Liebe Anne,
du hattest wohl des nachts Fragetee getrunken?

- dein Interesse in allen Ehren. DANKE:
Und zwar so zielgenau in der Wirkung, daß ich hier geplättet vor deinen Zeilen saß/sitze. Wow.
Weil da was "dran" ist: ja, Frau Stiefmutter war weder einfühlsam noch warmherzig, sondern nur versorgend. Ich denke heute, daß sie nur den Mann (meinen Vater) wollte, sie war Anfang 20 und hatte den sozialen Aufstieg geschafft. Stell dir vor, Krankenschwester 'angelt' sich Arzt und heiratet den ganz schnell (er umgekehrt auch, nach dem Todesfall). Zwei kleine Kinder waren da nur Ballast - kein Scherz oder Untertreibung.
Die emotionale Kälte dieser Frau meines Vaters nahm derart schlimme Züge an und das Ganze endete für mich in körperlicher Mißhandlung durch sie. Ich hatte große Angst vor ihr und 'all das'.
Mein Vater war ihr (diese hysterische Furie) nicht gewachsen, hörig oder anbhängig. Er stand mir im Rahmen der seiner Möglichkleiten zwar bei, doch ließ mich letztlich im Stich ... was die bedingungslose emotionale Unterstützung anlangt.
Alles Weitere will ich hier nicht schreiben, da sehr persönlich und den Rahmen "sprengend" - wenn das für dich okay und dich weiter interessiert, schreibe ich dir eine PN, okay (?)
Ja, ich sehe hier auch diesen Zusammenhang, daß meine Ex ähnlich "kalt" in ihrem Verhalten - gerade ihre harten Art sich zu trennen und mich nicht mal mehr anzuhören, mein Weinen und Flehen ignorierte, katapultierte mich an meinen wundesten Punkt. Die Ursachen meiner Verlustangst kann ich ja reflektieren, jedoch dann "rutsch" ich dennoch ins innere Kind, was fürchtet vor lauter Angst zu sterben und nicht nur das ... Verstehste, diese Mottenkisten-Muster/-Gefühle.
Ich weiß auch, daß bei Partnerwahl - getreu dem Eisbergprinzip - ganz viel Unbewußtes von beiden Seiten mitgeht und es dann die gemeinsame Schnittmenge an Unbwußt ergibt. Wenn es dann noch ungut zu einer Kollusion kommt, dann hat es die riesen Chance gemeinsam Reifungsschritte zu gehen/vollziehen. Dieses Potential wollte ich so gerne in dieser Beziehung sehen oder leben.
Sie/Ex-Partnerin kam aus einem intakten (nach außen, vermute ich jetzt) Elternhaus, in dem sie nach eigener Erzählung regelrecht "verwöhnt" worden war, mit einer Fixierung auf die Mutter.
Nicht nur Deswegen hatte ich beim Kennenlernen, wegen unserem Altersunterschied, so meine Bedenken ob sie reif genug für eine stabile Beziehung.
Ich ärgere mich inzwischen über mich selbst, daß ich so "dumm" war, mich trotzdem mit ihr eingelassen zu haben - es gab ja auch noch andere Warnlampen, die ich hatte ...
Ja, ich bereue es sogar teilweise schon - weil es war kräftezehrend und Energieverschwendung. Gut, daß das Ende bei Zeiten 'passiert' ist und nicht nach paar Jahren!
Klar, wie waren nicht lange zusammen, jedoch war es in gewisser Weise intensiv, so mein Erleben.
Sag mal, wer ist "Kapmann"? Ein Autor? Hat der auch einen Vornamen und welches Buch?
Das was du beschreibst mit dem "guten Mädchen", fand ich vor Jahren in einem Buch von Hans-Peter Röhr - "Wege aus der Abhängigkeit: Destruktive Beziehungen überwinden" - wo nach dem Märchen "Die Gänsemagd hergeleitet/analysiert wird.
Ich habe mich damals beim Lesen schon gewundert, ob ich meine Tendenzen zum Abhängig-Machen (meine Thera meinte damals: "sie haben diese PSK-Störung nicht") in Liebesbeziehungen bzw. die Muster durchbrechen kann, indem ich im Finale (des Märchens) im Eisenofen "schmoren" und "brennen" muß. AUTSCHn, so fühle ich mich derzeit ab und an. Menno, wie könnte ich nur lernen ein "Hexlein" zu sein?
Und, da habe ich in dieser Beziehung die Erfahrung gemacht, daß meine Partnerin zugab, auf meinen neuen Hund (den ich mit ihr gemneinsam im Mai aus dem Tierheim holte) schon eifersüchtig zu sein.
"dann hast du bestimmt nicht mehr soviel Zeit für mich", hieß es zu meiner Verwunderung.
Natürlich habe ich sie nicht vernachlässigt oder sowas, wenn sie hier war und sie in alles mit dem neuen Familienmitglied einbezogen - mir echt Mühe gegeben, was sie lieb von mir fand und so noch in keiner Beziehung (sie hatte ja erst eine) erlebt habe.
Doch, als der Hund in der Klnik lag und um sein Leben kämpfte war ich fix und fertig. Sie war zwar hier bei mir, "nur" nahm sie mich eben nicht in den Arm und ging warm auf mich ein bzw. konnte es nicht ausdrücken. Oder, ich habe es nicht zugelassen (können), sie nahe an mich gelassen?
Nee Anne, momentan (!) ist es nicht "egal" darüber zu reflektieren und realistisch hinzuschauen - da muß ich mal protestieren. Ich will mir nix mehr vormachen: a la "so tolle Beziehung" - denn, das war sie nicht.
Das Schlimme ist doch, daß ich trotzdem solche Schwierigkeiten damit hatte, nicht einfach nur "froh" zu sein, daß das jetzt ein Ende hat oder ich diese unreife Person nicht einfach auf "den Mond schoß".
Warum ich dennoch so fürchterlich leide?
Ja klar, ist es die "Vergangenheit" - und: los lassen ist eben ein Prozeß und für mich (wegen meiner Lebensgeschichte) eine verdammt schwere Aufgabe, glaub mir das. ich brauche diese Form von Verarbeitung (noch), mir anzuschauen was schief gelaufen ist und was ich daraus lernen kann.
Es geht mir "nur" einen Ticken besser, seit ich weiß: ich will diese Frau nicht zurück. Wie gsagt, ich hätte mich mit ihr gar nicht erst einlassen "dürfen", so ist zZ. mein Stand. Und das ist bitter genug!.
Ich bin wirklich froh, daß mein Hund wieder da ist und ich dreimal am Tag die Runden mit ihm gehe, nachmittags sogar eine große, auch wenn ich mich zZ. kaum über sonst-noch-was freuen kann.
Ich atme ein. Ich atme aus. Ich setze einen Fuß vor den anderen ... (irgendwer singt so ein Lied).
Emotionale Wellen erlebe ich und heute früh gleich wieder Tränen
erschöpfte Grüße
und
bis später,
Ms.