Begonie
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Meine Freundin, geschieden mit drei nicht mehr kleinen Kindern, Lehrerin, vollschlank und zweite Hälfte 50, also nicht mehr jung. Sie suchte nichts, dachte sie bliebe erst Mal einige Jahre alleine, zumal sie über den Tod ihrer ältesten Tochter, die mit 23 an Darmkrebs gestorben war, hinwegkommen musste.
Sie besuchte einen Yogakurs und lernt dort einen Mann kennen, der ein paar Häuser weiter von mir wohnt. Er ist ein paar Jahre älter, seit langem verwitwet und eine zweite Beziehung ("wilde" Ehe) war auch schon zwei Jahre zu Ende. Er überlegte schon, sein Haus zu verkaufen.
Dort lernte man sich kennen, machte Späße, verabredete sich fürs Kino.
Sie war gar nicht so lange allein und hat mit ungefähr 60 Jahren nochmals geheiratet und ist glücklich und zufrieden.
Klar, es ist ein Einzelschicksal, aber es zeigt, dass man manchmal etwas findet, was man gar nicht sucht.
Was bei Dir falsch läuft, weiß ich nicht. Ich brauche keine Dating-Plattformen, aber nach allem was man so liest, ist es eine zähe Sache mit vielen, vielen Nieten. Ich denke auch, dass man sich gerade in der Anfangszeit nicht so sehr "öffnen" sollte. Es überfrachtet manche Kandidaten, wenn man sie mit Gefühlen überschüttet.
Und eine große Rolle spielt der Zeitgeist. Alles ist beliebig, Beziehungen werden eingegangen und gelöst oder Verabredungen werden getroffen und gecancelt. Früher war man da genügsamer, man lernte Erwin halt im Freundeskreis kennen und heiratete. Die Ansprüche an eine Beziehung waren nicht so hoch und auch nicht an einen Partner. Heute, mit der Hin-und-her-und-nach-Belieben-Taktik sind viele Männer unterwegs, die eben ein noch besseres Exemplar von Frau zu finden glauben. Das verstellt dann auch oft den Blick auf das, was zum Greifen nahe wäre.