Zitat von Tin_:Weil "glücklich sein" etwas anderes ist als Zufriedenheit. Ersteres ist ein Peak von letzterem. Das wird gerne verwechselt. Allerdings ist es eben nur ein Peak, eine Momentaufnahme. Im besten Falle geht das in Zufriedenheit über, im schlechtesten merkt man, dass dieser Peak ein Strohfeuer/Irrglaube war.
Da bin ich prinzipiell bei Dir: Aber so einen Peak hat man ja nicht über Jahre hinweg. Den hat man am Anfang der Verliebtheit, wenn alles aus Einhörnern besteht und Schmetterlingen. Meine Freundin war mit ihrem Freund ja 5 Jahre zusammen. Und wenn man die beiden gesehen hat - die wirkten immer wie am ersten Tag. Sowohl in Bars als auch zu Hause, wenn wir bei denen zum Kochen waren. Ich dachte mir immer, dass ich wohl gerne so eine Beziehung gehabt hätte.
Nochmal zu meinem "Klassiker". Ja, ich glaube, das ist so. Und ja: Ich wusste konkret was fehlt: 6. und irgendwie auch Zuneigung. Einfach mal in den Arm genommen werden. Zusammen kuscheln. So wie es am Anfang war. Aber irgendwann waren wir funktional. Es lief gut. Der Haushalt funktionierte. Wir gingen Abends aus. Waren bei Freunden ein gern gesehenes Paar und hatten gute Urlaube. Aber es war eben irgendwann wie mit einem guten Freund. Ich hätte das viel früher monieren müssen, habe es aber nicht. Ja, das ist mein Fehler. Aber ich denke mir auch immer wieder "So bequem kann ein Kerl nicht sein, dass ihm das nicht stört. Gerade die Sache mit dem fehlenden 6".
Zitat von Tin_:Diese Welt trichtert uns auch permanent ein: mach das, was gut für dich ist, du lebst nur einmal, Liebe ist niemals Gewohnheit, Hollywood zeigt den Maßstab der Liebe, usw.
Ich glaube, dass Menschen dadurch eben auch getrieben werden und somit eine Art Unruhe in sich verspüren, wenn sie nicht immer wieder das empfinden, was ihnen eingetrichtert wird.
Das trifft übrigens den Nagel auf den Kopf. Meine Freundin sagt selbst, dass sie nur das tut, was ihr gut tut. Und Liebe ist für sie immer DAS Außergewöhnliche. Ich kenne sie seit 10 Jahren. In dieser Zeit hatte sie vier Partner (den letzten für 5 Jahre und die drei Partner davor waren verteilt auf ebenfalls 5 Jahre). Es war jedesmal ihr Wunsch-Mensch. Das große Glück. Der perfekte Wurf. Und jedes Mal kam irgendwann etwas zum Vorschein (zu wenig Sex, zu sehr mit sich selbst beschäftigt), was ihr nicht passte. Sie war IMMER die Person, die die Beziehungen beendete. In der Regel mit einer Affäre (rein sexuell). Sprich: Etwas passte ihr nicht mehr (unterbewusst oder bewusst), dann ging sie aus, ließ sich auf einen ONS ein und konfrontierte danach den Partner.