Hallo,
finde Euere Diskusion sehr interessant - und das berührt mich auch immer wieder.
Wie schon gesagt, ich würde gerne als Betrogene baldmöglichst von so etwas erfahren und wenn mein Partner das nicht hinkriegt, ist es immer noch besser ein anderer sagt es mir, als ich werde ewig betrogen, bis es auffliegt.
Aber einmal was anderes - wie seht ihr das, wenn das Thema Rache ganz draussen ist.
Mir jemand Avancen gemacht hat, den ich abgewiesen habe, weil ich a) jemanden der trotz Partner/in Avancen macht für ein A. halte b) weil ich mir dadurch das Thema ersparen konnte, dass er sowieso nicht mein Typ ist
Die Geschichte (etwas anonymisiert)
Hatte da mal jemanden in einem Sportverein gekannt, der ist Geschieden und hat eine langjährige Lebenspartnerin die mit im Sportverein ist (ich also sogar kenne).
Hat mir mal Hilfe bei verschiedenen Dingen angeboten - wo ich auch immer zu Gegenleistungen wie helfen bei irgendwelchen Putzaktionen oder ähnliches bereit war.
Er versuchte es dann mit einem Glas Wein trinken, wir wohnen nicht weit entfernt, seine Partnerin hat eine eigene Wohnung (was ich schon vielsagend finde - paßt ihm bestimmt gut) und versuchte sich dann an mich ranzumachen. (Ich war übrigens gerade Singel, also war es für mich eine Frage wie ich mich meinem Partner gegenüber verhalte)
Sowas geht für mich gar nicht - habe ihm das gesagt, bei einem weiteren Mal gefragt, wie oft er denn noch von mir eine Abfuhr bekommen will - ist nun geklärt.
Ich hatte seiner Freundin nie was gesagt, hielt Sie für ziemlich labil.
Fand auch, dass er mich damit in eine Situation gebracht hat, zu entscheiden, ob ich das nun sage oder nicht, als sehr unangenehm.
Hatten auch mal eine Situation, wo sie versuchte, sich in meinem Beisein an ihn anzuschmiegen und er sehr kühl reagierte (um seine Chancen bei mir nicht zu ruinieren? - hat sich so angefühlt). Alleine das spürt ein Partner zumindestunbewußt, dass jemand seine Gefühle zu ihm in dem Moment nicht öffentlich zeigen will.
Dass Sie Schlafstörungen und Depressionen hat, habe ich erst viel später erfahren. Glaube fast, dass die erst nach diesem Vorfall aufgetreten sind.
Da ich aber auch einiges an Selbsterfahrung mitgemacht habe (in jungen Jahren - aus Liebeskummer) meine ich, schon so einiges zu sehen. Ich glaube auch, dass man, wenn man bereit ist es wahrzunehmen, als Partner wahrnehmen kann, dass etwas nicht stimmt. Dann bleibt aber das Problem, zu unterscheiden, ob das nun eigene Ängste oder eine berechtigte Wahrnehmung ist.
Denke mir immer, die Frau hat Ihre Depressionen, weil Sie unbewußt spürt, was er für einer ist.
In so fern frage ich mich, ob es nicht sogar eine Erkrankung verhindert, wenn der Partner klar sieht. Ich denke unbewußt wahrgenommene Schräglagen, wo man nie genau weiß was dran ist, vielleicht bei sich selbst das Problem sucht, das sind evtl. die Ursachen für Depressionen. (Sicher will ich heute nach mehreren Jahren ihr nichts mehr sagen, würde sie aber immer unterstützen, wenn da mal was mit einer anderen rauskäme)
Wollte das mal so in die Diskussion einbringen, die Frage, was ist für die Psyche eines Menschen gesünder "die Wahrheit zu wissen und (falls nötig mit Hilfe eines Psychologen) damit umgehen zu lernen" oder "unbewußt etwas spüren und nicht zuordnen können".
Im Nachhinein fällt mir noch auf, vielleicht kommt ihre Unsicherheit auch daher, dass die Beziehung auch aus einer Fremdgehsituation entstanden ist und das sie unbewusst weiss, dass sie ihm nicht vertrauen kann. Er hat da mal etwas angedeutet, warum er sie nicht mitnehmen kann, wenn er seine erwachsenen Kinder besucht - das sei nicht so schön gelaufen, damals.
Er erzählte auch mal von Ihren Depressionen und sagte, er habe Ihr gesagt, wenn er die Ursache für ihre Probleme sei, dann würde er sie in Ruhe lassen. - So schräg, wie er sich das denkt? Hatte leider vergessen zu fragen, ob sie über seine Einstellung zu dem Thema Treue informiert sei oder wie er das meint.
Naja, wollte eigentlich vorwiegend anregen, darüber nachzudenken, was für den Betrogenen mehr dessen psychischer Gesundheit dient - bin leider kein Psychologe - und ob die da ein Patentrezept hätten?
Gruß
mona
PS:
Natürlich macht es mich in irgendeiner Art auch selbst betroffen, wenn ich durch solche Situationen mitbekomme, welche A. es so gibt. Sicher bin ich emotional da nie ganz außen vor - das ist mir schon klar
