. Ich selber brauche z. B. Friedhofsbesuche überhaupt nicht, anderen ist es ein Trost, regelmäßig ein Grab besuchen zu können. Dafür ist mir eine Trauerfeier als Abschied/Schlußpunkt sehr wichtig (auch, wenn es mich davor graut und ich natürlich nicht gerne hingehe).
Dein Verlust, @Hector ist ja nun bereits einige Jahre her (damit will ich ihn nicht schmälern!

) Es war bestimmt sehr schwierig, plötzlich alleine mit einem Baby dazustehen; Chapeau, dass Du das gemeistert hast.
Zitat von Hector: Meine ersten Jahre waren mit dem
Großziehen meiner Tochter ausgefüllt aber jetzt ist langsam auch Zeit für Vergangenheitbewältigung da....
Ja, das denke ich auch. Ich glaube, es ist völlig normal, dass die Trauer erst einmal lähmt und Menschen dann nur funktionieren, so gut sie können. Aber eines eint den Verlust durch Tod oder Trennung: Man muss ohne diesen Menschen weiterleben und nach vorne gucken. Die meisten Verstorbenen hätten sicher gewünscht, dass ihre Angehörigen wieder glücklich werden. Das bedeutet ja nicht, dass sie deshalb vergessen werden.
Deine Situation, @Islantilla ist für mich eine etwas andere. Aber natürlich tut mir auch Dein Verlust sehr leid und ich will Trauer ganz gewiss nicht vergleichbar machen!

Dein Mann war jedoch sehr krank und deutlich älter als Du - leider entspricht es der Lebensrealität, dass er jetzt gegangen ist.
Wie geht denn Deine 15jährige Tochter mit dem Verlust ihres Vaters um? Wenn Du keinen Bedarf an einer Trauergruppe hast (Deine Argumente kann ich nachvollziehen) - vielleicht braucht Euer Kind diese Unterstützung? Habt Ihr darüber gesprochen?
Teenies neigen oft dazu, alles mit sich selbst abzumachen. Manches muss da vielleicht auf dem Silbertablett serviert werden?

Die Beerdigung ist vermutlich für Euch beide ein schwieriger Termin.