Zitat von Femira:In der Therapie hat mir mein Psychologe erklärt, warum er so agiert, wie er agiert hat. Einfach aus sehr großen Minderwertigkeitskomplexen heraus. aus einem Gefühl der Selbstverachtung. Das erklärt auch so ziemlich sein Verhalten darüber hinaus. Die Art der Selbstverachtung liegt an einer Persönlichkeitsstörung, die sich gut behandeln ließe.
Mein Therapeut hat mir das erklärt, damit ich loslassen kann, in mir passierte aber folgendes: Was? Behandelbar? Leicht? Es liegt nicht daran, dass er mich nicht liebt? Prima, dann kriegen wir alles hin.
Seitdem muss ich mich abhalten, zu ihm zu fahren oder ihm einen Brief zu schreiben oder was auch immer. schließlich müsste er sich dafür entscheiden. er war ja in Therapie und hat sie geschmissen, weil die Therapeutin sagte, bitte bleiben sie in der Beziehung, nur da können sie heilen und er nicht wollte.
Ich bin gerade etwas sprachlos, muss ich sagen.
Wenn Dir Dein Therapeut das so vermittelt hat, nämlich dass es an Ex' schlechtem Selbwertgefühl lag und er deshalb so gehandelt hat und "das leicht zu beheben" ist . Wie gesagt. Ich bin sprachlos.
Das ist doch völlig klar, dass Dich das dann noch mal total reißt und vor allem - und das finde ich gruselig: Bei Dir Helferinstinkte weckt und Du es "besserküssen" möchtest. Denn das hieße ja: Du küsst nur innig genug seine schmerzende Wunde, er geht vielleicht doch noch zwei-, dreimal zum Therapeuten für einen kleinen Schwatz mit ihm, aus die Maus mit seinen Problemen und Ihr lebt glücklich bis ans Ende Eurer Tage!?
Das kann weder sein (Therapeut) noch Dein Ernst sein.
Femira, was Du beschrieben hast von ihm, lässt mich auf ein wirklich
schwerwiegendes Problem schließen. Ich bin keine Therapeutin oder Ärztin. Aber das liegt jenseits von Gut und Böse.
Dieses Ranziehen-Wegstoßen ist eine Katastrophe für die Seele (und ja, da leidet man ewig drunter!).
Und: Er hat, sorry, Dich zu erinnern, mal ganz nonchalant zwei Wochen lange eine andere *beep*. Und sich ein langes Hemd angezogen, damit Du die Spuren davon nicht siehst (alleine davon wäre bei mir ein lebenslanges Würggefühl da, jedes Mal, wenn ich nur an den denken würde).
Wenn jemand so große (Bindungs)Probleme hat, die natürlich immer auf einen schlechten Selbstwert schließen lassen, so gut wie alle zwischenmenschlichen Probleme lassen auf ein Selbstwertproblem schließen, dann ist das ein weiter, weiter, weiter, weiter, weiter Weg. Bis so jemand zu einer normalen und gesunden Beziehung fähig ist.
Und überhaupt die wichtigste Voraussetzung ist SEIN WILLE, was zu ändern (hat er ja schon mal abgebrochen), ein sehr fähiger Therapeut (oder Therapeutin) und dann: JAHRE. Wenn es überhaupt jemals klappt!
Das lässt sich nicht mal eben so wegreden oder -therapieren.
Und schon GAR nicht kannst Du als Partnerin da etwas tun. Sonst kommst Du in die Pseudo-Therapeuten-Rolle.
Und das klappt schon mal überhaupt gar nicht!
Aus Dir spricht die jetzige große Sehnsucht. Das ist ja alles total frisch.
Helfen tut da immer mal, Dich zu fragen: Würdest Du (generell) jemanden wollen, der mit Dir so umgegangen ist? Und zwei Wochen schon ne andere hatte? Würdest Du Dich da jemals wohlfühlen in der Zukunft?
Nur rein hypothetisch.
Man sagt ja, Liebe macht blind.
Ich finde ehrlich gesagt: Liebeskummer macht noch viel blinder.

Schlag Dir die Idee aus dem Kopf, dass dieser Mann nur mal ein paar kleine Problemchen hat, bei dem man ihm leicht helfen kann und schon mutiert er zum Traumpartner. Ausgeschlossen!
Und ganz ehrlich würde ich an Deiner Stelle beim nächsten Mal Deinem Therapeuten sagen, was seine Äußerungen ausgelöst haben bei Dir. Genau so, wie Du es hier beschreibst. Dass Dich das - völlig das Gegenteil von Gehenlassen - noch mal richtig ins Trudeln gebracht hat und den Wunsch ausgelöst hat, Dich bei ihm zu melden (um "besserzuküssen", was ja so leicht und einfach geht *ironie-off*).