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Altersunterschied im Forum

T

Talarios
Mitglied

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Hallo,

Das ist mein zweiter Beitrag. Einfach nur rein aus Interesse. Wie denkt ihr über den Altersunterschied im Forum? Ist sehr offen gestellt die Frage, aber mal zu mir.

Ich bin 22 Jahre alt. Dementsprechend ist natürlich die Generationslücke bei Leuten z.B. Ü40 relativ groß. Viele Dinge, Denkweisen, Erziehung und Werte ändern sich über die Zeit.

In wie fern können Leute aus meiner Generation wohlwissend Tipps aus älteren Generationen im Thema Liebe annehmen? Und genau so andersrum. In wie fern könntet ihr Tipps von uns annehmen? Liebe ist zwar ein Gefühl, aber die Auffassung, Verarbeitung und Blickweise auf Liebe ist heute sicherlich anders als vor 40 Jahren. Vor allem durch mediale Faktoren, wie TikTok, Netflix, Instagram etc.

Irgendwo ist man dann doch beeinflusst durch die Generation. Leute von heute lieben vielleicht anders, als Leute von früher? Aufgrund von so vielen Faktoren, die sie einfach auch beim aufwachsen, pubertieren etc. geändert haben?


Wie steht ihr dazu? Denn ich denke, dass 5 Leute mit 20 Jahren konträre Meinungen zu 5 Leuten mit 45 Jahren haben werden. Erfahrung spielt eine Rolle, aber in wie fern ist diese Erfahrung Generationsübergreifend übertragbar und wie viel mischt da noch mit rein?


Vielleicht hat Tipp XY bei Frauen vor 30 Jahren geklappt, aber bei der heutigen Generation kommt es vielleicht komplett anders und ggf. auch schlecht rüber?

Wie steht ihr dazu. Danke für eure Meinungen Smile

x 4 #1


Femira
Hey! Kannst du Beispiele für deine Thesen geben?
Zitat von Talarios:
Liebe ist zwar ein Gefühl, aber die Auffassung, Verarbeitung und Blickweise auf Liebe ist heute sicherlich anders als vor 40 Jahren.


Zitat von Talarios:
Denn ich denke, dass 5 Leute mit 20 Jahren konträre Meinungen zu 5 Leuten mit 45 Jahren haben werden.


Zitat von Talarios:
Vielleicht hat Tipp XY bei Frauen vor 30 Jahren geklappt, aber bei der heutigen Generation kommt es vielleicht komplett anders und ggf. auch schlecht rüber?


Also ich denke, du denkst an die Art und Weise, wie eine Paarbeziehung ausgestaltet wird. Oder?

x 1 #2


A


Altersunterschied im Forum

x 3


F
@Talarios

Ich denke nicht, das es in Bezug auf das Gefühl "Liebe" große Unterschiede zwischen den Generationen gibt. Wo es Unterschiede gibt, ist der "Umgang" mit diesem Gefühl und wie man heute gegenüber "früher" den Begriff "Beziehung" resp. "Partnerschaft" definiert.

Die heutige Zeit ist schnelllebiger geworden und Partnerschaft nicht mehr sosehr auf Dauer angelegt, wie es früher einmal der Fall war - so zumindest mein Eindruck. Man "entliebt" sich schneller - weil der Übergang von der rosa Brille zum Alltag Einsatz erfordert und den will heute nicht mehr jeder bringen. Schließlich wartet ja "um die Ecke" schon der/die Nächste und OD ist ja die Modeerscheinung schlechthin und so schön unverbindlich. (Sorry, manchmal bin ich etwas sarkastisch)

Was sich aber wenig bis nicht ändert ist die "Arbeit", sei es die Arbeit an/in einer Partnerschaft oder auch die Trauerarbeit im Gefolge einer Trennung. Heute wird damit vielleicht etwas "wissenschaftlicher" umgegangen, aber die Grundlagen sind immer noch die selben und hier spielt die Lebenserfahrung eine entscheidende Rolle. Denn den Umgang mit Gefühlen - den positiven und den negativen - erlernt man nur in der Praxis. Und da spielt der Altersunterschied nur in Punkto Erfahrung eine Rolle, nicht aber in der Anwendbarkeit...

Just my two Cents 😉

lg Uwe

x 10 #3


T
Zitat von Femira:
Also ich denke, du denkst an die Art und Weise, wie eine Paarbeziehung ausgestaltet wird. Oder?


Nicht nur wie eine Paarbeziehung ausgestaltet wird. Klar das ist auch ein Punkt, aber auch, die allgemeine Denkweise über und von Liebe. Ob es eine aktuelle Beziehung ist, zwei Ex-Partner, zwei Kennlernphasen.


Zu meinen Thesen, würde ich jetzt abrupt einfach so rangehen:

These 1:
Früher: Liebe = Pflicht, Sicherheit, Ehe, gemeinsame Zukunft trotz Problemen

Heute: Liebe = Selbstverwirklichung, emotionale Tiefe, authentische Verbindung
Trennungen heute häufiger, wenn Gefühle „nicht mehr stimmen“
Dating damals: Freundeskreis, Arbeit, langsames Kennenlernen

Dating heute: Apps, Schnelligkeit, Auswahl, aber auch Oberflächlichkeit
Kommunikationsverhalten früher: Telefon, Briefe heute: WhatsApp, Insta, Snaps

These 2:
20-Jährige:
Legen Wert auf Freiheit, emotionale Unabhängigkeit, Selbstfindung
Häufiger: offene Beziehungen, Situationships, polyamore Konzepte
Schnelles Kennenlernen, wenig Geduld für „klassische“ Beziehungsarbeit

45-Jährige:
Wurden mit traditionellen Beziehungsmodellen sozialisiert
Wollen oft Verlässlichkeit, Langfristigkeit, familiäre Stabilität
Sehen Liebe als partnerschaftliches Projekt mit klaren Rollen

These 3:

Früher: Dominanz zeigen = männlich & attraktiv
Heute: Kann als toxisch, narzisstisch oder unsensibel wirken

Früher: Viele Komplimente über Aussehen = charmant
Heute: Gilt schnell als oberflächlich oder unangenehm

Früher: Hartnäckig bleiben trotz Desinteresse
Heute: Gilt als grenzüberschreitend oder respektlos (Consent wichtig!)

Früher: „Frauen erobern“
Heute: Gleichberechtigung, gegenseitiger Respekt im Vordergrund



Bitte auf nichts davon festnageln. Sind Fallbeispiele. Mag sein, dass Sache XY früher gar nicht so war. Aber jetzt weißt du, worauf ich mich beziehen möchte/will/kann. Als Denkanstoß, was alles ja auch irgendwie da mit zugehört. Kann teils vorurteilhaft rüberkommen, aber ich bin eben aus der neuen Generation 😄

x 3 #4


T
Zitat von FoolishHeart:
weil der Übergang von der rosa Brille zum Alltag Einsatz erfordert und den will heute nicht mehr jeder bringen.

Zitat von FoolishHeart:
Was sich aber wenig bis nicht ändert ist die "Arbeit", sei es die Arbeit an/in einer Partnerschaft oder auch die Trauerarbeit im Gefolge einer Trennung.

Widerspricht sich das nicht?

#5


Ladina
Lieber TE, 45jährige müssen aber nicht in alten Rollenbildern feststecken, sondern können sich auch weiterentwickeln. Übrigens sind die heute um die 40jährigen die erste Generation Social Media, die die Anfänge mitbekommen haben. Nur weil man älter ist, bedeutet das nicht zwangsläufig Stillstand, oder dass man nicht mitbekommt, wie die Welt sich ändert. In punkto Beziehung kann ich nur sagen, dass sich natürlich mein Denken geändert hat im Laufe der Zeit. Früher dachte ich Mann, Kind, Haus gehört zum Leben dazu, heute bin ich froh, dass ich mich von gesellschaftlichen Normen freigemacht habe und mein Leben so gestalte, wie ich es möchte.

x 4 #6


F
@Talarios Denke ich nicht. Die "Arbeit" als solche - sprich: die "Methodik" - bleibt ja die gleiche. Nur die Bereitschaft, sie zu erbringen - die hat sich verändert.

x 2 #7


Glitzerfee
Zitat von Talarios:
Nicht nur wie eine Paarbeziehung ausgestaltet wird. Klar das ist auch ein Punkt, aber auch, die allgemeine Denkweise über und von Liebe. Ob es eine ...

Dann bin ich Offensichtlich 25.

x 4 #8


T
Zitat von Ladina:
Lieber TE, 45jährige müssen aber nicht in alten Rollenbildern feststecken, sondern können sich auch weiterentwickeln. Übrigens sind die heute um die 40jährigen die erste Generation Social Media, die die Anfänge mitbekommen haben. Nur weil man älter ist, bedeutet das nicht zwangsläufig Stillstand, oder dass man ...

Klar. Jeder geht damit anders um. Gibt er genau so viele die dort feststecken. Die 45 Jahre war ja auch nur ein Beispiel. Trotzdem denke ich, dass auch wenn diese Altersgruppe die "Anfänge" von Social Media selbst miterlebt hat, gravierende unterschiede herrschen.

Wenn ich mich damit vergleiche, wie ich Social Media bediene im Gegensatz zu meinen Eltern ist das ein riesiger Unterschied (e.g. Facebook benutzen die älteren), von mir aus auch der WhatsApp Status. Keine Ahnung.

Auch die Art und Weise zu schreiben und zu sprechen hat sich ja verändert.


Vor allem die Studie "Beziehungsformen und Beziehungsverläufe im sozialen Wandel" ist dazu interessant. Ist vom Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York.

#9


Femira
Zitat von Talarios:
45-Jährige:
Wurden mit traditionellen Beziehungsmodellen sozialisiert

Uff...also erstmal muss ich aushalten, dass für dich 45 Jahre bedeutet, dass man unendlich alt ist 😂

Also ich denke, dass sich Gefühle überhaupt nicht verändert haben und damit Erfahrung mit Gefühlen, so wie mein Vorredner Foolish heart schrieb, durchaus hilfreich sein können.

Was sich verändert hat, aber auch schon bei Menschen im meinem Alter, sind die Abhängigkeiten, die es ab dem Nationalsozialismus vor allem in der BRD gab. Also sind andere Betiehungsmodelle möglich. Auch die Offenheit für nicht binäre Geschlechtszuordnungen, gleich oder gemischter Lieber ist mehr vorhanden und da können wir uns Ideen von euch holen.

x 4 #10


S
Zitat von Talarios:
Heute: Liebe =

... vor allem Befriedigung des Bedürfnisses nach Selbstwerterhöhung, am besten ohne unnötiges Commitment, Verantwortung oder Verpflichtungen, weil davor hat man (Bindungs-)Angst.

Zitat von Talarios:
Dating heute:

... komplett amazonisiert, geprägt von überzogenen Erwartungen, wenig zielführenden "Strategien", selbsternannten YT-Gurus und dem Abarbeiten von Checklisten, was wann mit wem im eigenen Leben zu passieren hat.
Beziehungsstatus, Tinder-Matches und Bodycount als Statussymbole.

Zitat von Talarios:
Kommunikationsverhalten früher: persönlicher Kontakt, Telefon, Briefe heute: WhatsApp, Insta, Snaps

Heute: Vor allem geprägt von der Angst vor dem unmittelbaren persönlichen Kontakt (direktes Gespräch, Telefon), der einen aus der eigenen kleinen Wohlfühlblase auf den Boden der Realität befördern kann. Weiterhin geprägt von der "neuen, großen Unverbindlichkeit" und der durch woke Verschwörungstheorien befeuerten Befürchtung, was man heute noch guten Gewissens sagen darf, ohne gleich gecancelt zu werden.

Die restlichen als Thesen getarnten Klischees und Bashings entbehren jedes weiteren Kommentars.

x 9 #11


T
Zitat von Femira:
Was sich verändert hat, aber auch schon bei Menschen im meinem Alter, sind die Abhängigkeiten, die es ab dem Nationalsozialismus vor allem in der BRD gab. Also sind andere Betiehungsmodelle möglich. Auch die Offenheit für nicht binäre Geschlechtszuordnungen, gleich oder gemischter Lieber ist mehr vorhanden und da können wir uns Ideen von euch holen.

Dadurch das mehr Beziehungsmodelle aber "möglich" sind, ändert sich doch auch irgendwie das "Gefühl" in den Menschen oder?

"Ach, ich brauche keine Beziehung. Einfach eine F+", oder "Ich liebe ihn zwar noch, aber ich habe meine eigene Karriere, an der ich jetzt arbeiten will".

Als Beispiel. Das beeinflusst Gefühle doch bis zu einem gewissen grad, was früher ggf. anders war.

x 1 #12


T
Zitat von Femira:
Uff...also erstmal muss ich aushalten, dass für dich 45 Jahre bedeutet, dass man unendlich alt ist

Nein, nein, nein. Nicht "unendlich alt" aber, was halt krass ist, mehr als doppelt so alt, wie ich 😂

x 2 #13


Femira
Zitat von Talarios:
Ach, ich brauche keine Beziehung. Einfach eine F+", oder "Ich liebe ihn zwar noch, aber ich habe meine eigene Karriere, an der ich jetzt arbeiten will".

Du glaubst, weil Frauen jetzt eine Karriere haben können, dass sie anders lieben?

Was soll denn anders sein?

x 3 #14


T
Zitat von Femira:
Du glaubst, weil Frauen jetzt eine Karriere haben können, dass sie anders lieben?

Was soll denn anders sein?

Ich denke, dass schneller abgehakt wird. Weil die Abhängigkeit weniger da ist. Von "Ich brauche ihn" zu "Ich brauche ihn nicht". Und ich denke, dass damals aus diesem "Ich bleibe trotzdem bei ihm, weil ich ohne ihn nicht für mich selbst sorgen kann" damals auch bei einigen (längst nicht allen) Beziehungen auch wieder für ein auferleben der Liebe gesorgt hat, oder für eine "erneute" Chance, woraus sich vielleicht bei ein paar Paaren doch Probleme klären ließen, die vorher im Raum standen.


Ich denke heutzutage wird eher abgehakt und tschüss. Übertrieben ausgedrückt.

x 1 #15


A


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