Zitat von Talarios: Aber: Die Strukturen und Bedingungen haben sich verändert. Das erkennt man, wenn man nicht nur auf persönliche Erinnerungen blickt, sondern auch auf Daten, Studien und gesellschaftliche Entwicklungen
Das empfinde ich als treffendste Aussage zu der Debatte, denn das ist ja das, was mir auch schon aufgefallen ist und was ich dir schon rückgemeldet habe @gi*rlnextdoor
Ohne das jetzt als Angriff zu meinen, aber man muss sich halt wirklich bewusst machen, dass die Erfahrungen, auf die man zurückgreift, nicht immer allgemeingültig sind.
Ich sag mal so: Als es bei mir in Sachen Liebe usw losging, war es Anfang 2000er. Da habe ich nie etwas gehört von "polyamor", "F+", Ghosting" oder "Gaslighting". Das bedeutet nicht, dass es dass damals nicht schon gab. Ganz im Gegenteil. Dennoch haben sich Beziehungen doch ein wenig anders angebahnt. Da gab es einen Zettel mit "Willst du mit mir gehen?" und später, als man älter war, wurde ewig miteinander rumgehangen, bis sich einer getraut hat dem anderen näher zu kommen. Vorher wurde sich halt "zufällig" unter Freunden getroffen, andere wurden vorgeschickt zum Aushorchen ("wie findest du sie so?") und irgendwann wurde dann vielleicht mal die Hand von dem anderen genommen
🫠So war das in meinem Umfeld. Zum ewig hin- und herschreiben und Fotos schicken fehlten die technischen Möglichkeiten. Facebook usw waren zu der Zeit kein Thema und man konnte nicht, wie heute durch WhatsApp, Insta und Co. regelmäßig nachverfolgen, ob das Objekt der Begierde Single ist, was er grad so macht, wann er online ist, wem er folgt usw.
Klar, man wird ja auch älter, aber ich würde schon sagen, dass junge Menschen anders daten, als ältere.
Während ich in meinem "stolzen Alter" von 35 Jahren von meinem Date wissen wollen würde, wie ehemalige Beziehungen liefen, was ihm in einer Beziehung wichtig ist, ob er mit seinem Kinderwunsch durch ist oder ob sein Job Zweisamkeit zulässt, war mir mit Anfang 20 nur wichtig, ob er süß ist.
😄Auch fällt mir auf, dass es einen Unterschied gibt, ob ich aufm Dorf bin oder in der Großstadt. In der Großstadt wird man vielleicht nach "seinem Insta" gefragt, während aufm Dorf wohl schon vorher bekannt ist, wo das Objekt der Begierde wohnt, wo deren Eltern arbeiten usw. Auch das hat natürlich Einfluss auf die Beziehungsanbahnung.
Ebenso wie andere Faktoren. Nur würde ich mich persönlich nicht zu sehr davon tangiert fühlen, wenn mich ein jüngerer Mensch als alt wahrnimmt und meine Datingskills daher nicht so gefragt sind. Dass ich mit vielen Jugendwörtern und Trends nicht mehr hinterherkomme, ist für mich keine Schande.
