Zitat von Miss Reflection:Nachdem ich innerlich durch den Trauerprozeß durchging und alle Gefühle zu gelassen habe, die spürbar waren - so fürchterlich gelitten habe - fiel es mir zunehmend leichter in den Abstand zu kommen.
Bis hierher dachte ich noch: Klasse! Die Zeit hat angefangen, einige Wunden zu heilen.
Ich las dann auch von Deiner Erkenntnis:
Zitat:Unsie ist ein selbstwertschwacher Mensch und KONNTE es nicht anders, also vom sog. inneren Vermögen/möglichkeiten her. (Ich meine das hier nicht abwertend, sondern stelle fest.)
Ab hier hoffte ich nun zu lesen, daß Du die Sache ad acta gelegt und Dich darauf konzentriert hast, Dein eigenes Leben fortzusetzen.
Stattdessen folgte, daß in Dir der Wunsch aufgekeimt sei, ihr zu verzeihen. O.k., angesichts Deiner weiter oben zitierten Erkenntnis macht es durchaus Sinn, dies zu tun - also so ganz für Dich. Doch nun las ich dies:
Zitat:Lernt sie aus Fehlern?[/color]
Zitat:Es interessierte mich wie es ihr geht und wie alles so läuft (Beruf, Eltern).
Und da spürte ich, daß Eurer Ding nun erneut schiefzulaufen begann. Denn nach wie vor ist es so, daß
sie diejenige war, die sich auf eine äußerst miese Art aus Eurer Beziehung
verabschiedete. Damit ist sie auch diejenige, die sich auf Dich zubewegen müßte, um den verlorenen Boden wiedergutzumachen -
nicht Du.
Selbstverständlich kannst Du ihr
innerlich verzeihen. Aber wenn es Ihr gegenüber
ausgesprochen werden soll, muß
sie sich darum bemühen. Und dafür müßte
sie zunächst mal einsehen, daß die Art ihres Abgangs ein NoGo war, das
sie nicht so stehenlassen, sondern zumindest nachträglich geraderücken sollte, auch wenn das an Eurer Trennung nichts mehr ändert.
Du hingegen solltest Dich
nicht mehr bei ihr melden. Ansonsten läßt Du ihr nämlich nicht die Möglichkeit zu spüren, ob und in welchem Ausmaß sich die Trennung auch in ihrem eigenen Leben überhaupt auswirkt und zu erkennen, daß es jetzt ausschließlich an
ihr ist, sich ein Herz zu fassen und Dich zu kontaktieren, um sich für den feigen Abgang zu entschuldigen und zu schauen, ob und was von Eurem Kontakt sich noch retten läßt oder nicht.
Du fragst selbst, ob sie aus Fehlern lernt. Dann laß
sie das doch bitte auch erst mal tun - und
ihre Erkenntnisse
selbst umsetzen, sofern
sie sie überhaupt gewinnt!
Stattdessen nun dies:
Zitat:Aus Anlaß meines Geburtstages vor einer Woche, schrieb ich ihr eine freundliche Einladung auf einen zwanglos-lockeren Kaffee und einen Spaziergang mit Hund (den sie ja mit mir aus dem Tierheim holte). Ich würde mich freuen schrieb ich. Sie sei mir als Mensch wichtig und bedeute mir etwas, weil ich auch viel über mich begriffen habe in der letzten Zeit.
Ich mußte das ehrlich gesagt mehrmals lesen, bis ich es glauben konnte. Schau mal auf Deinen Threadtitel:
So geht man mit Menschen um, die einem
nichts bedeuten. Mag ja sein, daß Deine Ex Dich tief innen drin dennoch mag / liebt und es psychischen Blockaden gestundet ist, daß sie sich so und nicht anders verhalten hat.
Aber das und nichts anderes war
ihre Botschaft und nochmal: Es ist an
ihr, dies zu erkennen und dieses Bild gegebenenfalls geradezurücken, sofern sie sich tatsächlich schämt dafür und eben
nicht an Dir, der sie sie
ins Gesicht geschleudert hat!
Nicht Du bist diejenige, die sich an dieser Stelle um den Kontakt noch bemühen und zum Ausdruck bringen muß, daß sie Dir trotz allem noch etwas bedeutet, sondern
sie ist es! Bitte versuch zu verstehen, daß Du ihr mit so einem Telefonat jede Möglichkeit nimmst, dies in
eigener Regie und auf
ihre Art zu tun - oder es weiterhin zu
lassen, wenn der miese Abgang ihr eben
doch nicht ernsthaft leid tun sollte (was wir nicht wissen; sie selbst womöglich übrigens auch nicht - sie geht ja nicht umsonst in Therapie).
Zitat:Nach zwei Tagen bekam ich eine schnöde knappe Mail, mit 4 Sätzen. Einladung wird nicht angenommen. Freundschaft "würde zwischen uns nicht funktionieren", deshalb kein Kontakt erwünscht.
Was hattest Du Dir denn erwartet? Laß mich mal überlegen:
"Liebe Miss R., vielen lieben Dank für Deine freundliche Einladung, die mich sehr gerührt und in all ihrer Großherzigkeit zutiefst beschämt hat. Es tut mir so leid, daß ich Dich damals einfach am Telefon abserviert habe, wie eine lästig gewordene Affaire. In Wahrheit habe ich mich seither nach Dir verzehrt und täglich bitter bereut, unsere Partnerschaft so mit Füßen getreten zu haben. Gern nehme ich Deine Einladung an und treffe mich mit Dir, damit ich Dir nun endlich erklären kann, warum ich es in unserer Beziehung nicht länger aushielt damals und mich so feige aus dem Staub gemacht habe. Auch wenn es bei unserer Trennung bleiben sollte - und das halte ich derzeit wirklich für das Beste - so bedeutet es mir doch sehr viel, daß Du mir zumindest als liebe Freundin erhalten bleiben willst. Ich fürchte zwar, daß das spätestens dann zum Problem wird, wenn eine von uns eine neue Partnerschaft eingeht, aber mal schauen, ob und wie wir das hinbekommen werden. Einstweilen alles Liebe und Gute, Deine x."
So ungefähr schwebte Dir das doch vor, oder nicht?
Zitat:Boing, und wieder tat es mir weh, so abserviert zu werden.
Und Dir ist wirklich nicht klar, woran das liegt? Daß an der Rollenverteilung bei dieser Einladung schlicht etwas nicht stimmig ist?
Zitat:Ich teilte ihr mit, dies nun leider akzeptieren zu wollen und bat lediglich drum, mir wenigtsens noch zu schreiben, weshalb das ihrer Meinung nach nicht "funktionieren" kann. Dies noch zu erfahren, wäre hilfreich dann zum Abschluß, weil es mir dann Abschluß "leichter" mache (sowas in der Art).
[es geht nochmal hin und her: Einladung und weitere Treffen werden kurzfristig und unter fadenscheinigen Begründungen abgesagt]
Zitat von Miss Reflection:Sie erzählte mir plötzlich sie wolle die (Liebes-) Beziehung nicht mehr, da sie befürchte wieder in alte Verhaltensweisen rückzufallen, in ihre Muster. Sie sei da noch nicht so weit. Ihre Therapie fange erst mal an.
Miss Reflection, mach Deinem Nick jetzt bitte mal alle Ehre - atme tief durch und versuche, Dich in Deine Ex und ihre aktuelle Situation hineinzuversetzen, so gut es eben geht:
Es fiel ihr bereits in der Beziehung
so schwer, eigene Bedürfnisse in Gesprächen angemessen zu formulieren und im Umgang mit Dir umzusetzen, daß sie lieber die
Flucht antrat (= alte Verhaltensweise).
Ihr fehlt ein gesundes Selbstbewußtsein und ihre Sprunghaftigkeit gründet auf einer Mischung aus schlechtem Gewissen (daß ihr Verhalten gegen die Norm und somit verletzend ist, dürfte ihr bewußt sein) und der Erkenntnis, jetzt dennoch erst mal mit sich selbst ins Reine kommen zu müssen, um überhaupt in der
Lage zu sein, sich
angemessen mit Dir, Eurem Beziehungsende und dem auseinanderzusetzen, wie es nun weitergehen soll - oder auch nicht.
Sie will ihre Probleme bearbeiten, ist auch dabei, professionelle Hilfe dafür zu beanspruchen. So positiv das ist: Dafür benötigt sie Zeit und vor allem
Abstand.
Eben drum kommen Deine Kontaktaufnahmeversuche nicht nur aus der falschen Position heraus (es müßten ihre sein), sondern auch zur falschen Zeit (sie müßte erst mal in der Lage sein, sie nicht nur starten, sondern auch mit ihren möglichen Folgen angemessen umgehen zu können).
Zitat:Völlig perplex deute ich darauf hin, daß die Bitte nach einem Treffen von ihr kam und ich sie nicht gebeten habe zu mir zurück zu kommen oder sowas.
Das ist richtig (daß Du sie nicht darum gebeten hast) und das weiß sie auch. Nur: Darum ging es gar nicht. Und das, worum es ging, ist ihr in seinem ganzen Ausmaß womögliich nicht mal selbst bewußt - daher die Sprunghaftigkeit und das (vermeintlich) Irrationale ihrer Äußerungen.
Ab hier habt Ihr immer mehr aneinander vorbeigeredet:
Zitat:Auf meine Frage, weshalb sie jetzt solche "Spielchen" treibt indem sie Ankündigungen/Verabredungen (Versprechen) tätigt und sich das nicht vorher überlegen kann, bekam ich keine Antwort.
Hier beispielsweise schilderst Du Deine Wahrnehmung. Für sie kam das als Vorwurf rüber und der setzte sie unter Druck. Antworten konnte sie nicht. Denn sie ist ja noch dabei, gemeinsam mit einem Profi nach eben jenen Antworten zu suchen, die Du an dieser Stelle von Dir erwartet hast.
Zitat:Schweigen. Geduldig akzeptierte ich das.
Das klingt, als hättest Du ihr einen ganz besonderen Gefallen getan. Dabei stand hinter diesem Schweigen vermutlich tiefe Traurigkeit, selbst nicht zu wissen, warum sie sich so sprunghaft verhält, Dich damit immer wieder ungewollt verletzt und es Dir jetzt nicht mal angemessen erklären zu können, geschweige denn, einen Weg zu sehen, wie sie es für die Zukunft besser machen kann.
Ich will nun nicht soweit gehen zu sagen, daß sie Dir damit umgekehrt nun selbst einen Gefallen getan hat. Aber ich hoffe, Dir aufgezeigt zu haben, was womöglich der eigentliche Grund dafür war, daß Eure Kommunikation so schieflief.
Zitat:sie habe den Eindruck "du hast mich noch nicht ganz losgelassen". Wie Bitte?
Der Eindruck ist doch völlig richtig. Allein Dein Thread hier bestätigt ihn, geschweige denn Deine Kontaktaufnahmeversuche bei ihr.
Zitat:Es fing an mich zu ärgern, weil ich ihr bei ihrer Kontaktaufnahme am Telefon sehr deutlich gesagt habe, was konkret ich hier möchte: nicht mehr als eine Freunschaft (ohne Hintergedanken) aufbauen/entwickeln lassen.
Hättest Du sie
ganz losgelassen, würdest Du nicht mal mehr das von ihr wollen.
Zitat:Ganz in Ruhe, ohne Druck und erst einmal schauen, wie es jeder von uns bei/nach dem Wiedersehen nach 4 Monaten geht. Das hatte ich ihr sehr lieb nahegelegt und beschrieben. Mir wieder Mühe gegeben in dem 1. Gespräch nach der langen Pause.
Nun, Ihr geht es so schlecht, daß sie psychologische Hilfe beanspruchen muß und nach wie vor Zeit und Abstand braucht. Ihr geht es so schlecht, daß sie immer wieder Panik schiebt und Termine kurzfristig absagt, weil sie fürchtet, ins alte Verhaltensmuster zurückzufallen, wenn sie sie wahrnimmt.
Im Grunde hat sie Dir das auch alles mitgeteilt, nur scheint es nicht wirklich angekommen zu sein. Ob das ihrer fehlenden Eloquenz gestundet ist oder Deinem eigenen Mißverständnis, sei dahingestellt und dies näher zu beleuchten, führt an dieser Stelle auch nicht sonderlich weiter.
Fakt ist, daß Ihr die Kuh so momentan nicht vom Eis bekommen werdet.
Fakt ist auch, daß das zwar traurig, aber auch keine persönliche Schuldfrage ist.
Fakt ist vielmehr, daß weniger jetzt mehr wäre.
Fakt ist:
Zitat:Sie sagte, es täte ihr leid. Sie brauche mehr Zeit. Sie .... sie ...
Fakt ist auch, daß folgender Satz von Dir nicht stimmt:
Zitat:Was ich hier wollte usw., spielte keine Rolle.
Wäre dem so, hätte sie sich nicht die Mühe gemacht, Dich auch von sich aus anzurufen und diese Gespräche mit Dir zu führen - unabhängig davon, wie negativ sie verlaufen sind.
Zitat:
Im weiteren Telefonat bekam ich noch die eine oder andere Klatschen: auf meine Frage, ob sie mich in den letzten Wochen als Mensch vermisst habe, bekam ich keine Antwort "darüber will ich nicht reden".
Natürlich nicht: Weil allein die Frage sie bereits tief getroffen und verletzt hat. Und erzähl mir jetzt bitte nicht, daß Du ihr damit
nicht latent unterstellen wolltest, sie habe Dich nicht vermißt. Wärst Du Dir des Gegenteils sicher, hättest Du sie sowas gar nicht erst gefragt.
Zitat:Wieder argumentierte ich "ach ja, es war wohl auch alles so schlecht und nur die Hölle, als wir ein Paar waren?"
Das war kein "Argument", sondern eine äußerst suggestive Unterstellung.
Zitat:Ich 'sah', was hier ablief und hatte mich wieder "verstricken" lassen. Mit tat das nicht mehr gut ...
Ihr sicher ebensowenig.
Zitat:"Du kannst dich jederzeit melden und auch anrufen, wenn du willst", bot sie mir an.
Geh bitte davon aus, daß das von Herzen kam - trotz allem.
[Es folgen weitere Kontaktaufnahmen Deinerseits, gepaart mit Vorwürfen, die sie immer wieder an sich ab- und zu Dir zurückprallen läßt.]
Zitat:gestern abend bekam ich eine schnöde sms mit der Information in 2 Sätzen, daß meine Reaktion auf ihre Absage gezeigt habe, daß ich ihr nicht freundschaftlich begegnen kann und
sie möchte keinen Kontakt mehr.

Es tut mir weh, 'verdammt' noch eins.
Geh bitte davon aus, daß es ihr vermutlich auch sehr weh getan hat.
Zitat:Bitte um sachdienliche Hinweise, da ich so langsam an meiner Wahrnehmung zweifle.
Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Dir ein wenig weiterhelfen.
Keine Ahnung, ob Ihr zwei die Kuh irgendwann doch noch mal vom Eis bekommen werdet. Meine dringende Empfehlung lautet, daß Du ihr jetzt endlich das läßt, was sie dringend braucht: Ruhe und Abstand.
Akzeptiere ihren Wunsch nach "no contact" und laß sie in Frieden.
Wenn sie ihre Therapie hinter sich hat, kann sie sich immer noch überlegen, ob sie die von ihr verhängte Kontaktsperre aufgibt und sich bei Dir meldet, um sich Dir zu erklären und über die Möglichkeit eines Neuanfangs - in Freundschaft und gegenseitigem Respekt - zu reden.
Sollte sie es nicht tun, so schreib ihr in einem Jahr einen Brief und teil ihr mit, daß Du das ganze Ausmaß ihrer Probleme leider nicht rechtzeitig erkannt und ihr vor diesem Hintergrund die Umstände ihres Abgangs aus der Beziehung längst verziehen hast.
Erkläre ihr, daß Du aus dieser Fehleinschätzung heraus auch ihren mehrfach geäußerten Wunsch nach Ruhe und Abstand nicht begriffen und so respektiert hast, wie es angebracht gewesen wäre und daß Dir das nachträglich sehr leid tut.
Dann schreib ihr noch, daß Du ihr für die weitere Zukunft alles Gute wünschst und daß sie sich gern bei Dir melden darf, wenn sie der Meinung sei, daß ihr das noch irgendetwas bringe. Du selbst hättest schon vor langer Zeit einen inneren Schnitt gemacht und die ganze Sache hinter Dir gelassen, um ihr und Dir wenigstens jetzt jenen Abstand zu gewähren, den es wohl brauchte, das jede von Euch wieder mit sich ins Reine kommt.
Abschließend teil ihr mit, daß dies das letzte Mal sei, daß Du sie unerbetenerweise kontaktierst und daß Du Verständnis haben wirst, wenn sie nicht mehr reagieren sollte. Du hättest sie nicht gehen lassen wollen, ohne sie wissen zu lassen, daß auch Dir mittlerweile klar geworden sei, daß Eure Beziehung leider von vornherein unter keinem guten Stern stand, aus Gründen, die weder sie, noch Du allein zu vertreten haben und daß Du ihr und Dir für die Zukunft mehr Glück wünschst, als Euch beschieden war.
Und dann schließt Du bitte das Kapitel for good... zumindest aus meiner Sicht gibt es dazu jedenfalls nicht mehr zu sagen.
Hey, alles Gute...
