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Angst vor den Männern

perpetuum

perpetuum


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Zitat von Jara:
Ich will auch immer sehr, dass der Mann mich mag und alles gut läuft und fühle mich dann aber wie eine Gefangene dieses Bedürfnisses:-( da kriege ich dann einen Hals und es kommt mir dann so vor, als würde ich den Mann hassen.


Stehst Du zu Dir oder verbiegst Du Dich vielleicht, damit Du gemocht wirst? So liest sich das für mich.
Und wir alle wollen doch geliebt werden, so wie wir sind. Zudem ist sich verbiegen fürchterlich anstrengend. Kein Wunder, dass Du dann negative Gefühle bekommst. Er ist ja "schuld", dass Du Dich die ganze Zeit anstrengen musst, um "gut" genug zu sein.

Nur eine Interpretation meinerseits, vielleicht ein Punkt für Dich zum Nachdenken.

07.11.2019 21:23 • x 3 #61


Jara


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Mh, nicht so direkt, es ist mehr so, dass ich ja im Leben extrem unabhängig bin, stehe auf eigenen Beinen, verdiene gut usw. Ich kann es eigentlich sehr schwer akzeptieren, dass ich so einsam bin und dieses Bedürfnis habe, geliebt zu werden. Immer wenn ich einen Partner eine Zeit lang habe, wird mir schon schlecht, wenn ich ihn ansehe, denn dann wird mir mein doofes Bedürfnis deutlich bewusst, das ich lieber nicht hätte. Das klingt echt krank, oder?

07.11.2019 21:33 • #62


YsaTyto

YsaTyto


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@Urgestüm

Zitat:
Sie hat dir erzählt, du würdest die Aggressionen quasi auf dein Gegenüber übertragen? Ernsthaft?
Kommt deine "Therapeutin" aus einer esoterischen Ecke? Dann schnell wechseln ...


ich habe auf Psychoanalyse getippt weil da oft völlig vorbei gehirnt wird.
Mit Eso hat das nichts zu tun.

@Jara

Zitat:
Ich wende mich ja zur Zeit völlig mir selbst zu:-)


lies mal weiter Du wendest Dich nicht Dir, sondern den Männern zu:

Zitat:
Ich möchte halt erkennen, was ich besser machen kann bezügl Beuteschema. Also evtl wo anders hingehen? Ich sehe ja leider nicht von aussen, dass der Mann ein Schläger ist, Schläger tragen ja kein Schild in der Hand, wo draufsteht Schläger;-) wie kann ich das also schon im Vorfeld verhindern, an solche zu geraten, denn ich vermute, da zieht sich irgendwas an, wenn die Männer sich durch mich auch gerade aggressiv machen lassen. Wie würde denn ein "normaler" Typ ohne Meise beispielsweise reagieren, wenn er stinkig auf mich ist?


@Jara
Zitat:
Immer wenn ich einen Partner eine Zeit lang habe, wird mir schon schlecht, wenn ich ihn ansehe, denn dann wird mir mein doofes Bedürfnis deutlich bewusst, das ich lieber nicht hätte. Das klingt echt krank, oder?


immer?
Und was denkst Du dann?
Und welches doofe Bedürfnis? Liebe zu brauchen?

07.11.2019 21:37 • x 1 #63


Garibaldi


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Klingt irgendwie nach Bindungsangst.

Sehsucht nach Liebe, ist sie da, schlägt sie in Flucht um. Bei zu viel Nähe geht das Gefühl Liebe verloren.
Da scheinen tatsächlich Baustellen bei dir zu sein.

Bist du Scheidungskind ?
Evtl. haben dich viele schlechte Beziehungen dazu getrieben ?
Andere Mutmaßungen spreche ich nicht an.

07.11.2019 21:46 • #64


Zwiebel


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Zitat von Garibaldi:
Andere Mutmaßungen spreche ich nicht an.

Dann lass die Anspielung.

07.11.2019 21:51 • x 1 #65


Jara


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Denken tue ich da nix, ich fühle einfach Hass und Abneigung, welche dann der Mann leider abkriegt. Tatsächlich hasse ich da aber wohl meine Bedürftigkeit. Es fühlt sich aber absolut nicht so an. Es fühlt sich so an, als würde mich der Kerl krank machen. Ist das Bindungsangst? Also eine grosse Baustelle auf jeden Fall. Ich versuche das bei mir zu beheben, aber gleichzeitig möchte ich auch nicht mehr in Gefahr entsprechender Männer kommen. Oder wird das wirklich dann vernachlässigbar, wenn ich meine Probleme im Griff habe? Halten die sich dann fern? Oder habe ich dann einfach keine Angst mehr?

Bin kein Scheidungskind, aber meine Eltern hätten sich mal lieber scheiden lassen sollen, das wäre besser gewesen. Sie waren leider absolut kein schönes Vorbild.

07.11.2019 21:54 • x 1 #66


Urgestüm


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Zitat von Jara:
Konntest du das ändern? Wenn ja, wie? Es ist so, dass ich es aus der Kindheit nicht anders kenne, ja. Ich mich aber jetzt immer wehre, wenn ich was nicht will. Leider kriege ich dafür geballten Hass ab. Der wohl also mein eigener ist? S. läuft bei mir mittlerweile garnix mehr, bin absolut blockiert.

Wenn man jemanden nicht kennt, ist es schwer die Situation richtig einzuschätzen, aber vielleicht sind es trotzdem hilfreiche Denkanstöße.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man sich nicht verstellen sollte. Ich bin kein Mensch der in Beziehungen seinen Kopf durchsetzt, ich mache keinen "frechen Sprüche" oder bin energisch, extrovertiert usw.. Leider gibt es in unserer Gesellschaft für solche Menschen wenig Platz und gerade als Frau wird man dann schnell für dümmlich, schwach gehalten, oder als "Opfer" abgestempelt.

Was ich dir geben kann ist daher auch der Rat mehr Selbstbewusstsein zu haben, aber eben nicht indem du dich versuchst charakterlich zu ändern, sondern als der Mensch, der du schon bist.
Bei mir kam die Wut aus den Anteilen an mir selbst, die ich nicht haben wollte. Ich habe bestimmte Eigenarten an mir gelernt zu akzeptieren und dann automatisch die Sicherheit entwickelt um meine Grenzen im richtigen Moment zu verteidigen und nicht erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Das musste ich auch erst erlernen weil es schon ganz alltäglich war, dass nicht respektiert wurde was ich möchte oder nicht.

Diese schädlichen Menschen in deinem Leben übertreten wahrscheinlich schon viel eher Grenzen bei dir, ohne dass du es merkst weil du das Gespür dafür verloren hast. Die Wut staut sich trotzdem an und dein Gegenüber ist doppelt vor den Kopf gestoßen: einmal weil du doch nicht die Klappe hälst wie erhofft und zum anderen weil aus ihrer Perspektive deine Reaktion dann unverhältnismäßig erscheint.

Du musst dich ernsthaft mit den Seiten an dir auseinander setzen für die du dich eventuell sogar schämst. Da wo es so richtig weh tut, dir sagen dass du dich so annimmst und dich dann trotzdem noch respektieren. Leider ändert sich dadurch natürlich nicht wen du anziehst, aber du kannst auch von deiner Seite her ein Gespür für solche Typen entwickeln und sie direkt in die Schranken weisen. Oder eben das Weite suchen.

07.11.2019 22:00 • x 2 #67


Jara


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Vielen Dank, das hilft mir sehr:-)

07.11.2019 22:03 • #68


sannya

sannya


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oh man eure Geschichten machen mich so traurig .... Ich hatte nun 11 Jahre lang eine schöne Beziehung und war glücklich aber er anscheinend nicht und naja das tut nun nix zur Sache aber das was ihr mir beschreibt lässt mich denken er war echt ne ausnahme und nun ist er weg und ich werde nie wieder sowas finden.

Irgendwie deprimiert mich diese Vorstellung etwas dass so viele Menschen so viel suchen und dann doch wegen ihrer Geschichten nicht zueinander finden ..... Ich war vorher etwas naiv bevor mir das alles passiert ist aber habe gehofft dass es vielleicht nochmal ein zweites mal für mich zu finden ist. Jetzt bin ich sooo deprimiert.
Voll traurig :/ tut mir echt leid für all das. Grausam diese Welt irgendwie

07.11.2019 22:25 • x 1 #69


Garibaldi


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Sannya: Bitte den Kopf nicht hängen lassen.
Bei mir ist es umgekehrt. Als Mann habe ich das Gefühl, da draußen gibt es keine aufrichtigen , liebesfähigen Frauen mehr. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf...und ich gehe mit wachen Augen durch die Gegend, und hier und dort sieht man noch Menschen, die scheinbar zu echter Liebe fähig sind.

07.11.2019 22:41 • x 1 #70


sannya

sannya


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Zitat von Garibaldi:
Sannya: Bitte den Kopf nicht hängen lassen.
Bei mir ist es umgekehrt. Als Mann habe ich das Gefühl, da draußen gibt es keine aufrichtigen , liebesfähigen Frauen mehr. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf...und ich gehe mit wachen Augen durch die Gegend, und hier und dort sieht man noch Menschen, die scheinbar zu echter Liebe fähig sind.




Aber warum bekommt man dieses Gefühl, dass keiner mehr lieben kann? Ist die Liebe nicht das größte Geschenk was man in sich trägt? Und der Grund ist warum wir Tag für Tag weiter machen?
Wo ist da die Romantik?
Ich verstehe nicht so ganz wie man das was ich hatte so weg werfen konnte aber er konnte es. Aber eines bin ich mir sicher. Zu wahrer echter Liebe bin ich durchaus fähig und davon habe ich eigentlich sehr viel. Gerade bin ich nur total blockiert durch das Vergangene aber hatte echt Hoffnung. Nur das Forum ist voll von so vielen traurigen Geschichten bei denen ich einfach nciht verstehe wieso man so mit einander umgeht auch wenn man sich entliebt hat... Es war doch mal da und deshalb muss man doch nicht immer alles im nachhinein so abwerten oder den anderen so schlecht behandeln. So traurig was das aus Menschen macht.
Manchmal wäre ich lieber so wie mein Hund :/ die brauch sich da keine Sorgen drum machen.

07.11.2019 23:12 • x 1 #71


Garibaldi


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Sannya:

Du sprichst mir aus dem Herzen.
Aber es gibt auch Menschen, die ticken noch anders.
Und bedenke , dass sich in einen Trennungsforum nunmal viele Trennungsgeschichten tummeln.
Der Arzt im Krankenhaus denkt auch , alle sind krank, weil er den ganzen Tag mit Kranken zu tun hat. Dabei tummeln sie sich nunmal im Krankenhaus.

Und stell dir vor , ich bin ein Mann. Ich komme vom Lande. Ich kann Holzhacken , weiß , wie eine Motorsäge funktioniert, habe Hände wie ein Holzfäller ...
Aber ich setze mich gerne auch mal vor einen Rose Munde Pilcher Film , ernsthaft.
Ich steh total auf Romantik und Gefühl.
Und ich suche beständige Liebe. Mit der nächsten Frau möchte ich gerne alt werden.
Mit der Letzten wollte ich es gerne...sie scheinbar nicht.

07.11.2019 23:30 • x 1 #72


sannya

sannya


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Danke.

Deine Gedanken geben mir doch ein wenig Hoffnung. Naja traurig wenn man eben meint das ist dieser Mensch (wie gesagt nach 11 Jahren aus einem Märchen aufgewacht wir mir scheint) der einen ein Leben lang begleiten wird und der das dann doch nicht tut. Weiß gerade nicht wie ich mir all dem umgehen soll.

Erschreckend einfach wie man durch Angst gelähmt wird aber ich möchte mich nicht so abgrenzen und es gar nicht mehr versuchen :/ Auch wenn ich gerade sehr leide.
Naja ich hoffe doch dass man es doch noch irgendwie schaft sich Vertrauen entgegen zu bringen. Trotz all der Dinge die man so erlebt habt.
Ganz liebe Grüße

07.11.2019 23:54 • #73


YsaTyto

YsaTyto


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@Jara

Zitat:
Denken tue ich da nix, ich fühle einfach Hass und Abneigung, welche dann der Mann leider abkriegt. Tatsächlich hasse ich da aber wohl meine Bedürftigkeit. Es fühlt sich aber absolut nicht so an. Es fühlt sich so an, als würde mich der Kerl krank machen. Ist das Bindungsangst? Also eine grosse Baustelle auf jeden Fall.

ich verstehe Dich nicht ganz. Diese Männer sind doch sehr schlecht zu Dir. Klang jedenfalls katastrophal, was Du am Anfang erzähltest. Sind Deine Aggros nicht vielleicht auch eine Reaktion auf dieses Verhalten?
Oder sind das zwei ganz unterschiedliche Dinge? Heißt, auch wenn Dein Freund gut zu Dir ist, entwickelst Du Wut, sobald Du Deine Bedürftigkeit spürst?
Und ich denke, dass gerade solche Männer einen eher weniger mit der eigenen Bindungsangst konfrontieren können, denn sie können ja gar keine richtige Bindung, Wärme usw. zulassen, zudem trennen ja auch die Aggressionen. Meistens bekommt man als Bindungsängstlicher ja eher dann sch iss, wenn der Partner Nähe zulässt, liebevoll ist usw.
Ich begreife nicht, was da bei Dir los ist.

Gestern 00:22 • x 1 #74


LostGirl1


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Zitat von perpetuum:
Stehst Du zu Dir oder verbiegst Du Dich vielleicht, damit Du gemocht wirst? So liest sich das für mich.

Absolut, das klingt auch für mich so.


Zitat von Jara:
Mh, nicht so direkt, es ist mehr so, dass ich ja im Leben extrem unabhängig bin, stehe auf eigenen Beinen, verdiene gut usw. I

Ich glaube, das hat damit nichts zu tun. Das kannst Du sein und dennoch Dich verbiegen.
Du schreibst:
Zitat von Jara:
Ich will auch immer sehr, dass der Mann mich mag und alles gut läuft und fühle mich dann aber wie eine Gefangene dieses Bedürfnisses

Wenn Du Dich nicht verbiegen würdest, würdest Du Dich nicht wie eine Gefangene dieses Bedürfnisses fühlen. Wenn Du bei Dir selbst bleibst, dann schaust Du natürlich dennoch auf Deinen Partner, das ist völlig normal. Aber was Du tust und gibst tust und gibst Du gern und aus freien Stücken. Nicht aus dem Gefühl heraus "Wenn ich das nicht tue, dann mag er mich nicht mehr so". Für mich klingt das, als hättest Du neben dem besonders starkern Harmonie Bedürfnis auch ein Problem mit Konflikten. Und wenn Du für Dich und Deine Bedürfnisse einstehst kommt es hier und da zu Konflikten. Die sind in einer Beziehung normal nicht gewalttätig, sondern schlicht das aufeinandertreffen zweier Meinungen oder Bedürfnisse oder Wünsche. Dann gilt es, einen Kompromiss zu finden. Wenn Du Dich aber verbiegst. und dem Mann imer alles recht machst um gemocht zu werden und um Harmonie zu haben, dann verlieren viele Männer (in dem Fall - ist bei Frauen genauso) den Respekt vor Dir. Wenn Du (überspitzt gesagt) immer schon unterwürfig alle Wünsche im Voraus von den Augen abliest, wird ein Mann irgendwann genau das erwarten. Und mehr. Und wenn Du dann keine Grenzen ziehen kannst, wird er immer mehr verlangen. Das schlägt dann irgendwann um, und Du entwickelst eine Abneigung/Hass, was auch immer - auf jeden Fall eine Abwehr-Reaktion.
Könnte ich da richtig liegen?
Falls ja ist Deine Baustelle ganz eindeutig Dein Selbstwert.
Das Buch "Das Kind in Dir muss Heimat finden" soll ganz gut sein.
Oh, und Ysa hat absolut Recht: Du schaust immer noch auf die Männer, weil Du aus Angst vor Einsamkeit den Fokus noch gar nicht richtig auf Dir hattest sondern immer noch fast verzweifelt suchst. Ist zumindest mein Eindruck.
Leider gibts keinen Knopf "Beuteschema ändern" oder "Selbstwert upgraden". Das sind Prozesse. Die dauern.
Deswegen: fang heute damit an und schau genau auf Dich

Gestern 08:23 • x 2 #75




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