Caren
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als ich vor 7 Jahren das erste Date mit meinem heutigen Ehemann hatte, dachte ich noch: Der stellt bestimmt keine (Gegen)fragen, weil er nervös/unsicher ist. Später habe ich festgestellt, dass er nicht so das große Interesse an anderen Menschen hat und insgesamt nicht dazu in der Lage ist, das wenigstens vorzutäuschen, z.B. beim Smalltalk. Kann er einfach nicht.
Seit einem Jahr sind wir jetzt verheiratet, haben zwei Kinder inzwischen und ich merke, dass sich in den letzten Monaten vermehrt wieder alles nur um ihn drehen muss. Er kann andere Perspektiven nicht annehmen, er sieht andere Menschen einfach gar nicht, er interessiert sich nicht nennenswert für Andere. Das ist das eine. Das ist an für sich schon ein ständiger Kampf das als Persönlichkeitsstörung zu sehen und nicht übermäßig böse darüber zu sein. Seit einigen Monaten aber kämpft er um nahezu permanente Aufmerksamkeit, die ich ihm nicht geben kann und will.
Wenn er abends nach Hause kommt, erwartet er, dass ich mich mit ihm an den Tisch setze und er dann berichtet. So sagt er das auch immer, komm, ich berichte dir jetzt über meinen Tag. Wenn ich das nicht will, weil es z. B. spät ist und ich morgens ja aum 6 Uhr wegen der Kinder und Job wieder früh raus muss (während er grundsätzlich bis 8 pennt und im Homeoffice vor 9 Uhr gar nicht in die Gänge kommt), wird er aggressiv. Er macht dann extra Lärm, wird laut, dass die Kinder aufwachen.
Wenn ich im Homeoffice arbeiet, das selbe Spiel. Ich sage ihm vorher, ich bin in einem wichtigen Termin bis zum Nahcmittag, er soll bitte nicht rein komme, kann ihc mir sicher sein, dass er genau dann wieder etwas hat. Letzte Woche wollte er zum Arzt, von dort aus hat er mich anrufen lassen (!) vom einer Angestellten, weil er angeblich so Schwindel hätte und umgekippt sei und ich solle ihn abholen. ich war mitten in einem Termin und eine Viertelstunde später wären die Kinder heim gekommen, also hab ich ihm gesagt, dass er sich ein Taxi nehmen soll. Am Telefon hat er mit total weinerlichen Stimme gesprochen als sei er ein kleines Kind, das bei seiner Mami anruft. Ich kam mir gar nicht mehr vor wie seine Ehefrau,sondern als würde mein drittes Kind sich gerade vom Sportunterricht abholen lassen.
Ich bin mir unterbewusst sicher, dass er diesen "Schwächeanfall" vorgetäuscht hat. Das gab es leider in den letzten Jahren häufiger. Das habe ich ihm dann auch abends so gesagt, denn ich musste ihn in den vergangene Jahren insgesamt schon 4x abends/nachts zum Krankenhaus fahren. Alles davon war falscher Alarm. Angeblich wegen Herzinfarkt, Herzrasen, massive Kopfschmerzen, abgeblicher Bruch. Jedes Mal wurde ihm ins Gesicht sagt, dass er NICHTS hat und heim geschickt. Inzwischen glaube ich ihm deshalb auch nichts mehr. Und komischerweise war dann auch - kaum waren wir zu Hause - wieder besser.
Das Schlimme ist für mich, dass ich mich die ganze Woche schon fast alleine um die Kinder kümmern muss und auch arbeiten muss und er mich da nicht unterstützt, egal was es ist, neue Klamotten, Essen einkaufen, kochen, Wäsche, Handwerkertätigkeit, er tut wirklich nichts und dann muss ich mich nach Feierabend auch noch ausschließlich mit ihm beschäfitgen. Er will immer "berichten", als würde sich mein Leben einzig um ihn drehen und hätte ich abends um 21 Uhr noch die Lust mir seinen Tagesablauf anzuhören.Selbst unsere Kinder sind tapferer als er und jammern nicht so viel wie er und die sind teilweise echt und ernsthaft krank, gerade im letzten Jahr musste der Große mehrere Nächte mit mir im Krankenhaus bleiben.
Wegen der sportlichen Verpflichtungen der Kinder muss ich auch samstags mit ihnen immer um kurz nach 7 Uhr aufstehen und bin wirklich erschöpft. Ich organisiere die Geburtstag, die Geschenke, die Verabredungen der Kinder mit wiederum deren Freunden und das alles tu ich auch wirklich gerne, das habe ich mir ja auch so ausgesucht und es sind KINDER. Aber er ist ein über 40 Jahre alter Mann, der zu mir kommt und sagt "Mein Pullover ist eingangen." als wäre er außer Stande sich wenigstens mal selbst einzukleiden.
Wenn ich ihn um etwas bitte, zum Beispiel sollte er die Hausaufgaben des Kindes letzte Woche kontrollieren, weil ich mit dem Großen beim Kieferorthopäden war. Ich kam wieder, er sagte, es sei alles richtig. Das Ende vom Lied war, dass er die Aufgaben (2. Klasse!) gar nicht kontrolliert hatte, er hatte das ganze Blatte voller Fehler. Selbst, was er mir abnimmt, bade ich d oppelt am Ende wieder aus, den Ärger, den Eintrag ins Hausaufgabenheft, die Tränen des Kindes. Wenn ich es anspreche, wird er wieder laut und rastet aus, seine Zündschnur ist verdammt kurz.
Ich sage dann "Du hast die Aufgaben gar nicht kontrolliert und schau mal, er hat jetzt einen echt schlechten Eintrag hierb ekommen und leidet darunter und es war deine Aufgabe und ich erwarte, dass ich mich auf dich verlassen kann, wenn du etwas übernimmst."Dann reagiert er mit einer zusammenhanglosen Antwort, erzählt mir irgendwas anderes und brüllt dann rum. Über die Sache redet er dann aber nicht, am Ende dreht sich alles um ihm, seine Gefühle, seine Krankheiten, seinen "Schmerz", weil ich "gemein bin". Und das alles in einem weinerlichen Ton als wäre er ein kleines Kind.
Reden mit ihm bringt gar nix. Ich unterlasse es auch, weil er immer laut wird.